Freitag, 25. Juni 2010

Klimaforschung

http://www.pnas.org/content/early/2010/06/04/1003187107.full.pdf+html

Finanzmarktreformen

Beim Thema Finanzmarkt-Reform kann man leicht den Überblick verlieren. Gleich auf mehreren Ebenen basteln Politiker an neuen, strengeren Regeln. Wie weit diese Regeln bis jetzt gediehen sind, und wie Experten die neuen Regeln bewerten, das schauen wir uns anhand von fünf zentralen Punkten an.
1. Neue Eigenkapital-Regeln für Banken

Damit Banken in Zukunft nicht mehr so schnell Pleite gehen, und bei einer neuerlichen Krise wieder die Steuerzahler einspringen müssen, sollen die Banken mehr Eigenkapital anhäufen. Im Prinzip sollen Banken für riskantere Geschäfte mehr Eigenkapital hinterlegen, für weniger riskante Geschäfte weniger.

Wie diese neuen Eigenkapitalvorschriften genau aussehen sollen, wird in der Schweizer Stadt Basel, im sogenannten Basler Ausschuss von Experten aus zahlreichen Ländern verhandelt.

So weit so gut. Allerdings wird heftig über die Details gestritten. Der internationale Bankenverband steigt auf die Bremse, und warnt vor massiven Auswirkungen auf die Wirtschaft, wenn die Eigenkapital-Regeln zu streng sind - Banken würden dann weniger Kredite vergeben - und das würde das Wirtschaftswachstum bremsen. Trotzdem sollen die neuen Eigenkapitalregeln 2012 in Kraft treten.
2. Eine bessere Aufsicht über die Finanzmärkte

In der Finanzkrise wurde ein Problem offensichtlich: Große Banken sind international aktiv, die Finanzmärkte sind weltweit vernetzt. Doch die Aufsichtsbehörden sind es nicht, oder zu wenig. Jedes Land hat seine eigene Finanzmarkt-Aufsicht. Ob eine neue Finanzkrise droht, ist unter diesen Umständen schwer zu erkennen, weil der Überblick fehlt.

Die EU arbeitet daher an einem neuen Überwachungssystem. Es sollen drei neue Behörden für Banken, Versicherungen, und Wertpapiere geschaffen werden - und die wiederum sollen eng mit den nationalen Aufsichtsbehörden vernetzt werden. Das Ganze soll Anfang 2011 Wirklichkeit werden. Derzeit hängen die Pläne allerdings in den EU-Institutionen fest, weil das EU-Parlament andere Vorstellungen hat, als die Mitgliedstaaten.

Helmut Ettl von der österreichischen Finanzmarktaufsicht gehen die Pläne für eine bessere europaweite Aufsicht nicht weit genug - er sieht aber wesentliche Fortschritte. Idealerweise bräuchte man als Mittel gegen eine zukünftige Finanzkrise aber eine deutlich stärkere, globale Finanzaufsicht, sagt Stefan Pichler von der Wirtschaftsuniversität Wien. Doch die scheint noch in weiter Ferne.
3. Die Bankenabgabe

Seit der Finanzkrise wird sie ebenfalls heftig diskutiert: Österreich, Frankreich, und Deutschland setzen sich stark für sie ein, auch die EU-Kommission will sie, und bei den G-20 wird sie ebenfalls diskutiert - die Bankensteuer.

Konkret sollen die Banken einen kleinen Teil ihrer Bilanzsumme als Abgabe zahlen. In Österreich solle die Bankensteuer im Herbst kommen, sagt Finanzminister Pröll. Doch was mit dem Geld geschehen soll, da gehen die Meinungen auseinander. Österreich will die geschätzten 500 Millionen Euro aus der Bankensteuer verwenden, um die leeren Staatskassen zu sanieren.

Die EU-Kommission schlägt stattdessen vor, das Geld in einen Bankenrettungsfonds zu legen. Damit bei einer zukünftigen Finanzkrise nicht wieder der Steuerzahler die Banken retten muss - sondern der Rettungsfonds zum Einsatz kommt. Beim EU-Gipfel letzte Woche hat es in Sachen Bankensteuer allerdings nur einen Minimalkonsens gegeben - nämlich, dass alle EU-Staaten eine Bankenabgabe einführen "sollten".
4. Die Finanztransaktionssteuer

Auch die Finanztransaktionssteuer wird, oft parallel zur Bankenabgabe, als eine Konsequenz aus der Finanzkrise gefordert. Damit würde für jede Transaktion auf den Finanzmärkten eine geringe Gebühr fällig.

