Montag, 28. Dezember 2009
David Nutt - Imperial College
The goal of the dept is to pioneer research into neuro-psychiatric disorders merging pharmacological approaches with state-of-the-art imaging techniques. The particular emphasis is on brain disorders such as addiction dementia schizophrenia and affective disorders. Recent discoveries include clarifying the role of dopamine in both schizophrenia and opioid addiction -the discovery of an antagonist of the memory-blocking properties of alcohol - showing opioid receptors are involved in alcohol as well as heroin dependence and developing new potential PET tracers for studying noradrenaline and imidazoline receptors in conditions such as depression and dementias. There are close links with the MRC CSC where DJN and ALH have conducted PET imaging studies for many years and also with the GSK Clinical Imaging Centre, which is collocated in the Burlington-Danes building alongside the dept. DJN leads an international consortium underthe EuroBioFund program that is seeking new PET tracers to allow measurement of endogenous neurotransmitter release in the human brain.
Sonntag, 27. Dezember 2009
Science Progress 2009
Zum Beispiel die Pflanzen-Hormonforschung. Auch Grünzeug, so das erste Aha-Erlebnis, reguliert sein Wachstum durch Botenstoffe. Doch was passiert, wenn Pflanzen nach einer Dürrephase Wasser bekommen und rasch zu wachsen beginnen? Das Startsignal, so viel war bisher schon bekannt, übermittelt ein Wirkstoff namens ABA. Was der in den Pflanzen allerdings bewirkt, war unklar. „Das Forschungsfeld war ein Chaos“, analysieren die „Science“-Juroren. Nun aber kam das, was sie einen Durchbruch nennen: Als Empfänger für das ABA-Signal konnten deutsche und amerikanische Forscher Proteinstrukturen auf der Zelloberfläche mit der Bezeichnung PYR/PYL/RCAR identifizieren. Wieder hatte das Universum eines seiner Rätsel preisgeben müssen. Noch dazu kein unwesentliches. Denn wie sich mittlerweile herausstellte, existiert die ABA-PYR/PYL/RCAR-Kommunikationsschiene in unzähligen Pflanzenarten. Möglich, dass die Forscher mit ihrem neuen Wissen dereinst widerstandsfähigere Pflanzen züchten können.
Spektakulärer – wenn auch vergleichsweise zweckfrei – ist ein weiteres Ereignis, das die „Science“-Jury als „Durchbruch“ feiert: die Renovierung des Weltraumteleskops Hubble. Im Mai absolvierten Spaceshuttle-Astronauten insgesamt elf, teils riskante Außenbord-Einsätze, um die Bildqualität des 19 Jahre alten und arg ramponierten Observatoriums nachzuschärfen. Sie reparierten alte und montierten neue Sensoren, sodass Hubble jetzt noch spektakulärere Einblicke in die hintersten Winkel des Universums liefert. Stolz präsentierte die Hubble-Bodenmannschaft im September Aufnahmen etwa des Schmetterlings-Nebels sowie der Spiralgalaxie M83. Aus den Bildern wollen die Wissenschafter neue Aufschlüsse über die Entstehung von Sternen im Zentrum von Galaxien herauslesen.
Wichtiger als die von „Science“ so gelobten neuen Bilder ist jedoch der Symbolwert der Aktion: Die NASA hatte bereits geplant, das schlingernde Teleskop aus seinem Orbit zu holen und im Ozean zu versenken. Lobbyisten der Flug- und Raumfahrtindustrie drängen zu stets neuen, teureren Missionen, die billige Service-Mission war auf dem Weg dorthin ein Stolperstein. Dass sich im Gezerre um das schrumpfende NASA-Budget dann doch die vergleichsweise schwache Fraktion der Wissenschafter durchgesetzt hat, gilt unter Beobachtern als Sensation für sich.
Lebensverlängerung. Mehr Einfluss auf das menschliche Leben könnten zwei „Durchbrüche“ aus den Labors der Bio-Mediziner haben.
Erstmals haben US-Forscher im vergangenen Jahr nachgewiesen, dass der Wirkstoff Rampamycin tatsächlich das Leben von Säugetieren verlängern kann. Zum Beweis hatten sie Mäuse mit der Substanz gefüttert, die bereits 600 Tage alt waren. Diese Tiere gelten als vergleichbar mit rund 60 Jahre alten Menschen. Wie sich zeigte, stieg die Lebenserwartung der Nager um neun bis 14 Prozent. Dabei schienen die Tiere einen völlig artgemäßen Lebensabend zu verbringen: Sie erkrankten an den üblichen Mauskrankheiten und starben schließlich auch daran – nur eben erst ein wenig später. Deshalb ist bisher auch völlig unklar, wie die Substanz wirkt. Die ersten Einsichten bringen mehr neue Fragen als Antworten. Denn es stellte sich heraus, dass Rampamycin ganz grundlegende Prozesse wie die Protein-Synthese oder die Zellteilung beeinflusst.
Spektakulärer – wenn auch vergleichsweise zweckfrei – ist ein weiteres Ereignis, das die „Science“-Jury als „Durchbruch“ feiert: die Renovierung des Weltraumteleskops Hubble. Im Mai absolvierten Spaceshuttle-Astronauten insgesamt elf, teils riskante Außenbord-Einsätze, um die Bildqualität des 19 Jahre alten und arg ramponierten Observatoriums nachzuschärfen. Sie reparierten alte und montierten neue Sensoren, sodass Hubble jetzt noch spektakulärere Einblicke in die hintersten Winkel des Universums liefert. Stolz präsentierte die Hubble-Bodenmannschaft im September Aufnahmen etwa des Schmetterlings-Nebels sowie der Spiralgalaxie M83. Aus den Bildern wollen die Wissenschafter neue Aufschlüsse über die Entstehung von Sternen im Zentrum von Galaxien herauslesen.
Wichtiger als die von „Science“ so gelobten neuen Bilder ist jedoch der Symbolwert der Aktion: Die NASA hatte bereits geplant, das schlingernde Teleskop aus seinem Orbit zu holen und im Ozean zu versenken. Lobbyisten der Flug- und Raumfahrtindustrie drängen zu stets neuen, teureren Missionen, die billige Service-Mission war auf dem Weg dorthin ein Stolperstein. Dass sich im Gezerre um das schrumpfende NASA-Budget dann doch die vergleichsweise schwache Fraktion der Wissenschafter durchgesetzt hat, gilt unter Beobachtern als Sensation für sich.
Lebensverlängerung. Mehr Einfluss auf das menschliche Leben könnten zwei „Durchbrüche“ aus den Labors der Bio-Mediziner haben.
Erstmals haben US-Forscher im vergangenen Jahr nachgewiesen, dass der Wirkstoff Rampamycin tatsächlich das Leben von Säugetieren verlängern kann. Zum Beweis hatten sie Mäuse mit der Substanz gefüttert, die bereits 600 Tage alt waren. Diese Tiere gelten als vergleichbar mit rund 60 Jahre alten Menschen. Wie sich zeigte, stieg die Lebenserwartung der Nager um neun bis 14 Prozent. Dabei schienen die Tiere einen völlig artgemäßen Lebensabend zu verbringen: Sie erkrankten an den üblichen Mauskrankheiten und starben schließlich auch daran – nur eben erst ein wenig später. Deshalb ist bisher auch völlig unklar, wie die Substanz wirkt. Die ersten Einsichten bringen mehr neue Fragen als Antworten. Denn es stellte sich heraus, dass Rampamycin ganz grundlegende Prozesse wie die Protein-Synthese oder die Zellteilung beeinflusst.
Samstag, 26. Dezember 2009
Multiversum
Leonard Susskind, Jahrgang 1940, Physikprofessor an der Stanford University in Kalifornien, ist einer von denen, die diesen Traum wahrmachen wollten. Susskind zog aus, eine allumfassende Theorie zu finden - die Weltformel. In den Achtzigerjahren glaubte er, den Schlüssel gefunden zu haben: die Stringtheorie, die Elementarteilchen als winzige vibrierende Saiten (Strings) beschreibt.
Dann jedoch zeigte sich, dass die Stringtheorie nicht eine einzige Weltformel liefert, sondern unüberschaubar viele. Vor einigen Jahren dämmerte Susskind, dass es sich vielleicht genau so gehört: Es kann keine eindeutige Weltformel geben, weil es nicht nur eine Welt gibt. Jede Lösung der Stringtheorie beschreibt womöglich ein reales Universum - mit eigenen Naturgesetzen und Naturkonstanten, einer eigenen Geschichte und einer eigenen Zukunft. In einigen Universen ist die Gravitationskraft so stark, dass diese Welten innerhalb kurzer Zeit wieder in sich zusammenstürzen, andere existieren ewig, bleiben aber leer, wieder andere bringen Sterne hervor, aber keine Planeten wie die Erde. Und unser eigenes Universum hatte genau die richtigen Naturgesetze, um 14 Milliarden Jahre nach dem Urknall intelligente Menschen hervorzubringen, die sich über den Ursprung des Universums den Kopf zerbrechen.
Die uralte Grundfrage - Warum ist die Welt so, wie sie ist? - erhält im Multiversum eine ganz einfache Antwort: Unsere Welt ist nur eine von unzählig vielen anderen Welten, die zum Teil ganz anders beschaffen sind, zum Teil unserer ähneln. Unser Universum ist statistische Normalität. So normal wie ein Sechser im Lotto, wenn nur genug Leute mitspielen. Susskinds Szenario ähnelte auffallend dem Blasen-Multiversum von Alexander Vilenkin. Statt an die Weltformel glaubt Susskind nun an das Multiversum. "In hundert Jahren", prophezeit er, "werden Philosophen und Physiker wehmütig auf die Gegenwart zurückblicken und sich an ein Goldenes Zeitalter erinnern, in dem die kleinbürgerlich enge Vorstellung vom Universum des 20. Jahrhunderts einem größeren und besseren Megaversum mit einer Landschaft von Schwindel erregenden Ausmaßen Platz machte."
Susskind und Vilenkin kommen aus unterschiedlichen Teilgebieten der Physik, beide sind beim Multiversum gelandet. Die Wege kreuzen sich - das ist ein Grund, warum die Theorie derzeit so heftig diskutiert wird. Der zweite Grund: Die Theorie vom Multiversum grenzt an Science-Fiction. "Ich halte den Ansatz für gefährlich", sagt Paul Steinhardt von der Princeton University. Die Theorie sei zu spekulativ, "die Wissenschaft käme zu einem deprimierenden Ende". Wer das Multiversum akzeptiert, opfere hehre Ideale der Wissenschaft, vor allem die Forderung nach Überprüfbarkeit in Experimenten.
Sehnsucht nach fremden Welten
Denn die Paralleluniversen sind unzugänglich für direkte Beobachtungen. Lichtstrahlen können nicht von einem Universum ins andere gelangen. Darf ein Naturwissenschaftler trotzdem über sie reden? Die Frage entzweit die Physiker.
Das Multiversum wird sich nicht leichter durchsetzen als einst das kopernikanische Weltbild. Bisher ist die These, dass es da draußen andere Universen gibt, lediglich ein sich verdichtender Verdacht. Nur wenn er wenigstens in einigen Punkten empirischen Tests standhält, werden wir die Fortsetzung der kopernikanischen Revolution erleben. Aber schon jetzt zeichnet sich eine Parallele zur Situation vor 500 Jahren ab: Kopernikus hat das heliozentrische Weltbild nicht erfunden, sondern ihm nur zu seinem Recht verholfen. Andere hatten es vor ihm gedacht. Ähnlich ist es mit dem Multiversum.
Schon im ersten Jahrhundert vor Christus prophezeite der römische Dichter Lukrez, dass "Himmel, Erde und Meer, auch Sonne und Mond in Unzahl vorhanden sind". Im 13. Jahrhundert debattierten Kleriker und Gelehrte die Frage, ob ein christlicher Gott unendlich viele Welten geschaffen haben könne. Immanuel Kant sinnierte ganz selbstverständlich über Welteninseln weit draußen im Kosmos. Ideen von Multiversen finden sich heute in den Werken berühmter Schriftsteller wie Vladimir Nabokov und Jorge Luis Borges. Seit jeher denken Menschen mit Schaudern und Sehnsucht an fremde Welten. Unsere Zeit könnte die sein, in der sich die Phantasie als Wirklichkeit erweist.
(Dieser Text ist ein Auszug aus dem Buch "Die verrückte Welt der Paralleluniversen", das vor kurzem im Piper-Verlag erschienen ist)
Dann jedoch zeigte sich, dass die Stringtheorie nicht eine einzige Weltformel liefert, sondern unüberschaubar viele. Vor einigen Jahren dämmerte Susskind, dass es sich vielleicht genau so gehört: Es kann keine eindeutige Weltformel geben, weil es nicht nur eine Welt gibt. Jede Lösung der Stringtheorie beschreibt womöglich ein reales Universum - mit eigenen Naturgesetzen und Naturkonstanten, einer eigenen Geschichte und einer eigenen Zukunft. In einigen Universen ist die Gravitationskraft so stark, dass diese Welten innerhalb kurzer Zeit wieder in sich zusammenstürzen, andere existieren ewig, bleiben aber leer, wieder andere bringen Sterne hervor, aber keine Planeten wie die Erde. Und unser eigenes Universum hatte genau die richtigen Naturgesetze, um 14 Milliarden Jahre nach dem Urknall intelligente Menschen hervorzubringen, die sich über den Ursprung des Universums den Kopf zerbrechen.
Die uralte Grundfrage - Warum ist die Welt so, wie sie ist? - erhält im Multiversum eine ganz einfache Antwort: Unsere Welt ist nur eine von unzählig vielen anderen Welten, die zum Teil ganz anders beschaffen sind, zum Teil unserer ähneln. Unser Universum ist statistische Normalität. So normal wie ein Sechser im Lotto, wenn nur genug Leute mitspielen. Susskinds Szenario ähnelte auffallend dem Blasen-Multiversum von Alexander Vilenkin. Statt an die Weltformel glaubt Susskind nun an das Multiversum. "In hundert Jahren", prophezeit er, "werden Philosophen und Physiker wehmütig auf die Gegenwart zurückblicken und sich an ein Goldenes Zeitalter erinnern, in dem die kleinbürgerlich enge Vorstellung vom Universum des 20. Jahrhunderts einem größeren und besseren Megaversum mit einer Landschaft von Schwindel erregenden Ausmaßen Platz machte."
Susskind und Vilenkin kommen aus unterschiedlichen Teilgebieten der Physik, beide sind beim Multiversum gelandet. Die Wege kreuzen sich - das ist ein Grund, warum die Theorie derzeit so heftig diskutiert wird. Der zweite Grund: Die Theorie vom Multiversum grenzt an Science-Fiction. "Ich halte den Ansatz für gefährlich", sagt Paul Steinhardt von der Princeton University. Die Theorie sei zu spekulativ, "die Wissenschaft käme zu einem deprimierenden Ende". Wer das Multiversum akzeptiert, opfere hehre Ideale der Wissenschaft, vor allem die Forderung nach Überprüfbarkeit in Experimenten.
