Ein entscheidender Streitpunkt im Nahost-Konflikt sind die jüdischen Siedlungen in der Westbank, die dort seit 1993 errichtet werden. Israel hat die Westbank, die 1947 von der UNO den Palästinensern zugesprochen wurde, im Sechs-Tage-Krieg von 1967 besetzt. Die Palästinenser betrachten die jüdischen Siedlungen als völkerrechtswidrig. Für Evangelikale ist dies aber Teil der Wiederherstellung Israels und daher notwendiger Bestandteil des apokalyptischen Drehbuchs für das Ende der Welt.
Ähnliche Vorstellungen gibt es auch unter orthodoxen Juden in Israel, und auch auf muslimischer Seite finden sich Pendants für die Idee, dass das Territorium des Staates Israel der Schauplatz des Endes der Welt sein werde.
Monotheismus und Gewalt
Dass es keinen Zusammenhang zwischen Monotheismus und Gewalt gebe, lässt sich an der Geschichte des Kriegs der jüdischen Makkabäer gegen die hellenistischen Herrscher ablesen, die das Judentum unterdrückten. Die Makkabäer kämpften, weil sie ihren Glauben behalten wollten. In dem Moment, in dem dies garantiert wurde, endete der Kampf. Es gibt also keinen zwingenden Zusammenhang zwischen Monotheismus, betont Hans Kippenberg. Zu Gewalt kommt es nur dann, wenn es für eine religöse Gruppe um die Alternative Anpassung und Unterdrückung oder Freiheit und Autonomie geht.
Text: Ursula Baatz
Samstag, 18. Oktober 2008
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