Befürworter wie Christian Felber von Attac Austria sagen, diese Steuer würde zwei Dinge erreichen: die Spekulation an den Finanzmärkten eindämmen, und gleichzeitig Geld in die Staatskassen bringen. Wirtschaftsprofessor Stefan Pichler hingegen sieht das völlig anders - aus seiner Sicht würde sie große Gefahren für das Finanzsystem bringen.

Die Chancen, dass eine globale Finanztransaktionssteuer kommt, stehen derzeit aber ohnehin schlecht - auch wenn das in der EU zum Beispiel Deutschland und Österreich fordern. International sind aber nicht nur die USA, sondern auch Kanada und Australien dagegen. Und selbst in der EU herrscht bei diesem Thema keine Einigkeit, so hält etwa Großbritannien nichts davon.
5. Verbot spekulativer Geschäfte

Um die Finanzmärkte zu zähmen, wird auch darüber diskutiert, bestimmte spekulative Geschäfte zu verbieten. Da geht es zum Beispiel um Kreditausfallsversicherungen, mit denen auf die Pleite von Staaten gewettet werden kann. Im Fall von Griechenland soll das die Schuldenkrise dort noch verschärft haben, sagen Kritiker.

Anders Wirtschaftsprofessor Stefan Pichler von der WU Wien: Er hält es für unmöglich, gute Geschäfte von schlechten spekulativen Geschäften zu trennen, und hält nichts davon, gewisse spekulative Geschäfte zu verbieten.

Zumindest in der EU sollte sich hier bald etwas bewegen: Im September will die EU-Kommission einen Entwurf vorlegen und erklären, wie Derivate besser kontrolliert werden sollen.

Donnerstag, 24. Juni 2010

Post-Fordismus

Das neue System, das sich inzwischen etabliert hat, wird mit dem Begriff Postfordismus bezeichnet. An die Arbeitnehmer/innen werden neue Anforderungen gestellt, sie sollen flexibel sein, sich kommunikativ und kreativ einbringen und sich für den Erfolg des Unternehmens persönlich mitverantwortlich fühlen. Die "atypischen Beschäftigungsverhältnisse" wie z. B. Teilzeit, Gleitzeit, geringfügige Beschäftigung, Arbeit auf Werksvertragsbasis und neues Kleinunternehmertum haben zugenommen, und zwar in so einem Ausmaß, dass diese Beschäftigungsformen gar nicht mehr so "atypisch" sind, sondern mehr und mehr zum Regelfall werden.

Damit nehmen aber auch Stress und die Gefahr von Burn-Out zu. Viele Teilzeitjobs werden unfreiwillig von Frauen ausgeführt, Leiharbeit und die Arbeit von Migrant/innen wird ausgenutzt, um das Lohnniveau zu drücken und schlechtere Arbeitsbedingungen durchzusetzen. Die Gewerkschaften haben diese Veränderungen unter dem Motto "mitgestalten" häufig mitgetragen, mit dem Ergebnis, dass sich die Verhandlungsposition der Arbeitnehmer/innen deutlich verschlechtert hat.

Während viele Gewerkschaften noch keine Antwort auf diese Veränderungen gefunden haben, begannen einige gegenzusteuern. "Organising" heißt das aus den USA importierte Schlagwort, das einen neuen, kämpferischen und basisdemokratischen Stil der Gewerkschafter/innen bezeichnet.

Das Radiokolleg "Arbeit im Postfordismus" thematisiert die Veränderungen, aber auch die Kontinuitäten der Arbeitsorganisation. Wie sieht die Realität der Arbeit im Postfordismus aus? Müssen wir nun alle "Arbeitskraftunternehmer/innen" werden? Ersetzt der Laptop am Küchentisch die Arbeit in der Fabrik? Ist die Entgrenzung von Arbeit und Freizeit wirklich wünschenswert? Weicht das Kommando tatsächlich der Kommunikation? Was haben neue Gewerkschafter/innen, Künstler/innen und Migrant/innen miteinander zu tun? Armin Medosch untersucht die Konfliktlinien der Arbeit im Postfordismus anhand von Fallbeispielen und Theorien.
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* Ulrich Bröckling. Das unternehmerische Selbst. Soziologie einer Subjektivierungsform. Suhrkamp Verlag, Frankfurt am Main 2007.