Sehnsucht nach fremden Welten
Denn die Paralleluniversen sind unzugänglich für direkte Beobachtungen. Lichtstrahlen können nicht von einem Universum ins andere gelangen. Darf ein Naturwissenschaftler trotzdem über sie reden? Die Frage entzweit die Physiker.
Das Multiversum wird sich nicht leichter durchsetzen als einst das kopernikanische Weltbild. Bisher ist die These, dass es da draußen andere Universen gibt, lediglich ein sich verdichtender Verdacht. Nur wenn er wenigstens in einigen Punkten empirischen Tests standhält, werden wir die Fortsetzung der kopernikanischen Revolution erleben. Aber schon jetzt zeichnet sich eine Parallele zur Situation vor 500 Jahren ab: Kopernikus hat das heliozentrische Weltbild nicht erfunden, sondern ihm nur zu seinem Recht verholfen. Andere hatten es vor ihm gedacht. Ähnlich ist es mit dem Multiversum.
Schon im ersten Jahrhundert vor Christus prophezeite der römische Dichter Lukrez, dass "Himmel, Erde und Meer, auch Sonne und Mond in Unzahl vorhanden sind". Im 13. Jahrhundert debattierten Kleriker und Gelehrte die Frage, ob ein christlicher Gott unendlich viele Welten geschaffen haben könne. Immanuel Kant sinnierte ganz selbstverständlich über Welteninseln weit draußen im Kosmos. Ideen von Multiversen finden sich heute in den Werken berühmter Schriftsteller wie Vladimir Nabokov und Jorge Luis Borges. Seit jeher denken Menschen mit Schaudern und Sehnsucht an fremde Welten. Unsere Zeit könnte die sein, in der sich die Phantasie als Wirklichkeit erweist.
(Dieser Text ist ein Auszug aus dem Buch "Die verrückte Welt der Paralleluniversen", das vor kurzem im Piper-Verlag erschienen ist)
Freitag, 25. Dezember 2009
Ohrwürmer
Der Stoff wird dabei in der von Oliver Sacks gewohnten Weise sowohl wissenschaftlich korrekt als auch unterhaltend dargestellt. Bei seinen Streifzügen durch die Welt der Krankheiten, die die Fähigkeit betreffen, Musik wahrzunehmen oder auszuüben, beleuchtet er unter anderem Themen wie absolutes Gehör, Ohrwürmer, Synästhesie, akustische Wahrnehmungsstörungen oder Halluzinationen, wobei er auch eigene Erfahrungen einfließen lässt. Viele der in dem Buch beschriebenen Erscheinungen stehen im Zusammenhang mit anderen Erkrankungen, wie zum Beispiel Epilepsie, Alzheimer-Erkrankung oder Blindheit. Bei den beschriebenen Patienten handelt es sich teilweise um musikalische Laien, teilweise aber auch um professionelle Interpreten und Komponisten, deren Krankheiten teilweise drastische Auswirkungen auf ihre berufliche Tätigkeit oder ihren Alltag haben.
"like me" Framework
Fig. 1. ‘Like me’ developmental framework
2.1. Component a: action representation
2.2. Component b: first-person experience
2.3. Component c: understanding other intentional agents
3. Experiment 1: learning tool-use by observing others
3.1. Background
3.2. Empirics
3.3. Implications for theory
4. Experiment 2: understanding others as intentional agents
4.1. Background
4.2. Empirics
4.2.1. Developmental changes in inferences about others’ intentional acts
4.2.2. Persistence and emotions as markers of infants’ intention
4.3. Implications for theory
5. Experiment 3: treating intentional agents as a cause—a call to action
5.1. Background
5.2. Empirics
5.3. Implications for theory
6. Experiment 4: learning acts by perception and strengthening memory by production
6.1. Background
6.2. Empirics
6.2.1. The power of perception
6.2.2. The power of production
6.3. Implications for theory
7. The representation of action in infancy
7.1. A proposal about early action representation
7.2. Analysis of supramodal representation
7.3. Connections among developmental science, cognitive psychology, and neuroscience
2.1. Component a: action representation
2.2. Component b: first-person experience
2.3. Component c: understanding other intentional agents
3. Experiment 1: learning tool-use by observing others
3.1. Background
3.2. Empirics
3.3. Implications for theory
4. Experiment 2: understanding others as intentional agents
4.1. Background
4.2. Empirics
4.2.1. Developmental changes in inferences about others’ intentional acts
4.2.2. Persistence and emotions as markers of infants’ intention
4.3. Implications for theory
5. Experiment 3: treating intentional agents as a cause—a call to action
5.1. Background
5.2. Empirics
5.3. Implications for theory
6. Experiment 4: learning acts by perception and strengthening memory by production
6.1. Background
6.2. Empirics
6.2.1. The power of perception
6.2.2. The power of production
6.3. Implications for theory
7. The representation of action in infancy
7.1. A proposal about early action representation
7.2. Analysis of supramodal representation
7.3. Connections among developmental science, cognitive psychology, and neuroscience
Window into the structure of mind - Wilson, Woodward
The authors argue that imitation is a flexible and adaptive learning mechanism in that children do not always reproduce all of the details they can from a demonstration. Instead, they vary their replications depending on their interpretation of the situation. Specifically, the authors propose that when children do not understand the overall reason for a model's behavior, they will be more likely to imitate precisely. By copying conservatively in these situations, children may have a good chance of reproducing the action of the model correctly. In contrast, when the reason for an action is clear, children will be more likely to deviate from the manners and flourishes of the model and use their own means to complete the action.
Donnerstag, 24. Dezember 2009
FALTER-haft
1 Clint Eastwood: Gran Torino Warner Bros. Der alte Mann und Detroit: einsame Menschwerdung im Moment der Erlösung
2 Maren Ade: Alle anderen Polyfilm Kreativarbeiter auf Urlaub: Beziehungskleinkrieg und Klassendünkel, brillant gespielt
3 Arnaud Desplechin: Un conte de Noël Filmladen Kein Weihnachtsmärchen, aber ein Traum von einem Film. Und mittendrin: Catherine Deneuve!
4 Michael Haneke: Das weiße Band Filmladen Eine deutsche Kindergeschichte von 1913/14 als Glücksfall für das Kino von heute
5 Christian Petzold: Jerichow Stadtkino Neo-noir aus der deutschen Arbeitswelt: ein tod-schön-trauriges Märchen um Liebe und Geld
6 Azazel Jacobs: Momma’s Man Stadtkino New Yorker Nesthockerkomödie: Allein schon Ken Jacobs’ Wohnhöhle ist als Setting ein Traum
7 Philippe Garrel: La frontière de l’aube Stadtkino Der Fotograf und das Mädchen: brillante Amour fou in schwarzweißer Dämmerung
2 Maren Ade: Alle anderen Polyfilm Kreativarbeiter auf Urlaub: Beziehungskleinkrieg und Klassendünkel, brillant gespielt
3 Arnaud Desplechin: Un conte de Noël Filmladen Kein Weihnachtsmärchen, aber ein Traum von einem Film. Und mittendrin: Catherine Deneuve!
4 Michael Haneke: Das weiße Band Filmladen Eine deutsche Kindergeschichte von 1913/14 als Glücksfall für das Kino von heute
5 Christian Petzold: Jerichow Stadtkino Neo-noir aus der deutschen Arbeitswelt: ein tod-schön-trauriges Märchen um Liebe und Geld
6 Azazel Jacobs: Momma’s Man Stadtkino New Yorker Nesthockerkomödie: Allein schon Ken Jacobs’ Wohnhöhle ist als Setting ein Traum
7 Philippe Garrel: La frontière de l’aube Stadtkino Der Fotograf und das Mädchen: brillante Amour fou in schwarzweißer Dämmerung
Parallelen zu 30er Jahren
Es gibt eine kleine Parallele zu den Dreißigerjahren. Ich habe das miterlebt: Da kommt jemand, der behauptet, er wisse über alles Bescheid, er könne für alles eine Lösung finden. Aber wenn man sich konkret die Strache-Leute anschaut, dann haben sie nicht nur keine Lösungen, sondern verhalten sich, sobald sie an der Schüssel sind, auch genauso wie die, die sie kritisieren. Ziemlich erschüttert hat mich, dass im Vorjahr der überwiegende Teil der SPÖ Martin Graf zum Nationalratspräsidenten mitgewählt hat. Oder dass die Winter in Graz kandidiert hat (Susanne Winter, die FPÖ-Spitzenkandidatin bei den Gemeinderatswahlen 2008, Anm.), und was sie über den Islam gesagt hat. Jetzt sitzt sie im Nationalrat. Das hat auf die jungen Menschen schon eine Auswirkung, so werden die Rechten salonfähig gemacht.
Veränderungen
Im Verständnis der Schöpfer des I Ging ist die Welt ein nach bestimmten Gesetzen ablaufendes Ganzes, dessen Formen aus der permanenten Wandlung der beiden polaren Urkräfte entstehen. Die Grundprinzipien sind das Schöpferische (Bild Nr. 1, = Himmel, Licht, Festes, yang, ...) und das Empfangende (Bild Nr. 2, = Erde, Dunkel, Weiches, yin, ...). Alle Weltsituationen bestehen aus je einer spezifischen Yin-Yang-Mischung. Das Schöpferische ist immer stark, ohne Mühe, und zeigt daher das Leichte, das Empfangende ist immer nachgiebig und zeigt daher das Einfache. Ihr Zusammenwirken ist das eigentliche Geheimnis der Wandlungen und ihre Ursache. Yin und Yang („Tai Chi“) haben ihrerseits ihren Ursprung im Dao („Wuji“), dem „Weg“, dem Wandel oder der Form, nach der sich die Dinge bewegen.
Die 64 Bilder oder Zeichen leiten sich von Hexagrammen ab und sind sozusagen Abbilder von göttlichen Ideen, von in den Dingen erscheinenden Grund-Konstellationen der lichten, himmlischen Kraft yang und der dunklen, irdischen Kraft yin. Im I Ging ist "eine Zusammenordnung der Situationen des Lebens in all seinen Schichten, persönlichen sowohl wie kollektiven, und in all seiner Ausbreitung versucht."[1].
Die 64 Bilder oder Zeichen leiten sich von Hexagrammen ab und sind sozusagen Abbilder von göttlichen Ideen, von in den Dingen erscheinenden Grund-Konstellationen der lichten, himmlischen Kraft yang und der dunklen, irdischen Kraft yin. Im I Ging ist "eine Zusammenordnung der Situationen des Lebens in all seinen Schichten, persönlichen sowohl wie kollektiven, und in all seiner Ausbreitung versucht."[1].
So betrog die Hypo Kärnten
profil hat nachgerechnet: Allein in den vergangenen zehn Jahren kassierte das Land aus dem Hypo-Alpe-Adria-Komplex fast 970 Millionen Euro – aus Dividenden, Haftungsprovisionen und Anteilsverkäufen. Umgekehrt hat die Landesregierung seit 1991, dem Jahr der Gründung der Hypo in ihrer heutigen Rechtsform, nie auch nur einen Cent in die Bank investiert. Das Kreditinstitut musste sein Eigenkapital bis zum jüngsten Fast-Kollaps stets auf anderem Wege aufpolstern. Die Grazer Wechselseitige sprang zweimal ein (1992 und 1998), einmal die Mitarbeiterstiftung (2005), die ominöse Investorengruppe um Tilo Berlin zeichnete zweimal (2006, 2007), die Bayerische Landesbank half ebenfalls zweimal aus (2007, 2008), die Republik Ende des Vorjahrs einmal – das Land Kärnten dagegen kein Mal.
Den mit Abstand größten Brocken spielte der Verkauf an die BayernLB 2007 ein, der 809 Millionen Euro einbrachte. Aus Hypo-Dividenden flossen dem Landesbudget seit 2000 rund 40 Millionen Euro zu.
Erklärungsbedarf hat die Landespolitik nun aber vor allem für jene Zuwendungen, die seit Jahren unter dem Titel „Haftungsprovisionen“ im Haushalt verbucht wurden. Wie ausführlich berichtet, bürgt das Land im Wege einer so genannten Ausfallshaftung noch bis 30. September 2017 für den weitaus größten Teil der Hypo-Verbindlichkeiten im Ausmaß von bis zu 18 Milliarden Euro. Eine Summe, die Kärnten, wäre sie tatsächlich schlagend geworden, niemals hätte stemmen können. Was den damaligen Landeshauptmann Haider offenbar nicht daran hinderte, genau dafür Unsummen aus der Bank zu quetschen.
Den mit Abstand größten Brocken spielte der Verkauf an die BayernLB 2007 ein, der 809 Millionen Euro einbrachte. Aus Hypo-Dividenden flossen dem Landesbudget seit 2000 rund 40 Millionen Euro zu.
Erklärungsbedarf hat die Landespolitik nun aber vor allem für jene Zuwendungen, die seit Jahren unter dem Titel „Haftungsprovisionen“ im Haushalt verbucht wurden. Wie ausführlich berichtet, bürgt das Land im Wege einer so genannten Ausfallshaftung noch bis 30. September 2017 für den weitaus größten Teil der Hypo-Verbindlichkeiten im Ausmaß von bis zu 18 Milliarden Euro. Eine Summe, die Kärnten, wäre sie tatsächlich schlagend geworden, niemals hätte stemmen können. Was den damaligen Landeshauptmann Haider offenbar nicht daran hinderte, genau dafür Unsummen aus der Bank zu quetschen.
Langauge Teaching
Language teaching at university may seem to be flourishing - many students take up the option of an extra module in a foreign language, to add to their skill-base. The thriving of language courses is largely due to the increased implementation of instrumental values in higher education, which regards language learning as a skill rather than as a creative medium to inform students' understanding of society. In this paper I trace the roots of these two dominant educational philosophies and I examine the place that language teaching occupies within them, relating this to the methodologies employed within these contexts. I argue that the opposing views both have a limited view on language teaching - one as a tool for providing access to esteemed canonical products and the other to provide a pragmatic application. Whilst the liberal humanist paradigm still influences language teaching at some institutions, the language debate in other institutions has been dominated by instrumental values. I argue that neither of these approaches to language teaching alone allow for a critical and deep understanding of how language functions within society now. I also argue for recognising language as a means of expressing individuality. Finally, I touch on the possibilities of an integrated approach within these two opposing paradigms.
Dienstag, 22. Dezember 2009
Sehen = Erinnern (Maas, GRAZ)
It is currently not known how distributed neuronal responses in early visual areas carry stimulus-related information. We made multielectrode recordings from cat primary visual cortex and applied methods from machine learning in order to analyze the temporal evolution of stimulus-related information in the spiking activity of large ensembles of around 100 neurons. We used sequences of up to three different visual stimuli (letters of the alphabet) presented for 100 ms and with intervals of 100 ms or larger. Most of the information about visual stimuli extractable by sophisticated methods of machine learning, i.e., support vector machines with nonlinear kernel functions, was also extractable by simple linear classification such as can be achieved by individual neurons. New stimuli did not erase information about previous stimuli. The responses to the most recent stimulus contained about equal amounts of information about both this and the preceding stimulus. This information was encoded both in the discharge rates (response amplitudes) of the ensemble of neurons and, when using short time constants for integration (e.g., 20 ms), in the precise timing of individual spikes (≤~20 ms), and persisted for several 100 ms beyond the offset of stimuli. The results indicate that the network from which we recorded is endowed with fading memory and is capable of performing online computations utilizing information about temporally sequential stimuli. This result challenges models assuming frame-by-frame analyses of sequential inputs.
