Zukunft der Menschheit: "Es ist zu spät"
"Wir werden aussterben. Was auch immer wir machen, es ist zu spät." Diese düstere Prognose zur Zukunft der Menschheit liefert der prominente australische Mikrobiologe Frank Fenner.
Kategorie: Prognose Erstellt am 21.06.2010.
Grund für die trüben Aussichten seien Bevölkerungsexplosion, unkontrollierter Konsum und der Klimawandel, wie der 95-Jährige in einem Gespräch mit der Zeitung "The Australian" ausführte.
Australischer Nationalheld
Frank Fenner ist in Australien eine Art Nationalheld. Durch Einsatz des Myxoma-Virus konnte er in den 1950er Jahren die Kaninchenplage auf dem fünften Kontinent verringern. In den 1960er Jahren war er führend an der globalen Ausrottung der Pocken beteiligt.
Seiner Ansicht nach droht nicht nur der Menschheit, sondern auch zahlreichen Tierarten die Auslöschung. Die Entwicklung sei bereits unumkehrbar, es könnte bereits zu spät sein, um Abhilfe zu schaffen.
Zwar würden die Menschen bereits etwas gegen den Klimawandel zu unternehmen versuchen, räumte Fenner ein. Vieles würde aber weiterhin auf die lange Bank geschoben. Der Eintritt der Menschheit ins "Anthropozän" - in der die menschliche Aktivität das Klima beeinflusst - sei vergleichbar mit globalen Katastrophen wie Eiszeiten oder Kometeneinschlägen.
Globale Klimaveränderung
Der Menschheit drohe dasselbe Schicksal wie seinerzeit den Bewohnern der Osterinseln, so Fenner. Die Eingeborenen hatten durch die rücksichtlose Abholzung des Waldes ihre einst blühende Insel in eine Ödnis verwandelt. Die globalen Klimaveränderungen stünden noch am Anfang, es gebe aber jetzt schon beträchtliche Veränderungen in der Atmosphäre. Nun drohe der menschlichen Rasse das Schicksal vieler anderer Spezies, die im Laufe der Erdgeschichte ausgestorben sind.
Zahlreiche andere Wissenschaftler teilen aber nicht den Pessimismus Fenners. Sein Freund und Kollege, der Immunologe Stephen Boyden, etwa meint: "Frank könnte durchaus Recht haben. Aber viele von uns haben immer noch die Hoffnung, dass die Menschheit sich der Situation bewusst wird und die notwendigen revolutionären Veränderungen einleitet, um die ökologische Nachhaltigkeit herzustellen."
science.ORF.at/APA
Dienstag, 22. Juni 2010
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3 Kommentare:
Und die Tausendste falsche Zitierung des CoR-Reports von 1972....
"Whether intended or not, the exponential index has often been interpreted as a prediction of the number of years until the world would "run out" of various resources, both by environmentalist groups calling for greater conservation and restrictions on use, and by skeptics criticizing the index when supplies failed to run out. For example, The Skeptical Environmentalist (page 121) states: "The Limits to Growth showed us that we would have run out of oil before 1992." What The Limits to Growth actually has is the above table, which has the current reserves (that is no new sources of oil are found) for oil running out in 1992 assuming constant exponential growth.
http://en.wikipedia.org/wiki/The_Limits_to_Growth
'So laßt uns denn ein Apfelbäumchen pflanzen'
Anthropozän
Biologe prophezeit der Menschheit das Aussterben
21. Juni 2010, 12:21
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"... vielleicht innerhalb von 100 Jahren" - der 95-jährige Frank Fenner zieht Bilanz
Wien - "Homo sapiens wird aussterben, vielleicht innerhalb von 100 Jahren." Diese düstere Prognose zur Zukunft der Menschheit gab der prominente australische Wissenschafter Frank Fenner (95) diese Woche gegenüber der Zeitung "The Australian" ab. Wie die Mailänder Tageszeitung "Corriere della sera" am Sonntag in ihrer Internetausgabe weiter berichtete, macht Fenner dafür "Bevölkerungsexplosion und unkontrollierten Konsum" verantwortlich.
Und der auf Virologie und Mikrobiologie spezialisierte Fenner hat seine Erfahrungen mit Massensterben - in Australien ist er deswegen sogar eine Art Nationalheld: Durch Einsatz des in über 99 Prozent der Fälle tödlichen Myxoma-Virus konnte er in den 50er Jahren die Kaninchenplage auf dem fünften Kontinent erstmals entscheidend eindämmen. Zuvor hatten sämtliche Maßnahmen - einschließlich des Baus tausender Kilometer langer Zäune - versagt. In den 60er Jahren war Fenner überdies führend an der globalen Ausrottung der Pocken beteiligt.
Willkommen im Anthropozän
Fenners Ansicht nach droht nicht nur der Menschheit, sondern auch zahlreichen Tierarten die Auslöschung. Die Entwicklung sei bereits unumkehrbar, es könnte bereits zu spät sein, um Abhilfe zu schaffen. Zwar würden die Menschen bereits etwas gegen den Klimawandel zu unternehmen versuchen, räumte Fenner ein. Vieles würde aber weiterhin auf die lange Bank geschoben. Der Eintritt der Menschheit ins "Anthropozän" - in der die menschliche Aktivität das Klima beeinflusst - sei vergleichbar mit globalen Katastrophen wie Eiszeiten oder Kometeneinschlägen.
Der Menschheit drohe das selbe Schicksal wie seinerzeit den Bewohnern der Osterinseln, so Fenner. Die Eingeborenen hatten durch die rücksichtlose Abholzung des Waldes ihre einst blühende Insel in eine Ödnis verwandelt. Die globalen Klimaveränderungen stünden noch am Anfang, es gebe aber jetzt schon beträchtliche Veränderungen in der Atmosphäre. Nun drohe der menschlichen Rasse das Schicksal vieler anderer Spezies, die im Laufe der Erdgeschichte ausgestorben sind.
Widerspruch
Zahlreiche Wissenschafter teilen den Pessimismus Fenners nicht. Sein Freund, der Immunologe Stephen Boyden, etwa meint: "Frank könnte durchaus Recht haben. Aber viele von uns haben immer noch die Hoffnung, dass die Menschheit sich der Situation bewusst wird und die notwendigen revolutionären Veränderungen einleitet, um die ökologische Nachhaltigkeit herzustellen."
Und andere widersprechen ohnehin jedem Szenario, das die Menschheit komplett auslöschen könnte. Der US-Biologe Peter Ward stellte gar die These auf, dass es nie mehr - egal durch welche Katastrophe - zu einem völligen Verschwinden der Menschheit kommen könnte. Stets bliebe aufgrund der Mittel, über die wir dank unserer Intelligenz verfügen, zumindest eine Restpopulation zurück, die zum Ausgangspunkt einer neuen Entwicklung würde. Die Menschheit bliebe damit bis ans Ende der Zeit der bestimmende Faktor der irdischen Ökologie: Also doch eine Art Anthropozän - nicht ganz in dem Sinne, wie der niederländische Nobelpreisträger Paul J. Crutzen den Begriff definiert hat. Zumindest in den massiven Folgen für Tier- und Pflanzenwelt überschneiden sich jedoch die Szenarien. (APA/red)
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