Mario Becksteiner / Elisabeth Steinklammer / Florian Reiter. Betriebsratsrealitäten. Betriebliche Durchsetzungsfähigkeit von Gewerkschaften und BetriebsrätInnen im Kontext der Globalisierung, OEGB Verlag Wien, 2010.

Gerald Geppert, Detlef Hartmann. Cluster: Die neue Etappe des Kapitalismus. Assoziation A, Berlin/Hanburg, 2008.

Claudia von.Werlhof. Vom Diesseits der Utopie zum Jenseits der Gewalt. Feministisch-patriarchatskritische Analysen - Blicke in die Zukunft? Centaurus, Freiburg 2010.

Safranski

Die Moderne ist durch das Gefühl der knappen, davoneilenden Zeit definiert. Schon Shakespeare lässt seinen Hamlet feststellen, die Zeit sei aus den Fugen geraten. Goethe spricht sogar von einem "veloziferischen" Charakter unserer Zeit, die nichts wachsen und reifen lasse; und Nietzsche argwöhnte, unser Zeitalter werde aus Mangel an Ruhe in eine neue Barbarei münden. Unsere Zeit ist also temporeich und teuflisch zugleich.

Aber die Temposteigerung hat etwas vom "rasenden Stillstand". Längst dominiert der Eindruck nicht Akteur, sondern Opfer der Beschleunigung zu sein. Die Zahl derjenigen, die heute das Gefühl haben, das wahre Leben zu versäumen, wächst ständig. Die Ursache: die Erlebnisdichte wird immer größer, immer mehr Arbeitsprozesse pressen sich in eine Zeiteinheit. Flexibilität ist oberstes Gebot. Doch wenn alle Mitglieder einer Gesellschaft flexibel sind, kann die Gesellschaft als Ganze nicht stabil sein. Wenn diese Stabilität fehlt, fehlt auch der Demokratie ein festes Fundament.

Die Demokratie befindet sich im Zeitalter der permanenten gesellschaftlichen Beschleunigung ohnedies im Nachteil gegenüber der global agierenden Wirtschaft. Denn während die Ökonomie unter dem Druck der Parole "Zeit ist Geld" Entscheidungen mit höchster Geschwindigkeit trifft, benötigen demokratische Entscheidungsabläufe viel Zeit. Das demokratische Prinzip befindet sich im 21. Jahrhundert strukturell im Nachteil.

Es kommt heute im Wesentlichen darauf an, einen Zeitvorsprung zu haben. Und kapitalistisches Wirtschaften beruht entscheidend auf der Ausnutzung von Zeitvorsprüngen, die eine so große Bedeutung haben, dass Karl Marx die bis heute geltende Feststellung treffen konnte: alle Ökonomie sei letztlich zur Zeitökonomie geworden.

Wir sind, meinen Soziologen wie Hartmut Rosa von der Friedrich-Schiller-Universität in Jena, am Rande der Erschöpfung und am Rande des Sinnvollen angelangt. Rüdiger Safranski forderte deshalb in seiner Rede anlässlich der Verleihung des Paul-Watzlawick-Ehrenringes eine revolutionäre Änderung des Zeitregimes. Die politische Klasse, so der deutsche Philosoph und Publizist, habe die Dringlichkeit der Forderung noch nicht ganz begriffen: "Es ist eine politische Machtfrage, die verschiedenen Geschwindigkeiten, die der Ökonomie und die der demokratischen Entscheidungsprozeduren, aufeinander abzustimmen, was darauf hinauslaufen würde, die Ökonomie unter das Zeitmaß demokratischer Entscheidungen zu bringen."