Author Summary Top
Researchers usually assume that neuronal responses carry primarily information about the stimulus that evoked these responses. We show here that, when multiple images are shown in a fast sequence, the response to an image contains as much information about the preceding image as about the current one. Importantly, this memory capacity extends only to the most recent stimulus in the sequence. The effect can be explained only partly by adaptation of neuronal responses. These discoveries were made with the help of novel methods for analyzing high-dimensional data obtained by recording the responses of many neurons (e.g., 100) in parallel. The methods enabled us to study the information contents of neural activity as accessible to neurons in the cortex, i.e., by collecting information only over short time intervals. This one-back memory has properties similar to the iconic storage of visual information—which is a detailed image of the visual scene that stays for a short while (<1 s) when we close our eyes. Thus, one-back memory may be the neural foundation of iconic memory. Our results are consistent with recent detailed computer simulations of local cortical networks of neurons (“generic cortical microcircuits”), which suggested that integration of information over time is a fundamental computational operation of these networks.
Citation: Nikolić D, Häusler S, Singer W, Maass W (2009) Distributed Fading Memory for Stimulus Properties in the Primary Visual Cortex. PLoS Biol 7(12): e1000260. doi:10.1371/journal.pbio.1000260
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Researchers usually assume that neuronal responses carry primarily information about the stimulus that evoked these responses. We show here that, when multiple images are shown in a fast sequence, the response to an image contains as much information about the preceding image as about the current one. Importantly, this memory capacity extends only to the most recent stimulus in the sequence. The effect can be explained only partly by adaptation of neuronal responses. These discoveries were made with the help of novel methods for analyzing high-dimensional data obtained by recording the responses of many neurons (e.g., 100) in parallel. The methods enabled us to study the information contents of neural activity as accessible to neurons in the cortex, i.e., by collecting information only over short time intervals. This one-back memory has properties similar to the iconic storage of visual information—which is a detailed image of the visual scene that stays for a short while (<1 s) when we close our eyes. Thus, one-back memory may be the neural foundation of iconic memory. Our results are consistent with recent detailed computer simulations of local cortical networks of neurons (“generic cortical microcircuits”), which suggested that integration of information over time is a fundamental computational operation of these networks.
Citation: Nikolić D, Häusler S, Singer W, Maass W (2009) Distributed Fading Memory for Stimulus Properties in the Primary Visual Cortex. PLoS Biol 7(12): e1000260. doi:10.1371/journal.pbio.1000260
Donnerstag, 17. Dezember 2009
Mittwoch, 16. Dezember 2009
Reproduktion von Ungleichheit
Da gibt es nichts zu beschönigen: Obwohl es in den vergangenen drei Jahrzehnten gelang, bei der Forschungsquote an die Weltspitze anzuschließen, hat sich die Akademikerquote im gleichen Zeitraum nur marginal verbessert. Der OECD-Durchschnitt liegt bei 28 Prozent; der EU-Schnitt beträgt 24 Prozent. Besonders negativ fällt Österreich im Generationenvergleich auf: 2007 hatten 18 Prozent der 25- bis 44-Jährigen einen tertiären Bildungsabschluss; bei den Jüngeren – 25 bis 34 Jahre – sah es mit 19 Prozent nicht viel besser aus. In den meisten Ländern gibt es unter den Jüngeren deutlich mehr Akademiker als unter den Älteren. Der Befund sei „erschreckend“, sagt Campbell. Vor allem klein- und mittelständische Unternehmen könnten nicht an internationale Forschungen andocken, wenn es an Akademikern fehlt. Die Gründe für den Missstand sind nicht ausreichend erforscht. Eine Erklärung liefert der dänische Soziologe Gosta Esping-Andersen, dem zufolge konservative Wohlfahrtsregime zwar Härtefälle des Lebens abfedern, aber – im Unterschied zu den universalistischen skandinavischen Modellen – gesellschaftliche Ungleichheiten reproduzieren. Tatsächlich erreichen Kinder aus benachteiligten Familien in Österreich seltener einen akademischen Titel als Kinder aus sozial bessergestellten.
Sonntag, 13. Dezember 2009
Kloeckner
Hamburg (aktiencheck.de AG) - Der Analyst von SRH AlsterResearch, Claudius Schmidt, stuft die Aktie von Klöckner & Co (ISIN DE000KC01000/ WKN KC0100) unverändert mit dem Rating "kaufen" ein.
Klöckner & Co habe den Worten Taten folgen lassen. "Wir fürchten nicht die Finanzkrise, sondern wir bauen unseren Marktanteil aus", habe der am 1. November zum Vorstandschef aufgerückte CFO Gisbert Rühl erklärt. Mit der in die Wege geleiteten Akquisition der Becker Stahl Service Group aus Unna-Bönen sei Klöckner & Co ein großer Wurf gelungen. Er stelle die größte Bereicherung des Firmenportfolios seit dem Börsengang dar.
Becker sei ein Zurichter für Flachstahl (Band, Blech und Feinblech), der auf der Abnehmerseite international aufgestellt sei und eine Verarbeitungskapazität von über 1 Mio. Tonnen jährlich für alle Materialstärken aufweise. Becker habe im abgelaufenen Geschäftsjahr 2008/2009 (30.9.) rund 600 Mio. EUR Umsatz mit ansehnlichen EBITDA-Margen erzielt. Klöckner & Co stärke damit seinen Gesamtumsatz um etwa 15%, vor allem seine Position im Bereich Automotive, wo Becker rund 360 Mio. EUR umsetze.
Zugleich werde die Verhandlungsposition gegenüber den Stahlproduzenten enorm verbessert, die Synergieeffekte würden zu einer höheren Lagerumschlagshäufigkeit führen, das Working Capital der Gruppe könne auch in einem signifikanten Konjunkturaufschwung vergleichsweise niedrig gehalten werden, und Klöckner & Co katapultiere sich durch den Erwerb des größten und modernsten Stahl Service Centers (SSC) auf die führende Position in der EU im Bereich Bleche.
Klöckner & Co habe den Worten Taten folgen lassen. "Wir fürchten nicht die Finanzkrise, sondern wir bauen unseren Marktanteil aus", habe der am 1. November zum Vorstandschef aufgerückte CFO Gisbert Rühl erklärt. Mit der in die Wege geleiteten Akquisition der Becker Stahl Service Group aus Unna-Bönen sei Klöckner & Co ein großer Wurf gelungen. Er stelle die größte Bereicherung des Firmenportfolios seit dem Börsengang dar.
Becker sei ein Zurichter für Flachstahl (Band, Blech und Feinblech), der auf der Abnehmerseite international aufgestellt sei und eine Verarbeitungskapazität von über 1 Mio. Tonnen jährlich für alle Materialstärken aufweise. Becker habe im abgelaufenen Geschäftsjahr 2008/2009 (30.9.) rund 600 Mio. EUR Umsatz mit ansehnlichen EBITDA-Margen erzielt. Klöckner & Co stärke damit seinen Gesamtumsatz um etwa 15%, vor allem seine Position im Bereich Automotive, wo Becker rund 360 Mio. EUR umsetze.
Zugleich werde die Verhandlungsposition gegenüber den Stahlproduzenten enorm verbessert, die Synergieeffekte würden zu einer höheren Lagerumschlagshäufigkeit führen, das Working Capital der Gruppe könne auch in einem signifikanten Konjunkturaufschwung vergleichsweise niedrig gehalten werden, und Klöckner & Co katapultiere sich durch den Erwerb des größten und modernsten Stahl Service Centers (SSC) auf die führende Position in der EU im Bereich Bleche.
Samstag, 12. Dezember 2009
HYPO-Landes-Spezis
Die gleiche Forderung gilt hinsichtlich der dubiosen Vorgänge beim Verkauf der Hypo an die Bayrische Landesbank. Was wissen wir dazu heute schon? "Investmentbanker" Tilo Berlin, verheiratet in die Familie Goess, hat einen "Deal" eingefädelt. Gewinn: ca. 160 Mio. Euro! Er hat für eine Gruppe gehandelt, die sich den Gewinn geteilt hat. Da war kein BZÖ-Fußvolk mehr dabei, nur noch "Leistungsträger" und Kapitalvertreter (z. B. Veit Sorger, Präsident der Industriellenvereinigung; Herbert Koch, Eigentümer von Kika und Ex-Aufsichtsratsvorsitzender der Hypo; die Flick-Stiftung, heute vertreten durch Wolfgang Kulterer; Michael Gröller, ein ehemaliger Generaldirektor von Mayr-Melnhof). Logischerweise bedurfte es aber auch der Mitwirkung der Entscheidungsträger der Alteigentümer (am Anfang zu fast gleichen Teilen das Land und die Grazer Wechselseitige Versicherung (Grawe).
Tatsache ist auch, dass Herr Berlin seit vielen Jahren mit Werner Schmidt, dem damaligen Generaldirektor der Bayerischen Landesbank, eng bekannt war. Das gilt übrigens auch für Herrn Kulterer, der Schmidt um 2001 als Konsulent für die Hypo beschäftigte
Tatsache ist auch, dass Herr Berlin seit vielen Jahren mit Werner Schmidt, dem damaligen Generaldirektor der Bayerischen Landesbank, eng bekannt war. Das gilt übrigens auch für Herrn Kulterer, der Schmidt um 2001 als Konsulent für die Hypo beschäftigte
Steuerbetrug bei Emmissionsrechten
http://www.faz.net/s/RubA5A53ED802AB47C6AFC5F33A9E1AA71F/Doc~E172286FF04B2491DB1061B6A50C49BE5~ATpl~Ecommon~SMed.html
Schweinegrippe
Seit einer Woche werden in den Spitälern die Angehörigen der Gesundheitsberufe gegen die neue H1N1-Influenza geimpft. Ab nächster Woche ist die Normalbevölkerung an der Reihe. Doch die Vorbildwirkung der Ärzte ist nicht gerade enorm. Johann Machula, Betriebsarzt im Wiener AKH mit insgesamt knapp 9000 Beschäftigten, hatte für seine im ganzen Haus bekannt gegebenen Impftermine vergangene Woche zweimal nachmittags geöffnet. Und obwohl er wegen der Erkrankung seines Kollegen allein war, kam er mit dem Ansturm zurecht. „Es war bislang eine bedauernswert geringe Anzahl Impfwilliger hier“, sagt er. Seinen Vorrat von 2400 Impfdosen wird er „bestenfalls zur Hälfte“ verbrauchen können.
In Oberösterreich wollen sich nach einer Erhebung von Landessanitätsdirektor Stefan Meusburger nur 3000 von 55.000 Ärzten, Krankenschwestern, Apothekern und sonstigen Spitalsmitarbeitern impfen lassen. Auch in den anderen Bundesländern sieht es derzeit nicht so aus, als ob die 10-Prozent-Rate übertroffen werden könnte. „Viele Ärzte sehen sich als Versuchskaninchen“, sagt Wilhelm Sedlak, Impfreferent der österreichischen Ärztekammer. „Schuld daran ist die mangelnde Vorbildwirkung der Abteilungsvorstände.“
In Oberösterreich wollen sich nach einer Erhebung von Landessanitätsdirektor Stefan Meusburger nur 3000 von 55.000 Ärzten, Krankenschwestern, Apothekern und sonstigen Spitalsmitarbeitern impfen lassen. Auch in den anderen Bundesländern sieht es derzeit nicht so aus, als ob die 10-Prozent-Rate übertroffen werden könnte. „Viele Ärzte sehen sich als Versuchskaninchen“, sagt Wilhelm Sedlak, Impfreferent der österreichischen Ärztekammer. „Schuld daran ist die mangelnde Vorbildwirkung der Abteilungsvorstände.“
Donnerstag, 10. Dezember 2009
Brain Scan
Wie die Universität Zürich mitteilte, erhöhte sich bei Wortbrechern die Aktivität in Gehirnregionen, die eine wichtige Rolle bei Emotions- und Kontrollprozessen spielen. Das Aktivierungsmuster ließ darauf schließen, dass der Wortbruch einen emotionalen Konflikt auslöst, weil die ehrliche Handlung unterdrückt wird. Die Studie zeigt, dass "verräterische" Muster der Gehirnaktivierung sogar eine Voraussage erlauben, ob jemand sein Versprechen halten wird oder nicht.
Verräterische Gehirnaktivierung
Die Studie "The Neural Circuitry of a Broken Promise" (sobald online) ist im Fachjournal "Neuron" (Bd. 64, S. 756) erschienen.
Die Forscher ließen die Probanden vor dem Spiel angeben, ob sie beabsichtigten, das Geld - das ihnen ihr Mitspieler danach anvertraute - zu behalten oder mit diesem zu teilen. Bei der Abgabe des Versprechens hätten sich eigennützige Spieler, die später das Geld für sich behielten, äußerlich nicht von fairen Probanden unterschieden, sagte Studien-Co-Autor Thomas Baumgartner. Beide Spielertypen versprachen, das Geld zu teilen - und die Wortbrecher zögerten mit ihrem Versprechen nicht länger als jene, die es ehrlich meinten.
Die Gehirnmessungen entlarvten die Wortbrecher allerdings schon zu diesem Zeitpunkt: Die Aktivität in einigen Gehirnarealen habe sich deutlich von denjenigen der fairen Probanden unterschieden, sagte der Neurowissenschaftler. Verändert ist auch ein Teil der Aktivität der Großhirnrinde, der bei körperlichen Empfindungen eine Rolle spielt, wie sie für Lügendetektortests genutzt werden.
Verräterische Gehirnaktivierung
Die Studie "The Neural Circuitry of a Broken Promise" (sobald online) ist im Fachjournal "Neuron" (Bd. 64, S. 756) erschienen.
Die Forscher ließen die Probanden vor dem Spiel angeben, ob sie beabsichtigten, das Geld - das ihnen ihr Mitspieler danach anvertraute - zu behalten oder mit diesem zu teilen. Bei der Abgabe des Versprechens hätten sich eigennützige Spieler, die später das Geld für sich behielten, äußerlich nicht von fairen Probanden unterschieden, sagte Studien-Co-Autor Thomas Baumgartner. Beide Spielertypen versprachen, das Geld zu teilen - und die Wortbrecher zögerten mit ihrem Versprechen nicht länger als jene, die es ehrlich meinten.
Die Gehirnmessungen entlarvten die Wortbrecher allerdings schon zu diesem Zeitpunkt: Die Aktivität in einigen Gehirnarealen habe sich deutlich von denjenigen der fairen Probanden unterschieden, sagte der Neurowissenschaftler. Verändert ist auch ein Teil der Aktivität der Großhirnrinde, der bei körperlichen Empfindungen eine Rolle spielt, wie sie für Lügendetektortests genutzt werden.
o. Ö.Widerstand
Widerstand gegen strengere Luftgrenzwerte
Der Widerstand gegen eine geplante Verschärfung der Luftgrenzwerte wächst. Oberösterreich, Salzburg, Tirol und Vorarlberg sprechen sich gegen die von Umweltminister Nikolaus Berlakovich (ÖVP) vorgelegte Novelle aus.
Tempolimit vom 100 km/h auf allen Autobahnen. Arbeitsplätze gefährdet
Die für 2012 geplante Verschärfung der Grenzwerte für Stickstoffdioxid und Feinstaub gefährde Arbeitsplätze, kritisiert Wirtschaftslandesrat Viktor Sigl (ÖVP) seinen Parteikollegen Berlakovich in Wien.
Sigl habe zwar Verständnis, dass der Umweltminister Gedanken "in jede Richtung des Umweltschutzgedankens" hat, im Vergleich zu anderen Europäischen Ländern könnte es aber zu einem Wettbewerbs- und Standortnachteil kommen.
Der Widerstand gegen eine geplante Verschärfung der Luftgrenzwerte wächst. Oberösterreich, Salzburg, Tirol und Vorarlberg sprechen sich gegen die von Umweltminister Nikolaus Berlakovich (ÖVP) vorgelegte Novelle aus.
Tempolimit vom 100 km/h auf allen Autobahnen. Arbeitsplätze gefährdet
Die für 2012 geplante Verschärfung der Grenzwerte für Stickstoffdioxid und Feinstaub gefährde Arbeitsplätze, kritisiert Wirtschaftslandesrat Viktor Sigl (ÖVP) seinen Parteikollegen Berlakovich in Wien.
Sigl habe zwar Verständnis, dass der Umweltminister Gedanken "in jede Richtung des Umweltschutzgedankens" hat, im Vergleich zu anderen Europäischen Ländern könnte es aber zu einem Wettbewerbs- und Standortnachteil kommen.
Dienstag, 8. Dezember 2009
www.pege.org
Ideas for our planet's survival updated by my friend Roland M. _ write him a recognition
Sonntag, 29. November 2009
Visit F.Aigner II
1. http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Datei:TK_und_Faktorspezifit%C3%A4t.png&filetimestamp=20050502191526 - Transaktionskostentheorie
2. http://www.amazon.de/s/ref=nb_ss?__mk_de_DE=%C5M%C5Z%D5%D1&url=search-alias%3Dstripbooks&field-keywords=schratz&x=14&y=23 - Die Lernende Schule: Arbeitsbuch pädagogische Schulentwicklung
3. http://www.amazon.de/Die-Schule-neu-denken-p%C3%A4dagogischer/dp/3407221193/ref=sr_1_1?ie=UTF8&s=books&qid=1259509236&sr=1-1 - Die Schule neu denken: Eine Übung in pädagogischer Vernunft von Hartmut von Hentig von Beltz
2. http://www.amazon.de/s/ref=nb_ss?__mk_de_DE=%C5M%C5Z%D5%D1&url=search-alias%3Dstripbooks&field-keywords=schratz&x=14&y=23 - Die Lernende Schule: Arbeitsbuch pädagogische Schulentwicklung
3. http://www.amazon.de/Die-Schule-neu-denken-p%C3%A4dagogischer/dp/3407221193/ref=sr_1_1?ie=UTF8&s=books&qid=1259509236&sr=1-1 - Die Schule neu denken: Eine Übung in pädagogischer Vernunft von Hartmut von Hentig von Beltz
Visit F.Aigner
1. Ostrom, Elinor: Governing the Commons. The evolution of institutions for collective action. 1990 Cambridge University Press, Cambridge/New York/Melbourne
2. Willianson, Oliver E.: The Economic Institutions of Capitalism. The Free Press, a division of Macmillan, Inc., New York
2. Willianson, Oliver E.: The Economic Institutions of Capitalism. The Free Press, a division of Macmillan, Inc., New York
Dienstag, 24. November 2009
Robert Strasser - ZIPF -in :Ganze Woche Nr. 18/08
PROBLEM FEUERBRAND & SEINE LÖSUNG
Die (schein)-heilige Pharmaindustrie schüttelte beim ersten Auftreten des Feuerbrands sofort ein Antibiotikum aus dem Ärmel, das auf die Blüten der Äpfel aufgebracht wird, um gegen den Feuerbrand zu wirken. Die Bedenken der Imker sind zu verstehen und ernst zu nehmen. Das Angebot des Landes O.Ö. den verunreinigten Honig aufzukaufen gleicht einem Frevel, wird bedacht, dass Imker in diesem Jahr (2008) fast 1/3der Bienenvölker durch die Varroamilbe verloren haben. Der Feuerbrand gefährdet die Imkerei, und ohne Bienen gibt es keine Bestäubung der Blüten , und somit kein Obst. Die Natur selber hat des Rätsel's Lösung. Bereits zugelassene (aber leider teure) biologische Präparate könne die Bäume stärken und vor dieser Seuche immun machen.
Also zusammenfassend : kein Antibiotikum, Supermärkte sollen inlänisches biologisches Obst anbieten und damit dei Existenz inländischer Bio- Bauern sichern
Die (schein)-heilige Pharmaindustrie schüttelte beim ersten Auftreten des Feuerbrands sofort ein Antibiotikum aus dem Ärmel, das auf die Blüten der Äpfel aufgebracht wird, um gegen den Feuerbrand zu wirken. Die Bedenken der Imker sind zu verstehen und ernst zu nehmen. Das Angebot des Landes O.Ö. den verunreinigten Honig aufzukaufen gleicht einem Frevel, wird bedacht, dass Imker in diesem Jahr (2008) fast 1/3der Bienenvölker durch die Varroamilbe verloren haben. Der Feuerbrand gefährdet die Imkerei, und ohne Bienen gibt es keine Bestäubung der Blüten , und somit kein Obst. Die Natur selber hat des Rätsel's Lösung. Bereits zugelassene (aber leider teure) biologische Präparate könne die Bäume stärken und vor dieser Seuche immun machen.
Also zusammenfassend : kein Antibiotikum, Supermärkte sollen inlänisches biologisches Obst anbieten und damit dei Existenz inländischer Bio- Bauern sichern
Sonntag, 22. November 2009
Über die Krise der Sozialdemokratie - Josef Haslinger
Ich sehe das(i.e., "Das Vaterspiel") als eine Gesamtbobachtung der Partei(SPÖ). Zuletzt wurde einem ja von der Sozialdemokratie nur vermittelt, dass ein Trottel ist, wer nicht bei Aktienspekulationen mitmacht. Die Bevölkerung wurde regelrecht darauf eingestimmt. Über hundert Jahre hinweg war es eine Selbstverständlichkeit, dass die Kinder von Sozis ebenfalls Sozis waren Als dann – beginnend mit Kreisky – die Sozialdemokratie gesiegt hatte, brach schon ein Teil der Jugend weg. Der gesellschaftliche Auftrag der Bewegung schien erfüllt, es gab keine Visionen mehr, wofür die Bewegung stehen sollte. So ist die Partei langsam zerbröselt.
Heutige Weltkunst - Friedrich v. Logau
http://www.youtube.com/watch?v=VIPMaUvEj3g
Der Frühling ist zwaar schön,
doch wenn der Herbst nicht wär,
wäre zwar das Auge satt der Magen aber leer.
Der Frühling ist zwaar schön,
doch wenn der Herbst nicht wär,
wäre zwar das Auge satt der Magen aber leer.
Mittwoch, 18. November 2009
Bevölkerungswachstum und Klima
„Das Bevölkerungswachstum der Vergangenheit ist für rund 50 Prozent der CO2-Emissionen verantwortlich“, heißt es im Weltbevölkerungsbericht 2009, der heute in Berlin vorgestellt wurde.
Derzeit leben knapp sieben Milliarden Menschen auf der Erde. Bis 2050 wird die Zahl nach heutigen Prognosen auf mehr als neun Milliarden ansteigen. Wenn es jedoch gelingen würde, das Bevölkerungswachstum auf acht Milliarden Menschen zu begrenzen, würden bis zu zwei Milliarden Tonnen CO2 weniger ausgestoßen werden, rechnen die Unfpa-Experten in ihrem Bericht vor.
Es sei denn auch ein großes „Versäumnis“, dass die Bevölkerungsentwicklung in den Debatten über den Klimawandel bislang nicht berücksichtigt wurde, sagte die Geschäftsführerin der Deutschen Stiftung Weltbevölkerung, Renate Bähr, WELT ONLINE. Auf dem Klimagipfel in Kopenhagen dürfe daher nicht nur über klimafreundliche Technologien zur Minderung der CO2-Emissionen verhandelt werden. Es müsse auch über Bevölkerungspolitik diskutiert werden, forderte Bähr. Investitionen in Familienplanung könnten helfen, den Klimawandel zu bewältigen.
Gefährdete Küstengebiete in Asien
Vor allem in den armen Entwicklungsländern findet heute das Bevölkerungswachstum statt. 41 Prozent der Afrikaner sind jünger als 15 Jahre (zum Vergleich: in Europa sind es nur 15 Prozent). Afrika ist damit nicht nur der Kontinent mit der jüngsten Bevölkerung der Welt, die Länder südlich der Sahara gehören auch zu den ärmsten der Welt. Doch gerade die ärmsten der Armen werden schon heute von Klimaveränderungen besonders betroffen. Verheerende Dürren, der Vormarsch der Wüsten und die Erosion der Böden zwingen sie, ihre Heimat zu verlassen. Solche Umweltveränderungen haben schon 25 Millionen Menschen in die Flucht getrieben. Bis 2050 rechnen die Vereinten Nationen mit 200 Millionen Klimaflüchtlingen.
Inzwischen lebt ein Zehntel der Menschheit in küstennahen Regionen. Ein klimabedingter Anstieg des Meeresspiegels könnte im schlimmsten Fall bis zu 650 Millionen Menschen zwingen, sich eine neue Heimat zu suchen. Zu den besonders gefährdeten Küstenstädten gehören Dhaka (Bangladesch), Jakarta (Indonesien) und Mumbai (Indien), aber auch New York (USA), Shanghai (China) und Tokio (Japan).
Mit dem Anstieg der globalen Temperaturen verschieben sich die Klimazonen und damit auch die Verbreitungsgebiete bestimmter Krankheiten, die durch Parasiten übertragen werden. So könnten Millionen Menschen zusätzlich an Malaria erkranken. „Der Klimawandel“, zitiert der Weltbevölkerungsbericht die medizinische Fachzeitschrift „The Lancet“ vom Mai 2009, „ist die größte globale Gesundheitsbedrohung des 21. Jahrhunderts.“
Themen
An diesem Punkt sieht Renate Bähr von der Deutschen Stiftung Weltbevölkerung wieder die Notwendigkeit, die Investitionen in die Familienplanung zu erhöhen. „Je kleiner die Familien sind, desto gesünder sind Eltern und Kinder und desto besser können sie sich an den Klimawandel anpassen“, sagte Bähr WELT ONLINE. Doch die Entwicklungshilfe der internationalen Staatengemeinschaft für Familienplanung ist in den vergangenen Jahren kontinuierlich zurückgefahren worden. Im Jahr 1995 hatte sie mit 723 Millionen Dollar einen Höchststand erreicht. Aktuell liegen die jährlichen Ausgaben nur noch bei knapp 340 Millionen Dollar.
Die Weltbevölkerung
Mehr als 6,8 Milliarden Menschen leben auf der Erde.
Derzeit leben knapp sieben Milliarden Menschen auf der Erde. Bis 2050 wird die Zahl nach heutigen Prognosen auf mehr als neun Milliarden ansteigen. Wenn es jedoch gelingen würde, das Bevölkerungswachstum auf acht Milliarden Menschen zu begrenzen, würden bis zu zwei Milliarden Tonnen CO2 weniger ausgestoßen werden, rechnen die Unfpa-Experten in ihrem Bericht vor.
Es sei denn auch ein großes „Versäumnis“, dass die Bevölkerungsentwicklung in den Debatten über den Klimawandel bislang nicht berücksichtigt wurde, sagte die Geschäftsführerin der Deutschen Stiftung Weltbevölkerung, Renate Bähr, WELT ONLINE. Auf dem Klimagipfel in Kopenhagen dürfe daher nicht nur über klimafreundliche Technologien zur Minderung der CO2-Emissionen verhandelt werden. Es müsse auch über Bevölkerungspolitik diskutiert werden, forderte Bähr. Investitionen in Familienplanung könnten helfen, den Klimawandel zu bewältigen.
Gefährdete Küstengebiete in Asien
Vor allem in den armen Entwicklungsländern findet heute das Bevölkerungswachstum statt. 41 Prozent der Afrikaner sind jünger als 15 Jahre (zum Vergleich: in Europa sind es nur 15 Prozent). Afrika ist damit nicht nur der Kontinent mit der jüngsten Bevölkerung der Welt, die Länder südlich der Sahara gehören auch zu den ärmsten der Welt. Doch gerade die ärmsten der Armen werden schon heute von Klimaveränderungen besonders betroffen. Verheerende Dürren, der Vormarsch der Wüsten und die Erosion der Böden zwingen sie, ihre Heimat zu verlassen. Solche Umweltveränderungen haben schon 25 Millionen Menschen in die Flucht getrieben. Bis 2050 rechnen die Vereinten Nationen mit 200 Millionen Klimaflüchtlingen.
Inzwischen lebt ein Zehntel der Menschheit in küstennahen Regionen. Ein klimabedingter Anstieg des Meeresspiegels könnte im schlimmsten Fall bis zu 650 Millionen Menschen zwingen, sich eine neue Heimat zu suchen. Zu den besonders gefährdeten Küstenstädten gehören Dhaka (Bangladesch), Jakarta (Indonesien) und Mumbai (Indien), aber auch New York (USA), Shanghai (China) und Tokio (Japan).
Mit dem Anstieg der globalen Temperaturen verschieben sich die Klimazonen und damit auch die Verbreitungsgebiete bestimmter Krankheiten, die durch Parasiten übertragen werden. So könnten Millionen Menschen zusätzlich an Malaria erkranken. „Der Klimawandel“, zitiert der Weltbevölkerungsbericht die medizinische Fachzeitschrift „The Lancet“ vom Mai 2009, „ist die größte globale Gesundheitsbedrohung des 21. Jahrhunderts.“
Themen
An diesem Punkt sieht Renate Bähr von der Deutschen Stiftung Weltbevölkerung wieder die Notwendigkeit, die Investitionen in die Familienplanung zu erhöhen. „Je kleiner die Familien sind, desto gesünder sind Eltern und Kinder und desto besser können sie sich an den Klimawandel anpassen“, sagte Bähr WELT ONLINE. Doch die Entwicklungshilfe der internationalen Staatengemeinschaft für Familienplanung ist in den vergangenen Jahren kontinuierlich zurückgefahren worden. Im Jahr 1995 hatte sie mit 723 Millionen Dollar einen Höchststand erreicht. Aktuell liegen die jährlichen Ausgaben nur noch bei knapp 340 Millionen Dollar.