Im Gespräch mit Rüdiger Safranski rücken Michael Kerbler und "STANDARD"-Chefredakteurin Alexandra Föderl-Schmid die Frage in den Mittelpunkt, worin die Nachteile zeitaufwendiger demokratischer Prozesse gegenüber der schnell und global agierenden Wirtschaft bestehen. Und es wird ausgelotet, wie jene Strategien aussehen können, mit denen die Ökonomie wieder unter das Zeitmaß demokratischer Entscheidungen gebracht werden kann.

E-Democracy

Der virtuelle Stammtisch

Schaut man sich allerdings Leserkommentare auf Online-Tageszeitungen an, so wird einem mitunter angst und bang bei der Vorstellung, so mancher User dürfe tatsächlich mitbestimmen. Denn am virtuellen Stammtisch bewegt man sich oft tief unter der Gürtellinie.

Zwar brauche es auch bei E-Partizipationsprojekten eine Moderation und Benimmregeln, erklärt Kirsten Neubauer, insgesamt laufe die Diskussion hier aber wesentlich zivilisierter ab: "Natürlich wird es immer Leute geben, deren Kommentare man löschen muss, weil sie den Regeln nicht entsprechen. Aber es ist schon erstaunlich, wie sachlich diskutiert wird, wenn die Leute das Gefühl haben, sie werden ernst genommen."
Emotionale Themen e-diskutieren

Tatsächlich sei bei den untersuchten Projekten nur etwa ein Prozent der Vorschläge destruktiv gewesen, sagt Peter Kühnberger. Und er plädiert dafür, dass Regierende auch vor sehr emotionalen und kontroversiellen Themen, wie etwa Migration, nicht zurückschrecken.

Durch E-Partizipationsprojekte könnten die regierenden Parteien bestimmte Themen vielmehr kanalisieren und auf eine sachliche Ebene bringen: "Im Internet habe ich die Möglichkeit, das Thema tiefgründiger darzustellen. Wie viele Bürger mit Migrationshintergrund haben wir wirklich? Wie viel tragen die zur Wiener Gebietskrankenkasse bei? Und ich habe auch die Chance, zu sagen: Reden wir darüber."

Mittwoch, 23. Juni 2010

Sozisalphysik

Vor allen Dingen beschäftigt Sozialphysiker die Frage, wie es aus dem Zusammenspiel etlicher Akteure zu solchen Mustern kommt. Wie ist es möglich, dass Aufstände oder Terrorakte einem mathematischen Gesetz folgen? Warum ist das Risiko für Bürgerkrieg in einem Land abhängig von Einkommen und Machtverteilung, aber nicht von Bodenschätzen, Einwohnerzahl oder demokratischen Strukturen?

Um das zu beantworten, nutzen Forscher wie Johnson oder Cederman Computermodelle: Aus den Wechselwirkungen vieler virtueller Agenten sollen sich die Gesetzmäßigkeiten ganzer Gesellschaften erklären.

Der Wirtschaftswissenschaftler Thomas Schelling konnte in den 1970er-Jahren auf diese Weise darlegen, wie es in den USA in Städten zur Trennung nach der Hautfarbe kommt.

Die Menschen müssen dazu keine Rassisten sein. Wie er mit Hilfe eines Schachbrettmodells begründete, reicht schon die Neigung, in einem Viertel nicht als deutliche Minderheit leben zu wollen, um binnen kurzer Zeit soziale Gruppen nach ihrem ethnischen Hintergrund aufzuteilen. "Wonach wir suchen, sind solche Kausalmechanismen, die erklären, wie eine Gesellschaft tickt", sagt Johnson.

Um das Verhaltensmuster bei Aufständen aufzuschlüsseln, behalf sich Johnson mit einer räumlichen Simulation. Sie ging von zersplitterten Zellen von Aufständischen aus, die gelegentlich kommunizieren, sich mitunter vereinen und wieder trennen. Die Folge sind meist kleinere Gefechte, die von größeren Anschlägen unterbrochen werden.

Dabei fiel allerdings auf, dass - wie in der Wirklichkeit - sich Angriffe oft an bestimmten Tagen häuften. Die steuernde Kraft sind die Informationen, die Aufständische erhalten - über feindliche Truppen, ihre Medienpräsenz oder das Wetter. Eine günstige Gelegenheit erkennen mehrere Gruppen deshalb oft gleichzeitig.