Die Weltbevölkerung
Mehr als 6,8 Milliarden Menschen leben auf der Erde.
Samstag, 7. November 2009
Bürgergeld in Sicht
Ein voraussetzungslos gewährtes Bürgergeld würde den Krampf lösen und den Zwang, dass sich alles menschliche Leben durch sein Verhältnis zur Arbeit zu rechtfertigen hat, beenden. Wer faul sein will, sei faul. Wer arbeiten will, tue das und kassiere eben entsprechend mehr dafür - und zwar richtig mehr, nicht bloß die kümmerliche Differenz zur Stütze: Das wird ein Stimulus von hinlänglicher Kraft sein. Außerdem bricht die Arbeit von unten nach oben weg, die Jobs verschwinden in der Reihenfolge ihrer Unattraktivität, gerade jene zuerst, die am meisten zur Drückebergerei verführen. Die stumpfsinnigeren Dienstleistungen werden aussterben, ja, alle warenproduzierenden Jobs im engeren Sinn, indem die Produktion insgesamt sich langsam jenen Vorgängen annähert, kraft derer in der Natur die Dinge von selber wachsen.
Eines Tages wird die Herstellung eines hölzernen Stuhls nicht mehr einen Holzfäller, einen Schreiner und andere knochenbrechende Gewerke erfordern, sondern die Stühle werden auf dem Feld von allein der Ernte entgegenreifen, weil die Materie dem schöpferischen Menschen jenes Geheimnis verraten hat, nach dem sie sich gewaltlos von innen heraus baut. Dann wäre es gut, wenn die Gesellschaft sich nicht länger über die Arbeit definiert: Es wird nämlich keine mehr da sein. Mit dem Abtrainieren sollten wir heute schon anfangen.
Vorerst bleibt uns der Sozialstaat mit seiner 50-Prozent-Quote, in der sich freilich auch eine wundervolle Balance ausdrückt. Läge sie bei 100 Prozent, hätten wir die totale Tyrannei, in der alles von einem brutalen Zentralstaat über einen Leisten geschlagen wird. Läge sie bei null Prozent, würden anarchische Zustände herrschen, wo niemand seines Lebens sicher sein könnte. Alle Werte dazwischen entsprächen einer Schlagseite zum einen oder zum anderen. Aber 50: 50, der Einstand der Waagschalen, das präsentiert sich als ein salomonischer Ausgleich jener zwei Dinge, die in jeder Gesellschaft am schwersten unter einen Hut zu bringen sind: Gleichheit und Freiheit.
Eines Tages wird die Herstellung eines hölzernen Stuhls nicht mehr einen Holzfäller, einen Schreiner und andere knochenbrechende Gewerke erfordern, sondern die Stühle werden auf dem Feld von allein der Ernte entgegenreifen, weil die Materie dem schöpferischen Menschen jenes Geheimnis verraten hat, nach dem sie sich gewaltlos von innen heraus baut. Dann wäre es gut, wenn die Gesellschaft sich nicht länger über die Arbeit definiert: Es wird nämlich keine mehr da sein. Mit dem Abtrainieren sollten wir heute schon anfangen.
Vorerst bleibt uns der Sozialstaat mit seiner 50-Prozent-Quote, in der sich freilich auch eine wundervolle Balance ausdrückt. Läge sie bei 100 Prozent, hätten wir die totale Tyrannei, in der alles von einem brutalen Zentralstaat über einen Leisten geschlagen wird. Läge sie bei null Prozent, würden anarchische Zustände herrschen, wo niemand seines Lebens sicher sein könnte. Alle Werte dazwischen entsprächen einer Schlagseite zum einen oder zum anderen. Aber 50: 50, der Einstand der Waagschalen, das präsentiert sich als ein salomonischer Ausgleich jener zwei Dinge, die in jeder Gesellschaft am schwersten unter einen Hut zu bringen sind: Gleichheit und Freiheit.
Samstag, 24. Oktober 2009
Faulheit lohnt sich in Österreich
Zwei Millionen Nettozahler erhalten sechs Millionen Nettoempfänger. Das österreichische Umverteilungssystem schröpft die Steuerpflichtigen, fördert die Falschen und ist leistungsfeindlich: Statt Erwerbsarbeit zu forcieren, werden Hausfrauen, Erben und Trägheit belohnt.
Von Gernot Bauer, Eva Linsinger und Ulla Schmid
Wenn sich Philosophen zum Wettstreit auf fremdes Terrain begeben, ist „eine eher alberne Debatte“ („Süddeutsche Zeitung“) die logische Folge. Im Juni arbeitete Peter Sloterdijk, Professor für Philosophie in Karlsruhe, in einem Beitrag für die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ seine Skepsis gegenüber der „unerhörten Aufblähung der Staatlichkeit in der gegenwärtigen Welt“ polemisch ab: „Überregulierung, „Überschuldung“ sowie „Überbesteuerung“ hätten den Umverteilungsstaat „zu einem geldsaugenden und geldspeienden Ungeheuer“ gemacht, das auf drastische Art zu bekämpfen wäre: mit einem „antifiskalischen Bürgerkrieg“. In der Hamburger „Zeit“ warf der Habermas-Schüler und Frankfurter Philosoph Axel Honneth seinem Kollegen Sloterdijk im Gegenzug vor, „Zweifel am solidarischen Kampf gegen Ungerechtigkeit“ und „Klassenkampf von oben“ zu schüren.
Vizekanzler Josef Pröll kann im Allgemeinen zur Schule der Alltags- und Agrarphilosophen („Vor dem Ernten kommt das Säen“) gezählt werden. Am 14. Oktober widmete sich der Finanzminister berufsbedingt denselben Themen wie die Gelehrten Sloterdijk und Honneth. In einer groß inszenierten Ansprache beklagte Pröll, „dass Steuerzahlerfamilien oft ein weit niedrigeres Familieneinkommen haben als jene, die gar keine Steuer zahlen, aber Anspruch auf zahlreiche Beihilfen haben“. Prölls Grundsatzfrage: „Ist das Verteilungsgerechtigkeit?“ Die SPÖ hielt dagegen. Kanzler Werner Faymann warf der ÖVP vor, in Wirklichkeit den Abbau von Sozialleistungen zu planen. Im Schatten von Wirtschafts- und Budgetkrise wird die koalitionäre Debatte um die Umverteilung entlang ideologischer Glaubensfragen geführt: „Was ist gerecht?“ „Was ist Leistung?“ „Was ist Gleichheit?“
Aus wirtschaftswissenschaftlicher Sicht kann das Problem nüchtern anhand von Zweckmäßigkeit und Wirksamkeit diskutiert werden: Funktionierende Umverteilung verhindert Armut, sichert so den sozialen Frieden, schafft damit einen Standortvorteil und kann sogar kostendämpfend wirken. So musste der französische Staat in den vergangenen Jahren horrende Summen für massive Polizeieinsätze in den verwahrlosten Pariser Vorstädten aufwenden, die womöglich teurer als präventive soziale Maßnahmen in den Banlieues kommen.
Von französischen Verhältnissen ist Österreich weit entfernt. Die Umverteilung im viertreichsten Land der EU funktioniert. Laut EU-Statistik gibt es unter den alten Mitgliedsländern nur in den Niederlanden und Schweden weniger armutsgefährdete Personen als in Österreich. Fünf Prozent der Bevölkerung sind hierzulande manifest arm, Tendenz fallend. Die Ursache dafür: soziale Transferleistungen, welche die wachsende Ungleichheit beim Verdienst ausgleichen. In seiner aktuellen Studie „Umverteilung durch den Staat in Österreich“ kommt das Wirtschaftsforschungsinstitut (Wifo) zu dem Schluss: „Die Verteilung der Markteinkommen wird in Österreich durch die Aktivitäten des Staats in beträchtlichem Ausmaß korrigiert.“ Mit anderen Worten: In Österreich werden die Reichen zwar unbestrittenermaßen reicher, die Armen aber nicht ärmer. Dafür sorgt Vater Staat.
Das Spezifische an der österreichischen Methodik: Das Steuersystem an sich hat keine umverteilende Wirkung, da alle Einkommensschichten – aufgrund indirekter Steuern wie etwa der Mehrwertsteuer und der Sozialabgaben – gleichmäßig belastet und Ärmere nicht schonender behandelt werden. Die „Flat Tax“ ist damit still und heimlich verwirklicht worden. Dazu kommen zahlreiche Steuervorteile und Absetzbeträge, die ausschließlich Gutverdiener nutzen können – vom Besuch beim Privatarzt bis zum Steuerberater gibt es Möglichkeiten zur Reduzierung der Lohn- und Einkommensteuer, die erhebliche Verschiebungen von unten nach oben bewirken.
Die Umverteilung in die Gegenrichtung erfolgt über die Transferleistungen, die aus den Steuergeldern verteilt werden. Angesichts des bewegten Geldvolumens wirkt der Staat dabei zumindest wie die Miniaturausgabe von Sloterdijks „saugendem und speiendem Ungeheuer“: Insgesamt 75 Milliarden Euro werden alljährlich an Bürger aller Klassen und gesellschaftlichen Schichten umverteilt. 50 Milliarden davon entfallen auf monetäre Leistungen, 25 Milliarden auf Sachleistungen wie Bildung oder Gesundheit. Von den 8,2 Millionen Einwohnern Österreichs sind freilich bloß 48 Prozent aktive Erwerbspersonen. Arbeitslose, Pensionisten, Kranke, Jugendliche und Kinder, Studenten, im Haushalt tätige Personen bilden bereits die Mehrheit. Die rotweißrote Zweiklassengesellschaft: Eine Hälfte erwirtschaftet den Wohlstand, die andere konsumiert ihn.
Dramatische Entwicklung. Die Feinanalyse zeigt ein dramatischeres Bild: Laut Berechnungen der Statistik Austria beziehen von 3,9 Millionen Erwerbstätigen (Selbstständige und Unselbstständige) insgesamt 1,8 Millionen mehr an Transferleistungen, als sie an Lohn- und Einkommensteuer abführen. Nur jeder zweite heimische Erwerbstätige zahlt mehr ins System ein, als er selbst herausbekommt. Gerechnet auf die Gesamtbevölkerung, tragen zwei Millionen Nettozahler sechs Millionen Nettoempfänger; durchschnittlich muss ein Leistungsträger die Sozialleistungen von drei Landsleuten finanzieren – und seine eigenen dazu. Bezogen auf sechs Millionen Wahlberechtigte, machen diese Nettozahler nur 30 Prozent des Elektorats aus. Wer Sozialleistungen kürzt, legt sich folglich mit der Mehrheit an und riskiert die Abstrafung durch die Wähler.
Auch wenn der Mittelstand im Wohlfahrtsstaat Österreich ebenfalls großzügig bedacht wird, fließt der Hauptstrom der Transfers wie hydrologisch vorgesehen: nach unten. In der Sprache der Wifo-Wissenschafter: „Es erfolgt eine deutlich vertikale Umverteilung.“ Das unterste Drittel der drei Millionen Haushalte zahlt zwar nur 13 Prozent des gesamten Steueraufkommens, erhält jedoch 43 Prozent aller Sozialleistungen. Das mittlere Drittel zahlt 28 Prozent und erhält 32 Prozent, das oberste Drittel trägt 59 Prozent der Steuerlast und bezieht 25 Prozent der Sozialleistungen.
Die Lebensrealität der ärmsten Haushalte ist geprägt von totaler Abhängigkeit. Der Großteil des Einkommens kommt in dieser Schicht vom umverteilenden Staat. Die ärmsten zehn Prozent verdienen pro Kopf statistische 385 Euro. Durch die Sozialtransfers erhöht sich dieses Einkommen um 190 Prozent auf 1130 Euro pro Kopf. Bei den durchschnittlich verdienenden Haushalten halten sich Abgaben und bezogene Leistungen die Waage. Bei den obersten zehn Prozent bleiben die empfangenen Transfers laut Wifo um fast 1700 Euro monatlich hinter der Abgabenleistung zurück.
Im internationalen Vergleich ist Österreich damit absoluter Spitzenreiter. Im Schnitt machen die Transferleistungen 36,6 Prozent vom verfügbaren Einkommen aus. Zum Vergleich: In Schweden liegt der Wert bei 32,7 Prozent, in Deutschland bei 28,2 Prozent, in transferaversen Ländern wie Großbritannien und den USA bei 14,5 beziehungsweise 9,4 Prozent.
Wenn Erwerbsarbeit nicht gefördert, sondern bestraft und faules Nichtstun belohnt wird, leidet freilich die Leistungsbereitschaft. „Warum soll man sein Leben lang profitieren, nur weil man der richtigen Gebärmutter entschlüpft ist“, fragte sich der amerikanische Multimilliardär Warren Buffett – und begann, sein Vermögen zu verschenken. Österreich hingegen belohnt Erben für ihre Nichtleistung durch maximale Steuerschonung. Die Erbschafts- und Schenkungssteuer ist seit dem Vorjahr abgeschafft, jeder Immobilienerbe kann die Leistung seiner Vorfahren ohne Abgaben genießen. Warum, ist logisch nicht zu begründen.
Auch der in der politischen Debatte viel zitierte „Häuslbauer“ ist meist in Schichten anzutreffen, die einige Abgaben durchaus verkraften könnten: Laut einer Studie der Nationalbank hält das oberste Hundertstel aller Haushalte allein 190 Milliarden Euro – und damit 20 Prozent des gesamten Immobilienbesitzes. Auf die wohlhabendsten zehn Prozent der Österreicher entfallen fast zwei Drittel des Immobilienvermögens. Geldvermögen ist nicht viel gerechter verteilt: Das oberste Promille der österreichischen Haushalte verfügt über acht Prozent des gesamten Geldvermögens – und so über gleich viel wie die gesamten unteren 50 Prozent.
Da könnte der Staat einiges an Abgaben und Steuern lukrieren – und nach Lust und Laune weiter umverteilen. Er verzichtet aber darauf: Mit 0,6 Prozent Anteil am Bruttoinlandsprodukt sind die Vermögensteuern deutlich niedriger als im Schnitt der OECD- und EU-Staaten. Die OECD rät Österreich dringend, die Steuern auf Vermögen anzuheben – und jene auf Arbeit zu senken. Denn derzeit haben ausschließlich die Erwerbstätigen die Umverteilungsmaschinerie zu finanzieren. Aus 100 am Markt verdienten Euro werden für das ärmste Drittel der Haushalte nach Abzug der Steuern und Neuverteilung durch den Staat 149 Euro. Dem mittleren Drittel bleiben immerhin 95 Euro.
Aus Sicht des reichsten Drittels bleiben von 100 Euro nach Abzügen und Zuweisungen 74 Euro übrig. Österreich – Land am Umverteilungsstrome. Nach einer Berechnung der EU ist das Volkseinkommen nach Erhalt von Sozialleistungen – unter den alten EU-15 – nur in Dänemark und Schweden „gerechter“ verteilt.