Außerdem orientieren sie sich aneinander - nicht viel anders als zum Herdentrieb neigende Aktienhändler. Nachdem Johnson sein Modell mehrfach durchspielte, reproduzierte es das Potenzgesetz der Aufstände in sieben Ländern fast perfekt.

"Fast alle sozialen Phänomene werden sich in Zukunft simulieren lassen"

Cederman hat 2008 ein Computermodell für Bürgerkriege in Ländern mit mehreren Volksgruppen publiziert. In ihm bildet er die Dynamik der Staatenbildung, der Spannungen zwischen Peripherie und Machtzentrum, kultureller und nationaler Identität nach. Er konnte zeigen, dass aufbegehrende Randgruppen oft aus Bergregionen stammen - die lokale Identität in Bergregionen ist viel stärker ausgeprägt.

"Das war nur ein extrem vereinfachtes Modell, um die Methode zu veranschaulichen. Heute können wir differenziertere Simulationen erarbeiten. Fast alle sozialen Phänomene werden sich in Zukunft simulieren lassen."

Auf die Frage, wie belastbar die Erkenntnisse der Sozialphysik für Krieg und Terror bislang sind, zögert Cederman indes: "Ich würde als Militär aufgrund solcher Modelle noch keine Entscheidungen treffen." Der Physiker Ed MacKerrow, der am Los Alamos National Laboratory in New Mexico den Opiumhandel in einem Tal in Afghanistan simuliert, pflichtet Cederman bei: "Der Apfel, der Newton einst seinen Geistesblitz verschaffte, ist in der Sozialphysik noch nicht gefallen."

Doch ist das notwendig? Eine Mechanik der Gesellschaft, die uns wie Kugeln auf einer schiefen Ebene durchs Leben kullern sieht? Der Komplexitätswissenschaftler und Konfliktforscher Jürgen Scheffran von der Universität Hamburg untersucht mit Computermodellen, in welchem Maße die Erderwärmung Konflikte in den Krisenregionen Nordafrikas verschärft.

"Eine physikalische Exaktheit wird man kaum erreichen. Aber es wäre viel gewonnen, wenn solche Modelle soziale Prozesse erhellen. Das könnte in Handlungsanleitungen einfließen, um gewaltsame Konflikte in Zukunft zu vermeiden."

Dienstag, 22. Juni 2010

Porn Industry

Kein Genre des Schauspiels flirtet mehr damit, kein Schauspiel zu sein, sondern realer, gebrauchsfertiger und immer mehrfach orgiastischer Exzess. Der Kritiker Richard Corliss hat die Dramaturgie pornographischer Filme so beschrieben: "Erst gibt es die boy/girl-Szene, dann die girl/girl-Szene, dann die Orgien-Szene und schließlich das Knutsch-Finale." Ein Finale, das die meisten Konsumenten gar nicht mitbekommen. Das jedenfalls konstatiert Corliss, der dazu referiert, dass zwei Drittel aller in Hotels kostenpflichtig konsumierten Filme Pornos seien, diese aber im Schnitt nur zwölf Minuten geschaut werden. "Zwölf Minuten?", fragt Corliss erstaunt: "Warum so lange, und was treiben die Zuschauer in den überflüssigen sieben Minuten?" Darum verplempert der Internetporno erst gar keine Zeit mehr mit episodischem Erzählen.
Pop(p)-Kultur

Die Fiktion des Authentischen, das mutmaßlich private Ambiente, das verwischte Make-up machen den Porno-Konsumenten zum Voyeur, zum Bettenbeobachter jenseits der privaten Hemisphäre. Vermutlich ist neben der reinen Fleischbeschau der Thrill der angebotenen Schlüssellochperspektive ein Grund dafür, dass der Porno-Boom im Internet - vor allem durch Amateurfilme - entstehen konnte. Waren zu analogen Zeiten pornographische Werke nur unter dem Ladentresen oder in Arealen des Video-Verleihs beziehbar - erforderten also eine offene Artikulation des eindeutigen Interesses -, so pornographisiert sich der Alltag mit der Selbstverständlichkeit, mit der Daten-Breitbandverbindungen in den Haushalten ankommen.

An Pornos zu gelangen, ist inzwischen leichter als an illegal kopierte Musik. Der Konsum ist längst Teil der Pop-Kultur. Wer das nicht glaubt, stelle bitte die Standardeinstellungen seiner Google-Bildersuche mal von "moderate Filterung" auf "keine Filterung" und wundere sich, was zu den familientauglichen Treffern noch so aufgerufen wird. Mit den Musikvideos und der Werbung, etwa in den Fotografien von Terry Richardson für Sisley oder in der "Rape"-Kampagne von Dolce & Gabbana oder dem wirklich lustigen Diesel-Video zum 30-jährigen Firmenbestehen, sind Anspielungen mit ihrem Reiz des Anrüchigen Teil des Medien-Mainstreams geworden. Michael Höfner, Sprecher des 1. Berliner Porn-Filmfestivals 2006, hat es auf die Formel gebracht: "Porn is chic." Und so eng verwoben mit den Produkten der Massenkultur, dass Irvine Welsh, der schottische "Trainspotting"-Autor, behauptet: "Die Pornographie niest, und die Popkultur bekommt einen Schnupfen."
Die Multi-Milliarden-Maschine

Der Web-Dienst TopTenReviews.com führt Statistik: An die einhundert Milliarden Dollar werden jährlich mit Pornographie weltweit umgesetzt. Etwa 68 Millionen mal täglich werden die Suchmaschinen nach pornographischen Inhalten befragt. Das sind 25 Prozent aller Suchanfragen. Obwohl das Netz freie Filme zuhauf anbietet, werden pro Sekunde 3075 Dollar für Pornographie und die entsprechenden Spielzeuge ausgegeben. An die 100 Milliarden sind das pro Jahr, die übrigens zu 28 Prozent in China landen.

Naomi Wolf bringt die Verkehr-Routine Anfang April 2009 im Times Magazine auf die Formel: "Porno tötet das Verlangen." Sie erinnert an Kulturen, "in denen es kein Zeichen von Prüderie ist, sich der Pornographie nicht zu unterwerfen. Vielmehr verstehen diese Kulturen das Wesen der Sexualität und wessen es bedarf, um das physische Interesse von Männern und Frauen aneinander wach zu halten." Vermutlich ist es also an der Zeit, mit einem gängigen Vorurteil aufzuräumen: Wir sind nicht "oversexed and underfucked", sondern vielmehr: (virtually) overfucked and (physically) undersexed. Obwohl auch das schon wieder egal ist. Denn unsere eigenen Körper sind ohnehin nicht mehr im Spiel.

Prostata

Bei der gutartigen Prostatavergrößerung verändern sich Größe und Gewebeaufbau der Vorsteherdrüse. Das Gewicht der im Normalfall kastaniengroßen Geschlechtsdrüse unterhalb der männlichen Harnblase kann mit zunehmendem Alter erheblich zunehmen. Typische Beschwerden der Vergrößerung - der benignen Prostatahyperblasie - sind verzögertes und verlängertes Wasserlassen und ein immer schwächer werdender Harnstrahl. "Das liegt daran, dass die Harnröhre durch die Prostatavergrößerung verengt ist", schilderte Primar Wolfgang Loidl vom Prostatazentrum des Krankenhauses der Barmherzigen Schwestern in Linz. Gleichzeitig komme es zu immer häufigerem Harndrang.

Eingeschränkte Lebensqualität

Die Nachtruhe wird durch wiederholtes Wasserlassen teils mehrfach unterbrochen, Betroffene meiden letztlich sogar den Aufenthalt auf Plätzen oder in Theatern und Kinos, weil sie Angst haben, die nächste Toilette nicht mehr rechtzeitig zu erreichen, so Loidl. Der Glaube, dass die Symptome "einfach zum Alter dazugehören", dass sie nicht behandelt werden können oder schlichtweg die Angst vor einer urologischen Untersuchung führen dazu, dass Männer oft schon unter einem schweren Leidensdruck stehen, bevor sie doch den Arzt aufsuchen. Harnwegsentzündungen sind eine häufige Begleiterkrankung, die den Betroffenen oft erstmals zum Arzt führen. Es kann aber auch zu Komplikationen wie Entzündungen des Nierenbeckens kommen oder es kann ein akuter Harnverhalt auftreten, warnte der Linzer Mediziner.