Das Gerechtigkeitsempfinden einflussreicher Pressure-Groups ist freilich bereits überdehnt. Der Generalsekretär der Industriellenvereinigung Markus Beyrer: „Österreich ist sicher eines der mit Abstand am meisten umverteilenden Länder der ganzen Welt. Berücksichtigt man die real verfügbaren Einkommen der Haushalte, geht die berüchtigte Einkommensschere nicht auseinander. Unser Umverteilungssystem sorgt dafür, dass aus der Schere eine Umverteilungszange wird.“
Man kann den Sachverhalt freilich auch umgekehrt betrachten. Wären die primären Arbeitseinkommen, also die Verdienstsummen vor den Transfers, höher, würden der Umverteilungsbedarf des Wohlfahrtsstaats und letztlich auch die Steuerbelastung sinken. Überstunden etwa werden bei einem Facharbeiter höher besteuert als bei einem Manager – weil die Sozialabgaben ab rund 4000 Euro brutto nicht mehr ansteigen. So klafft die Differenz immer weiter auseinander: Allein im letzten Jahrzehnt kletterten die Einkommen des obersten Zehntels um zehn Prozent – die Einkommen des untersten Zehntels sanken hingegen um zwölf Prozent. Vor allem die Gehälter in typischen Frauenbranchen sind nach wie vor beschämend niedrig: Eine Helferin in einer Anwaltskanzlei etwa erhält knapp unter 1000 Euro brutto, eine Friseurin kommt im ersten Jahr auf 1108 Euro brutto, selbst diplomierte Krankenschwestern verdienen nicht mehr als 2050 Euro brutto.
Keine Anreize. Auch am Arbeitslosengeld liegt es nicht, dass der Anreiz zum Arbeiten niedrig ist. Denn mit 55 Prozent des vorherigen Verdiensts wird in Österreich im OECD-Vergleich nur wenig Arbeitslosengeld ausbezahlt, außerdem ist die Bezugsdauer mit 20 bis 52 Wochen vergleichsweise kurz. Mehr als 1316 Euro pro Monat bekommt niemand an Arbeitslosengeld, egal, wie hoch das Einkommen vorher war. Das durchschnittliche Arbeitslosengeld beläuft sich auf nicht mehr als 833 Euro bei Männern und 690 Euro bei Frauen, pro Kind und Tag gibt es einen Zuschlag von dürftigen 97 Cent. In den vergangenen zehn Jahren ist das ausbezahlte Arbeitslosengeld weiter gesunken – bei Männern um fast acht Prozent. Immer weniger Menschen können davon leben und brauchen zusätzlich zum Arbeitslosengeld noch Sozialtransfers: Allein im Land Wien muss 60.000 Menschen zusätzlich zum Arbeitslosengeld noch Sozialhilfe bezahlt werden.
Die kuriose Situation: Trotz der Milliarden-Umverteilung ist das System ungerecht, fördert die Falschen und schafft kaum Leistungsanreize – etwa im Familienbereich, nach den Ausgaben für Pensionen und Gesundheit der drittgrößte Brocken im Sozialstaat. 7,5 Milliarden Euro pro Jahr, rund zehn Prozent der Sozialausgaben, kommen den Familien zugute, deutlich mehr als im Schnitt der 26 anderen EU-Staaten. Nur das reiche Luxemburg subventioniert seine Familien noch üppiger. All diese Milliarden können aber nicht verhindern, dass Österreich beide Intentionen der Familienpolitik verfehlt: Die Geburtenrate bleibt niedrig – und die Armut unter den Jüngsten hoch, 90.000 Kinder sind davon betroffen.
Diese desaströse Bilanz dürfte eigentlich nicht überraschen: Seit Jahrzehnten predigen alle Wissenschafter, dass ein treffsicherer Sozialstaat vor allem aus Sachleistungen besteht. All den Erkenntnissen zum Trotz buttert Österreich 90 Prozent seiner Familienleistungen in monetäre Ströme – und fördert damit teuer am Ziel vorbei. Der Wirtschaftsforscher Markus Marterbauer rechnet in seinem Buch „Wem gehört der Wohlstand?“ vor, dass jeder Euro, der in Kindergärten oder Horte (also Sachleistungen) investiert wird, sozial Schwachen mehr hilft als jede Geldleistung: weil mit der Möglichkeit zu arbeiten das Familieneinkommen erhöht wird und weil jede Frühförderung von Kindern deren Bildungschancen verbessert.
Österreich geht aber auch im Jahr 2009 den gegenteiligen Weg: Für die Erhöhung der Familienbeihilfe gibt der Bund 250 Millionen Euro aus, für die steuerliche Absetzbarkeit von Kindern 510 Millionen – und für den Ausbau der Kindergärtenplätze vergleichsweise mickrige 20 Millionen Euro pro Jahr.
Ein weiterer Schwachpunkt: Nur dürftige vier Prozent der Familienleistungen sind ans Einkommen gekoppelt, alle anderen, von der Familienbeihilfe bis zum Kindergeld, werden unterschiedslos, vom Hilfsarbeiter bis zum Oberarzt, ausgeschüttet. Der unerwünschte Effekt: Österreich subventioniert vor allem junge Eltern aus dem Arbeitsmarkt hinaus, wie der Sozialforscher Bernd Marin berechnet hat. Verdient eine junge Frau etwa 14.600 Euro brutto pro Jahr, kommt sie dank Kindergeld auf 17.393 Euro netto. Bei einem Bruttoverdienst von 19.600 Euro aber bleiben ihr netto nur 15.533 Euro übrig. Erst bei einem Bruttogehalt von 22.780 Euro verdient sie wieder 17.393 Euro netto. „Arbeit lohnt sich leider viel zu wenig. Dieses System ist leistungsfeindlich und ungerecht“, sagt Marin.
Verstärkt wird diese Schieflage durch die Finanzierung des Kindergelds: 2002 wurde diese Leistung von der Erwerbsarbeit abgekoppelt, seither bekommen auch Bäuerinnen, Hausfrauen, Selbstständige und Studierende diese Unterstützung. Bezahlt wird das Kindergeld aber ausschließlich über Beiträge auf Löhne. Alle Erwerbstätigen sind also Nettozahler dieser Leistung. Womit sich Arbeit wieder einen Schritt weniger lohnt. Hausfrauen werden aber nicht nur durch das Kindergeld subventioniert. Auch danach setzt der Staat viele Mittel ein, die Frauen vom Arbeitsmarkt fernzuhalten – und verteilt damit nicht nur von Erwerbstätigen zu freiwillig Erwerbslosen, sondern auch von unten nach oben um. Der Alleinverdienerabsetzbetrag, mit dem ein Mann „seine“ Hausfrau von der Steuer absetzen kann, kommt vor allem der oberen Einkommenshälfte zugute. Ähnlich sind die Effekte der so genannten beitragsfreien Mitversicherung, mit der rund 500.000 Hausfrauen (mit oder ohne Kinder) gratis bei ihren Partnern krankenversichert sind. 2008 kostete diese Förderung der Nichtarbeit 1,9 Milliarden Euro (inklusive Kinder) – das entspricht 15 Prozent des gesamten Leistungsaufwands der Krankenversicherung. „Ob diese Hausfrauenförderung sinnvoll ist, kann mit gutem Grund bezweifelt werden“, sagt Michael Fuchs vom Europäischen Zentrum für Sozialforschung. Er regt an, allerspätestens mit dem Schuleintritt der Kinder die Gratisversicherung der Hausfrauen zu beenden.
Dschungel. Bruno Kreisky gab einst die Devise aus, auch der Mittelstand müsse vom Sozialstaat profitieren, damit sich nicht einkommensstärkere Schichten vom Gedanken des Wohlfahrtsstaats verabschieden. Die Wohnbauförderung ist ein klassisches Produkt davon. Seit Kreisky und den siebziger Jahren wurde sie immer wieder renoviert – und ist mittlerweile zu einem Paradebeispiel für Fehlleistung geworden. Finanziert wird die Wohnbauförderung von Arbeitgebern und Arbeitnehmern über den Wohnbauförderungsbeitrag, in Anspruch nehmen dürfen sie alle. Satte 2,6 Milliarden Euro wurden im Jahr 2008 an Wohnbauförderung ausgeschüttet. Die Profiteure der Wohnbauförderung sind keineswegs die sozial Schwachen. „Sie kommt vor allem mittleren und oberen Einkommensschichten zugute“, heißt es in der Wifo-Verteilungsstudie. Fast zwei Drittel der Wohnbaufördermittel fließen in die obere Einkommenshälfte. Das liegt vor allem daran, dass fast jeder ein gefördertes Einfamilienhaus bauen kann – denn die Einkommensgrenzen sind nicht vorhanden oder überaus großzügig. Sie liegen für einen Einpersonenhaushalt bei einem Jahresnettoeinkommen von 34.000 Euro und steigen mit jeder weiteren Person im Haushalt an.
Untere Einkommensschichten finanzieren die Wohnbauförderung zwar mit – kommen aber selten in ihren Genuss, weil ihnen das Eigenkapital zum geförderten Hausbau fehlt. Dennoch ist das geförderte Reihenhaus für die Lehrerfamilie noch einer der sinnvolleren Ergebnisse der Wohnbauförderung – ist diese doch nicht mehr zweckgebunden. „Die Bundesländer können die Wohnbaufördermittel auch zur Budgetsanierung verwenden“, sagt Michael Weingärtner, Wohnbauexperte des Wifo. Damit ist das System der Wohnbauförderung endgültig pervertiert.
Wird mit Wohnbauförderung ein schmuckes Einfamilienhaus im Grünen gebaut, dreht sich das große Förderrad gleich weiter, etwa in Form der Pendlerpauschale, die höheren Einkommen mehr zugutekommt als niederen. Das belegen die Zahlen aus dem Finanzministerium: Die grüne Abgeordnete Gabriela Moser wollte sich im Vorjahr einen Überblick verschaffen, welche Einkommensgruppen die Pendlerpauschale (zwischen 630 und 3372 Euro jährlich) beziehen. Dabei zeigte sich, dass das Gros der Pendlerpauschalen an Personen mit einem durchschnittlichen Bruttojahreseinkommen zwischen 30.000 und 50.000 Euro geht. Rund 415.000 Lohnsteuerpflichtige weist die Statistik 2007 in diesem Segment aus, rund 370.000 von ihnen, also knapp 90 Prozent, profitierten von der Pendlerpauschale. In den unteren Einkommensgruppen, die mit rund drei Millionen die Mehrheit der unselbstständig Beschäftigten ausmachen, setzten bloß 270.000 den Weg zur Arbeit ab – also knapp neun Prozent.
Kanzler Faymann und Finanzminister Pröll scheinen in der Sozialdebatte wild entschlossen, ihren ersten wirklichen Streit weiter zu intensivieren. Eine Aussöhnung im publizistischen Umverteilungskampf zwischen Peter Sloterdijk und Axel Honneth ist ebenso wenig in Sicht. Ein Kommentator richtete beiden Philosophen Ende September aus, „von der Klugheit des John Maynard Keynes und der nachfolgenden Makroökonomik“ jedenfalls „weit entfernt“ zu sein.
Umverteilung-wohin bitte?
Seit der Belohnung der Fleissigen und Tüchtigen nach der Wahl von Schwarz-Blau fand doch die Umverteilung in unglaublicher Rasanz Richtung Politiker und Unternehmer statt. Daran hat sich bis heute nichts geändert. Daß jemand von untätigen Hausfrauen spricht zeugt davon welch Geistes Kind er ist. Unsere Politkasperl haben die Chuzpe und sprechen, mit 15000 Euro p.M., von Tranferleistungen die offengelegt werden sollten? Teile unserer Volksvertreter mit ihren Freunderln bedienen sich schamlosest um Volksvermögen und reissen den Schlapfen auf? Karl-Heinz plus Konsorten zeigen uns wie es geht!meldenantworteneckler
Aber wer hinterleuchtet mal die "armen" Schwerverdiener: Vielleicht verdienen sie Geld das ihnen gar nicht zusteht (Überbezahlte Mangergehälter etc.)
Manche Schwerverdiener verdienen doch nur so viel, weil die Schlechtverdiener ihren Teil dazu leisten.
Ohne Schlechtverdiener keine Schwerverdiener!
Weil der Topmanager nach 2 Tagen nicht mehr arbeiten kann weil die ganzen Schlechtverdiener keine Lebensmittel mehr herstellen!! Schon mal aus der Sicht betrachtet!
Es sollte jeder Österreich auch das Recht haben soviel Geld zu bekommen bzw. Beihilfen um ohne große finanziellen Probleme leben und Kinder ernähren zu können.meldeneinhorn0101, 23. 10. '09 17:21
Re: Für Morris1300...
Meine Tochter hat Hak-Abschluss und arbeitet ganztägig bei einem Rechtsanwalt um 1.100,-- € brutto als Sekretärin. Sie ist also eine eine "Nichtleisterin" da sie keine Lohnsteuer zahlt, bekommt natürlich keine Transferleistungen. Der Rechtsanwalt ist ein "Leistungsträger" da er diesen Schandlohn zahlt, der Arme. "seine Sekretärin gibt ihm recht" (???) Ich habe selten so einen Schwachsinn gelesen.meldenBillakassier, 24. 10. '09 10:56
Re: Für Morris1300...
Naja, wenn dein Sohn schon Lernschwächen hat, wäre es auch die Pflicht der Eltern, ihn zu fördern. Man kann die Leistung eines Lehrers nicht allein an der Performance nur der unterdurchschnittlichen Schüler festmachen.meldenmorris1300, 22. 10. '09 23:34
Das ist Diskriminierung - laßt das doch bitte!
Zitat: "Dennoch ist das geförderte Reihenhaus für die Lehrerfamilie noch einer der sinnvolleren Ergebnisse der Wohnbauförderung – ist diese doch nicht mehr zweckgebunden. "
Was soll denn das bitte, reicht Angestelltenfamilie nicht auch aus? Ich bin zwar nicht Lehrer, bin aber extrem feinfühlig, wenn es um Diskriminierung geht. Ich würde euch von der Redaktion - und natürlich auch den Chefredakteur, falls er dazu Zeit finden möge - ersuchen, diese tendenziell diskriminierenden Aussagen zu unterlassen. Damit untergräbt profil nur seine Glaubwürdigkeit hinsichtlich einer professionellen Berichterstattung. Natürlich weiß ich nur zu gut, welche Meinungen Herr Konrad vertritt, aber ich schreibe das dann nicht, nur um bei seinen Partys eingeladen zu werden!meldenantwortenifiat, 22. 10. '09 17:18
Ungerechtes Österreich ?
Allein das Wort "Umverteilung" erzeugt in mit Wut. Am Sozialstaat ist nichts zu rütteln. Daß jedoch PolitikerInnen jeder Farbe nur mehr darauf aus sind, Steuerleistungen, die von fähigen und strebsamen Menschen in dieser Republik privat erwirtschaftet werden, denjenigen in die Schuhe zu schieben, die es eigentlich nicht verdienen, ist unerträglich. Im Artikel nicht ewähnt wird, daß die immensen Zahlungen an die EU, die ebenfalls Steuerleistungen derjenigen sind, die kräftig "hackeln", um diesen unappetitlichen Ausdruck der Regierung zu verwenden, Transferzahlungen sind, die ebenfalls vielen zu Recht oder zu Unrecht zugute kommen, Der Mittelstand und die Oberschicht sind jene in diesem Staat, die das gesamte Wirtschafts- und Sozialsystem am Leben erhalten.
Von Gernot Bauer, Eva Linsinger und Ulla Schmid
Wenn sich Philosophen zum Wettstreit auf fremdes Terrain begeben, ist „eine eher alberne Debatte“ („Süddeutsche Zeitung“) die logische Folge. Im Juni arbeitete Peter Sloterdijk, Professor für Philosophie in Karlsruhe, in einem Beitrag für die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ seine Skepsis gegenüber der „unerhörten Aufblähung der Staatlichkeit in der gegenwärtigen Welt“ polemisch ab: „Überregulierung, „Überschuldung“ sowie „Überbesteuerung“ hätten den Umverteilungsstaat „zu einem geldsaugenden und geldspeienden Ungeheuer“ gemacht, das auf drastische Art zu bekämpfen wäre: mit einem „antifiskalischen Bürgerkrieg“. In der Hamburger „Zeit“ warf der Habermas-Schüler und Frankfurter Philosoph Axel Honneth seinem Kollegen Sloterdijk im Gegenzug vor, „Zweifel am solidarischen Kampf gegen Ungerechtigkeit“ und „Klassenkampf von oben“ zu schüren.
Vizekanzler Josef Pröll kann im Allgemeinen zur Schule der Alltags- und Agrarphilosophen („Vor dem Ernten kommt das Säen“) gezählt werden. Am 14. Oktober widmete sich der Finanzminister berufsbedingt denselben Themen wie die Gelehrten Sloterdijk und Honneth. In einer groß inszenierten Ansprache beklagte Pröll, „dass Steuerzahlerfamilien oft ein weit niedrigeres Familieneinkommen haben als jene, die gar keine Steuer zahlen, aber Anspruch auf zahlreiche Beihilfen haben“. Prölls Grundsatzfrage: „Ist das Verteilungsgerechtigkeit?“ Die SPÖ hielt dagegen. Kanzler Werner Faymann warf der ÖVP vor, in Wirklichkeit den Abbau von Sozialleistungen zu planen. Im Schatten von Wirtschafts- und Budgetkrise wird die koalitionäre Debatte um die Umverteilung entlang ideologischer Glaubensfragen geführt: „Was ist gerecht?“ „Was ist Leistung?“ „Was ist Gleichheit?“
Aus wirtschaftswissenschaftlicher Sicht kann das Problem nüchtern anhand von Zweckmäßigkeit und Wirksamkeit diskutiert werden: Funktionierende Umverteilung verhindert Armut, sichert so den sozialen Frieden, schafft damit einen Standortvorteil und kann sogar kostendämpfend wirken. So musste der französische Staat in den vergangenen Jahren horrende Summen für massive Polizeieinsätze in den verwahrlosten Pariser Vorstädten aufwenden, die womöglich teurer als präventive soziale Maßnahmen in den Banlieues kommen.
Von französischen Verhältnissen ist Österreich weit entfernt. Die Umverteilung im viertreichsten Land der EU funktioniert. Laut EU-Statistik gibt es unter den alten Mitgliedsländern nur in den Niederlanden und Schweden weniger armutsgefährdete Personen als in Österreich. Fünf Prozent der Bevölkerung sind hierzulande manifest arm, Tendenz fallend. Die Ursache dafür: soziale Transferleistungen, welche die wachsende Ungleichheit beim Verdienst ausgleichen. In seiner aktuellen Studie „Umverteilung durch den Staat in Österreich“ kommt das Wirtschaftsforschungsinstitut (Wifo) zu dem Schluss: „Die Verteilung der Markteinkommen wird in Österreich durch die Aktivitäten des Staats in beträchtlichem Ausmaß korrigiert.“ Mit anderen Worten: In Österreich werden die Reichen zwar unbestrittenermaßen reicher, die Armen aber nicht ärmer. Dafür sorgt Vater Staat.
Das Spezifische an der österreichischen Methodik: Das Steuersystem an sich hat keine umverteilende Wirkung, da alle Einkommensschichten – aufgrund indirekter Steuern wie etwa der Mehrwertsteuer und der Sozialabgaben – gleichmäßig belastet und Ärmere nicht schonender behandelt werden. Die „Flat Tax“ ist damit still und heimlich verwirklicht worden. Dazu kommen zahlreiche Steuervorteile und Absetzbeträge, die ausschließlich Gutverdiener nutzen können – vom Besuch beim Privatarzt bis zum Steuerberater gibt es Möglichkeiten zur Reduzierung der Lohn- und Einkommensteuer, die erhebliche Verschiebungen von unten nach oben bewirken.
Die Umverteilung in die Gegenrichtung erfolgt über die Transferleistungen, die aus den Steuergeldern verteilt werden. Angesichts des bewegten Geldvolumens wirkt der Staat dabei zumindest wie die Miniaturausgabe von Sloterdijks „saugendem und speiendem Ungeheuer“: Insgesamt 75 Milliarden Euro werden alljährlich an Bürger aller Klassen und gesellschaftlichen Schichten umverteilt. 50 Milliarden davon entfallen auf monetäre Leistungen, 25 Milliarden auf Sachleistungen wie Bildung oder Gesundheit. Von den 8,2 Millionen Einwohnern Österreichs sind freilich bloß 48 Prozent aktive Erwerbspersonen. Arbeitslose, Pensionisten, Kranke, Jugendliche und Kinder, Studenten, im Haushalt tätige Personen bilden bereits die Mehrheit. Die rotweißrote Zweiklassengesellschaft: Eine Hälfte erwirtschaftet den Wohlstand, die andere konsumiert ihn.
Dramatische Entwicklung. Die Feinanalyse zeigt ein dramatischeres Bild: Laut Berechnungen der Statistik Austria beziehen von 3,9 Millionen Erwerbstätigen (Selbstständige und Unselbstständige) insgesamt 1,8 Millionen mehr an Transferleistungen, als sie an Lohn- und Einkommensteuer abführen. Nur jeder zweite heimische Erwerbstätige zahlt mehr ins System ein, als er selbst herausbekommt. Gerechnet auf die Gesamtbevölkerung, tragen zwei Millionen Nettozahler sechs Millionen Nettoempfänger; durchschnittlich muss ein Leistungsträger die Sozialleistungen von drei Landsleuten finanzieren – und seine eigenen dazu. Bezogen auf sechs Millionen Wahlberechtigte, machen diese Nettozahler nur 30 Prozent des Elektorats aus. Wer Sozialleistungen kürzt, legt sich folglich mit der Mehrheit an und riskiert die Abstrafung durch die Wähler.
Auch wenn der Mittelstand im Wohlfahrtsstaat Österreich ebenfalls großzügig bedacht wird, fließt der Hauptstrom der Transfers wie hydrologisch vorgesehen: nach unten. In der Sprache der Wifo-Wissenschafter: „Es erfolgt eine deutlich vertikale Umverteilung.“ Das unterste Drittel der drei Millionen Haushalte zahlt zwar nur 13 Prozent des gesamten Steueraufkommens, erhält jedoch 43 Prozent aller Sozialleistungen. Das mittlere Drittel zahlt 28 Prozent und erhält 32 Prozent, das oberste Drittel trägt 59 Prozent der Steuerlast und bezieht 25 Prozent der Sozialleistungen.
Die Lebensrealität der ärmsten Haushalte ist geprägt von totaler Abhängigkeit. Der Großteil des Einkommens kommt in dieser Schicht vom umverteilenden Staat. Die ärmsten zehn Prozent verdienen pro Kopf statistische 385 Euro. Durch die Sozialtransfers erhöht sich dieses Einkommen um 190 Prozent auf 1130 Euro pro Kopf. Bei den durchschnittlich verdienenden Haushalten halten sich Abgaben und bezogene Leistungen die Waage. Bei den obersten zehn Prozent bleiben die empfangenen Transfers laut Wifo um fast 1700 Euro monatlich hinter der Abgabenleistung zurück.
Im internationalen Vergleich ist Österreich damit absoluter Spitzenreiter. Im Schnitt machen die Transferleistungen 36,6 Prozent vom verfügbaren Einkommen aus. Zum Vergleich: In Schweden liegt der Wert bei 32,7 Prozent, in Deutschland bei 28,2 Prozent, in transferaversen Ländern wie Großbritannien und den USA bei 14,5 beziehungsweise 9,4 Prozent.
Wenn Erwerbsarbeit nicht gefördert, sondern bestraft und faules Nichtstun belohnt wird, leidet freilich die Leistungsbereitschaft. „Warum soll man sein Leben lang profitieren, nur weil man der richtigen Gebärmutter entschlüpft ist“, fragte sich der amerikanische Multimilliardär Warren Buffett – und begann, sein Vermögen zu verschenken. Österreich hingegen belohnt Erben für ihre Nichtleistung durch maximale Steuerschonung. Die Erbschafts- und Schenkungssteuer ist seit dem Vorjahr abgeschafft, jeder Immobilienerbe kann die Leistung seiner Vorfahren ohne Abgaben genießen. Warum, ist logisch nicht zu begründen.
Auch der in der politischen Debatte viel zitierte „Häuslbauer“ ist meist in Schichten anzutreffen, die einige Abgaben durchaus verkraften könnten: Laut einer Studie der Nationalbank hält das oberste Hundertstel aller Haushalte allein 190 Milliarden Euro – und damit 20 Prozent des gesamten Immobilienbesitzes. Auf die wohlhabendsten zehn Prozent der Österreicher entfallen fast zwei Drittel des Immobilienvermögens. Geldvermögen ist nicht viel gerechter verteilt: Das oberste Promille der österreichischen Haushalte verfügt über acht Prozent des gesamten Geldvermögens – und so über gleich viel wie die gesamten unteren 50 Prozent.
Da könnte der Staat einiges an Abgaben und Steuern lukrieren – und nach Lust und Laune weiter umverteilen. Er verzichtet aber darauf: Mit 0,6 Prozent Anteil am Bruttoinlandsprodukt sind die Vermögensteuern deutlich niedriger als im Schnitt der OECD- und EU-Staaten. Die OECD rät Österreich dringend, die Steuern auf Vermögen anzuheben – und jene auf Arbeit zu senken. Denn derzeit haben ausschließlich die Erwerbstätigen die Umverteilungsmaschinerie zu finanzieren. Aus 100 am Markt verdienten Euro werden für das ärmste Drittel der Haushalte nach Abzug der Steuern und Neuverteilung durch den Staat 149 Euro. Dem mittleren Drittel bleiben immerhin 95 Euro.
Aus Sicht des reichsten Drittels bleiben von 100 Euro nach Abzügen und Zuweisungen 74 Euro übrig. Österreich – Land am Umverteilungsstrome. Nach einer Berechnung der EU ist das Volkseinkommen nach Erhalt von Sozialleistungen – unter den alten EU-15 – nur in Dänemark und Schweden „gerechter“ verteilt.
Das Gerechtigkeitsempfinden einflussreicher Pressure-Groups ist freilich bereits überdehnt. Der Generalsekretär der Industriellenvereinigung Markus Beyrer: „Österreich ist sicher eines der mit Abstand am meisten umverteilenden Länder der ganzen Welt. Berücksichtigt man die real verfügbaren Einkommen der Haushalte, geht die berüchtigte Einkommensschere nicht auseinander. Unser Umverteilungssystem sorgt dafür, dass aus der Schere eine Umverteilungszange wird.“
Man kann den Sachverhalt freilich auch umgekehrt betrachten. Wären die primären Arbeitseinkommen, also die Verdienstsummen vor den Transfers, höher, würden der Umverteilungsbedarf des Wohlfahrtsstaats und letztlich auch die Steuerbelastung sinken. Überstunden etwa werden bei einem Facharbeiter höher besteuert als bei einem Manager – weil die Sozialabgaben ab rund 4000 Euro brutto nicht mehr ansteigen. So klafft die Differenz immer weiter auseinander: Allein im letzten Jahrzehnt kletterten die Einkommen des obersten Zehntels um zehn Prozent – die Einkommen des untersten Zehntels sanken hingegen um zwölf Prozent. Vor allem die Gehälter in typischen Frauenbranchen sind nach wie vor beschämend niedrig: Eine Helferin in einer Anwaltskanzlei etwa erhält knapp unter 1000 Euro brutto, eine Friseurin kommt im ersten Jahr auf 1108 Euro brutto, selbst diplomierte Krankenschwestern verdienen nicht mehr als 2050 Euro brutto.
Keine Anreize. Auch am Arbeitslosengeld liegt es nicht, dass der Anreiz zum Arbeiten niedrig ist. Denn mit 55 Prozent des vorherigen Verdiensts wird in Österreich im OECD-Vergleich nur wenig Arbeitslosengeld ausbezahlt, außerdem ist die Bezugsdauer mit 20 bis 52 Wochen vergleichsweise kurz. Mehr als 1316 Euro pro Monat bekommt niemand an Arbeitslosengeld, egal, wie hoch das Einkommen vorher war. Das durchschnittliche Arbeitslosengeld beläuft sich auf nicht mehr als 833 Euro bei Männern und 690 Euro bei Frauen, pro Kind und Tag gibt es einen Zuschlag von dürftigen 97 Cent. In den vergangenen zehn Jahren ist das ausbezahlte Arbeitslosengeld weiter gesunken – bei Männern um fast acht Prozent. Immer weniger Menschen können davon leben und brauchen zusätzlich zum Arbeitslosengeld noch Sozialtransfers: Allein im Land Wien muss 60.000 Menschen zusätzlich zum Arbeitslosengeld noch Sozialhilfe bezahlt werden.
Die kuriose Situation: Trotz der Milliarden-Umverteilung ist das System ungerecht, fördert die Falschen und schafft kaum Leistungsanreize – etwa im Familienbereich, nach den Ausgaben für Pensionen und Gesundheit der drittgrößte Brocken im Sozialstaat. 7,5 Milliarden Euro pro Jahr, rund zehn Prozent der Sozialausgaben, kommen den Familien zugute, deutlich mehr als im Schnitt der 26 anderen EU-Staaten. Nur das reiche Luxemburg subventioniert seine Familien noch üppiger. All diese Milliarden können aber nicht verhindern, dass Österreich beide Intentionen der Familienpolitik verfehlt: Die Geburtenrate bleibt niedrig – und die Armut unter den Jüngsten hoch, 90.000 Kinder sind davon betroffen.