Für die Behandlungswahl - kontrolliertes Zuwarten, Medikamente oder eine breite Palette an operativen Eingriffen - ist zum einen die Schwere der Beschwerden ausschlaggebend, die der Facharzt mit einem speziellen Fragebogen ermessen kann. Außerdem ist die Messung der maximalen Harnflussrate, der Restharnmenge in der Blase nach dem Wasserlassen, eine Tastuntersuchung der Prostata und die Bestimmung eines bestimmten Eiweißes (PSA) im Blut zum Ausschluss eines Prostata-Karzinoms angebracht. Am Gesundheitsmarkt werden zur Behandlung eine Vielzahl von Phytopharmaka rezeptfrei angeboten: "Das Problem ist, dass ihre Wirksamkeit sehr schlecht untersucht ist", hielt der Linzer Primar fest. (APA)

http://www.oekonews.at/index.php?mdoc_id=1042062

Geld

http://www.webinformation.at/material/Pyramidenspiel-Geldsystem.pdf

Zukunft der Menschheit

Zukunft der Menschheit: "Es ist zu spät"

"Wir werden aussterben. Was auch immer wir machen, es ist zu spät." Diese düstere Prognose zur Zukunft der Menschheit liefert der prominente australische Mikrobiologe Frank Fenner.

Kategorie: Prognose Erstellt am 21.06.2010.

Grund für die trüben Aussichten seien Bevölkerungsexplosion, unkontrollierter Konsum und der Klimawandel, wie der 95-Jährige in einem Gespräch mit der Zeitung "The Australian" ausführte.
Australischer Nationalheld

Frank Fenner ist in Australien eine Art Nationalheld. Durch Einsatz des Myxoma-Virus konnte er in den 1950er Jahren die Kaninchenplage auf dem fünften Kontinent verringern. In den 1960er Jahren war er führend an der globalen Ausrottung der Pocken beteiligt.

Seiner Ansicht nach droht nicht nur der Menschheit, sondern auch zahlreichen Tierarten die Auslöschung. Die Entwicklung sei bereits unumkehrbar, es könnte bereits zu spät sein, um Abhilfe zu schaffen.

Zwar würden die Menschen bereits etwas gegen den Klimawandel zu unternehmen versuchen, räumte Fenner ein. Vieles würde aber weiterhin auf die lange Bank geschoben. Der Eintritt der Menschheit ins "Anthropozän" - in der die menschliche Aktivität das Klima beeinflusst - sei vergleichbar mit globalen Katastrophen wie Eiszeiten oder Kometeneinschlägen.
Globale Klimaveränderung

Der Menschheit drohe dasselbe Schicksal wie seinerzeit den Bewohnern der Osterinseln, so Fenner. Die Eingeborenen hatten durch die rücksichtlose Abholzung des Waldes ihre einst blühende Insel in eine Ödnis verwandelt. Die globalen Klimaveränderungen stünden noch am Anfang, es gebe aber jetzt schon beträchtliche Veränderungen in der Atmosphäre. Nun drohe der menschlichen Rasse das Schicksal vieler anderer Spezies, die im Laufe der Erdgeschichte ausgestorben sind.

Zahlreiche andere Wissenschaftler teilen aber nicht den Pessimismus Fenners. Sein Freund und Kollege, der Immunologe Stephen Boyden, etwa meint: "Frank könnte durchaus Recht haben. Aber viele von uns haben immer noch die Hoffnung, dass die Menschheit sich der Situation bewusst wird und die notwendigen revolutionären Veränderungen einleitet, um die ökologische Nachhaltigkeit herzustellen."

science.ORF.at/APA

Dienstag, 15. Juni 2010

Kirche & 3. Reich

http://www.unmoralische.de/christlich.htm#dritte

Sonntag, 13. Juni 2010

nternet Abzocke

http://www.verbraucherzentrale-rlp.de/UNIQ127641889007771/link432741A.html

Mittwoch, 9. Juni 2010

Reichtum der Kirchen

http://www.freie-christen.com/reichtum_der_kirche_ist_blutgeld.html

Donnerstag, 3. Juni 2010

NLP _ Haider light

http://www.nlp.at/hl/index.htm