Diese desaströse Bilanz dürfte eigentlich nicht überraschen: Seit Jahrzehnten predigen alle Wissenschafter, dass ein treffsicherer Sozialstaat vor allem aus Sachleistungen besteht. All den Erkenntnissen zum Trotz buttert Österreich 90 Prozent seiner Familienleistungen in monetäre Ströme – und fördert damit teuer am Ziel vorbei. Der Wirtschaftsforscher Markus Marterbauer rechnet in seinem Buch „Wem gehört der Wohlstand?“ vor, dass jeder Euro, der in Kindergärten oder Horte (also Sachleistungen) investiert wird, sozial Schwachen mehr hilft als jede Geldleistung: weil mit der Möglichkeit zu arbeiten das Familieneinkommen erhöht wird und weil jede Frühförderung von Kindern deren Bildungschancen verbessert.
Österreich geht aber auch im Jahr 2009 den gegenteiligen Weg: Für die Erhöhung der Familienbeihilfe gibt der Bund 250 Millionen Euro aus, für die steuerliche Absetzbarkeit von Kindern 510 Millionen – und für den Ausbau der Kindergärtenplätze vergleichsweise mickrige 20 Millionen Euro pro Jahr.
Ein weiterer Schwachpunkt: Nur dürftige vier Prozent der Familienleistungen sind ans Einkommen gekoppelt, alle anderen, von der Familienbeihilfe bis zum Kindergeld, werden unterschiedslos, vom Hilfsarbeiter bis zum Oberarzt, ausgeschüttet. Der unerwünschte Effekt: Österreich subventioniert vor allem junge Eltern aus dem Arbeitsmarkt hinaus, wie der Sozialforscher Bernd Marin berechnet hat. Verdient eine junge Frau etwa 14.600 Euro brutto pro Jahr, kommt sie dank Kindergeld auf 17.393 Euro netto. Bei einem Bruttoverdienst von 19.600 Euro aber bleiben ihr netto nur 15.533 Euro übrig. Erst bei einem Bruttogehalt von 22.780 Euro verdient sie wieder 17.393 Euro netto. „Arbeit lohnt sich leider viel zu wenig. Dieses System ist leistungsfeindlich und ungerecht“, sagt Marin.
Verstärkt wird diese Schieflage durch die Finanzierung des Kindergelds: 2002 wurde diese Leistung von der Erwerbsarbeit abgekoppelt, seither bekommen auch Bäuerinnen, Hausfrauen, Selbstständige und Studierende diese Unterstützung. Bezahlt wird das Kindergeld aber ausschließlich über Beiträge auf Löhne. Alle Erwerbstätigen sind also Nettozahler dieser Leistung. Womit sich Arbeit wieder einen Schritt weniger lohnt. Hausfrauen werden aber nicht nur durch das Kindergeld subventioniert. Auch danach setzt der Staat viele Mittel ein, die Frauen vom Arbeitsmarkt fernzuhalten – und verteilt damit nicht nur von Erwerbstätigen zu freiwillig Erwerbslosen, sondern auch von unten nach oben um. Der Alleinverdienerabsetzbetrag, mit dem ein Mann „seine“ Hausfrau von der Steuer absetzen kann, kommt vor allem der oberen Einkommenshälfte zugute. Ähnlich sind die Effekte der so genannten beitragsfreien Mitversicherung, mit der rund 500.000 Hausfrauen (mit oder ohne Kinder) gratis bei ihren Partnern krankenversichert sind. 2008 kostete diese Förderung der Nichtarbeit 1,9 Milliarden Euro (inklusive Kinder) – das entspricht 15 Prozent des gesamten Leistungsaufwands der Krankenversicherung. „Ob diese Hausfrauenförderung sinnvoll ist, kann mit gutem Grund bezweifelt werden“, sagt Michael Fuchs vom Europäischen Zentrum für Sozialforschung. Er regt an, allerspätestens mit dem Schuleintritt der Kinder die Gratisversicherung der Hausfrauen zu beenden.
Dschungel. Bruno Kreisky gab einst die Devise aus, auch der Mittelstand müsse vom Sozialstaat profitieren, damit sich nicht einkommensstärkere Schichten vom Gedanken des Wohlfahrtsstaats verabschieden. Die Wohnbauförderung ist ein klassisches Produkt davon. Seit Kreisky und den siebziger Jahren wurde sie immer wieder renoviert – und ist mittlerweile zu einem Paradebeispiel für Fehlleistung geworden. Finanziert wird die Wohnbauförderung von Arbeitgebern und Arbeitnehmern über den Wohnbauförderungsbeitrag, in Anspruch nehmen dürfen sie alle. Satte 2,6 Milliarden Euro wurden im Jahr 2008 an Wohnbauförderung ausgeschüttet. Die Profiteure der Wohnbauförderung sind keineswegs die sozial Schwachen. „Sie kommt vor allem mittleren und oberen Einkommensschichten zugute“, heißt es in der Wifo-Verteilungsstudie. Fast zwei Drittel der Wohnbaufördermittel fließen in die obere Einkommenshälfte. Das liegt vor allem daran, dass fast jeder ein gefördertes Einfamilienhaus bauen kann – denn die Einkommensgrenzen sind nicht vorhanden oder überaus großzügig. Sie liegen für einen Einpersonenhaushalt bei einem Jahresnettoeinkommen von 34.000 Euro und steigen mit jeder weiteren Person im Haushalt an.
Untere Einkommensschichten finanzieren die Wohnbauförderung zwar mit – kommen aber selten in ihren Genuss, weil ihnen das Eigenkapital zum geförderten Hausbau fehlt. Dennoch ist das geförderte Reihenhaus für die Lehrerfamilie noch einer der sinnvolleren Ergebnisse der Wohnbauförderung – ist diese doch nicht mehr zweckgebunden. „Die Bundesländer können die Wohnbaufördermittel auch zur Budgetsanierung verwenden“, sagt Michael Weingärtner, Wohnbauexperte des Wifo. Damit ist das System der Wohnbauförderung endgültig pervertiert.
Wird mit Wohnbauförderung ein schmuckes Einfamilienhaus im Grünen gebaut, dreht sich das große Förderrad gleich weiter, etwa in Form der Pendlerpauschale, die höheren Einkommen mehr zugutekommt als niederen. Das belegen die Zahlen aus dem Finanzministerium: Die grüne Abgeordnete Gabriela Moser wollte sich im Vorjahr einen Überblick verschaffen, welche Einkommensgruppen die Pendlerpauschale (zwischen 630 und 3372 Euro jährlich) beziehen. Dabei zeigte sich, dass das Gros der Pendlerpauschalen an Personen mit einem durchschnittlichen Bruttojahreseinkommen zwischen 30.000 und 50.000 Euro geht. Rund 415.000 Lohnsteuerpflichtige weist die Statistik 2007 in diesem Segment aus, rund 370.000 von ihnen, also knapp 90 Prozent, profitierten von der Pendlerpauschale. In den unteren Einkommensgruppen, die mit rund drei Millionen die Mehrheit der unselbstständig Beschäftigten ausmachen, setzten bloß 270.000 den Weg zur Arbeit ab – also knapp neun Prozent.
Kanzler Faymann und Finanzminister Pröll scheinen in der Sozialdebatte wild entschlossen, ihren ersten wirklichen Streit weiter zu intensivieren. Eine Aussöhnung im publizistischen Umverteilungskampf zwischen Peter Sloterdijk und Axel Honneth ist ebenso wenig in Sicht. Ein Kommentator richtete beiden Philosophen Ende September aus, „von der Klugheit des John Maynard Keynes und der nachfolgenden Makroökonomik“ jedenfalls „weit entfernt“ zu sein.
Umverteilung-wohin bitte?
Seit der Belohnung der Fleissigen und Tüchtigen nach der Wahl von Schwarz-Blau fand doch die Umverteilung in unglaublicher Rasanz Richtung Politiker und Unternehmer statt. Daran hat sich bis heute nichts geändert. Daß jemand von untätigen Hausfrauen spricht zeugt davon welch Geistes Kind er ist. Unsere Politkasperl haben die Chuzpe und sprechen, mit 15000 Euro p.M., von Tranferleistungen die offengelegt werden sollten? Teile unserer Volksvertreter mit ihren Freunderln bedienen sich schamlosest um Volksvermögen und reissen den Schlapfen auf? Karl-Heinz plus Konsorten zeigen uns wie es geht!meldenantworteneckler
Aber wer hinterleuchtet mal die "armen" Schwerverdiener: Vielleicht verdienen sie Geld das ihnen gar nicht zusteht (Überbezahlte Mangergehälter etc.)
Manche Schwerverdiener verdienen doch nur so viel, weil die Schlechtverdiener ihren Teil dazu leisten.
Ohne Schlechtverdiener keine Schwerverdiener!
Weil der Topmanager nach 2 Tagen nicht mehr arbeiten kann weil die ganzen Schlechtverdiener keine Lebensmittel mehr herstellen!! Schon mal aus der Sicht betrachtet!
Es sollte jeder Österreich auch das Recht haben soviel Geld zu bekommen bzw. Beihilfen um ohne große finanziellen Probleme leben und Kinder ernähren zu können.meldeneinhorn0101, 23. 10. '09 17:21
Re: Für Morris1300...
Meine Tochter hat Hak-Abschluss und arbeitet ganztägig bei einem Rechtsanwalt um 1.100,-- € brutto als Sekretärin. Sie ist also eine eine "Nichtleisterin" da sie keine Lohnsteuer zahlt, bekommt natürlich keine Transferleistungen. Der Rechtsanwalt ist ein "Leistungsträger" da er diesen Schandlohn zahlt, der Arme. "seine Sekretärin gibt ihm recht" (???) Ich habe selten so einen Schwachsinn gelesen.meldenBillakassier, 24. 10. '09 10:56
Re: Für Morris1300...
Naja, wenn dein Sohn schon Lernschwächen hat, wäre es auch die Pflicht der Eltern, ihn zu fördern. Man kann die Leistung eines Lehrers nicht allein an der Performance nur der unterdurchschnittlichen Schüler festmachen.meldenmorris1300, 22. 10. '09 23:34
Das ist Diskriminierung - laßt das doch bitte!
Zitat: "Dennoch ist das geförderte Reihenhaus für die Lehrerfamilie noch einer der sinnvolleren Ergebnisse der Wohnbauförderung – ist diese doch nicht mehr zweckgebunden. "
Was soll denn das bitte, reicht Angestelltenfamilie nicht auch aus? Ich bin zwar nicht Lehrer, bin aber extrem feinfühlig, wenn es um Diskriminierung geht. Ich würde euch von der Redaktion - und natürlich auch den Chefredakteur, falls er dazu Zeit finden möge - ersuchen, diese tendenziell diskriminierenden Aussagen zu unterlassen. Damit untergräbt profil nur seine Glaubwürdigkeit hinsichtlich einer professionellen Berichterstattung. Natürlich weiß ich nur zu gut, welche Meinungen Herr Konrad vertritt, aber ich schreibe das dann nicht, nur um bei seinen Partys eingeladen zu werden!meldenantwortenifiat, 22. 10. '09 17:18
Ungerechtes Österreich ?
Allein das Wort "Umverteilung" erzeugt in mit Wut. Am Sozialstaat ist nichts zu rütteln. Daß jedoch PolitikerInnen jeder Farbe nur mehr darauf aus sind, Steuerleistungen, die von fähigen und strebsamen Menschen in dieser Republik privat erwirtschaftet werden, denjenigen in die Schuhe zu schieben, die es eigentlich nicht verdienen, ist unerträglich. Im Artikel nicht ewähnt wird, daß die immensen Zahlungen an die EU, die ebenfalls Steuerleistungen derjenigen sind, die kräftig "hackeln", um diesen unappetitlichen Ausdruck der Regierung zu verwenden, Transferzahlungen sind, die ebenfalls vielen zu Recht oder zu Unrecht zugute kommen, Der Mittelstand und die Oberschicht sind jene in diesem Staat, die das gesamte Wirtschafts- und Sozialsystem am Leben erhalten.
Dienstag, 20. Oktober 2009
Was bestimmt Transfersummen im Fußball
wwwhttp://www.frontier-economics.com/_library/pdfs/frontier news - Pressemitteilung - Ist Ronaldo seinen Preis wert.pdf
Freitag, 16. Oktober 2009
Alexander Technik
Dem Unterricht liegen die Annahmen zu Grunde, dass alte gewohnte körperliche Verhaltensmuster gehemmt und durch neue bessere Reaktionsmuster ersetzt werden können. Des Weiteren wird angenommen, dass der (Alexander-) Lehrer bessere Verhaltensmöglichkeiten kennt und dem Schüler vermitteln kann. Als idealtypische Haltung gilt dabei eine möglichst aufrechte, gerade Haltung bei gleichzeitig größtmöglicher Gelöstheit. Dem entsprechend gilt für die Bewegung idealtypisch eine größtmögliche Wirksamkeit bei möglichst geringer Anstrengung. Der Unterricht erfolgt in einem sehr langsamen, quasi meditativen Tempo, in dem sich der Schüler seiner Empfindungen auch bei kleinsten Haltungs- und Bewegungsunterschieden bewusst werden kann. Der Lehrer arbeitet sowohl mit Handlungsanweisungen, zum Beispiel: "Lasse den Kopf nach vorn und nach oben streben, sodass der Rücken länger und breiter wird", als auch mit den Unterricht begleitenden sanften manuellen Korrekturen
Analyse - Lachen - Karikatur = ANLAKA
Analyse - Lachen - Karikatur = ANLAKA
Pensionen
Laut einem Bericht der EU-Kommission werden die Pensionskosten im nächsten Jahr 12,7 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) für Österreich betragen. Höher liegen nur Italien mit 14,0 und Frankreich mit 13,5 Prozent des BIP. EU-weit liegt der Durchschnitt bei 9,1 Prozent des BIP.
Das demografische Problem
Die Ausgangslage ist für alle gleich: Die Lebenserwartung steigt, ohne Reformen müssen immer weniger Junge die Pensionen von immer mehr Älteren bezahlen. Im Jahr 2060 werden Männer laut demografischen Schätzungen durchschnittlich um 8,5 Jahre länger leben als heute, Frauen um 6,9 Jahre.
Für Österreich weist ein Bericht der EU-Kommission im Europavergleich sogar weit überdurchschnittliche Lebenserwartungen und Steigerungsraten aus: Bei Frauen soll sie von heute 82,9 Jahren auf 89,2 Jahre steigen, bei Männern von 77,4 Jahren auf 84,9 Jahre.
Das demografische Problem
Die Ausgangslage ist für alle gleich: Die Lebenserwartung steigt, ohne Reformen müssen immer weniger Junge die Pensionen von immer mehr Älteren bezahlen. Im Jahr 2060 werden Männer laut demografischen Schätzungen durchschnittlich um 8,5 Jahre länger leben als heute, Frauen um 6,9 Jahre.
Für Österreich weist ein Bericht der EU-Kommission im Europavergleich sogar weit überdurchschnittliche Lebenserwartungen und Steigerungsraten aus: Bei Frauen soll sie von heute 82,9 Jahren auf 89,2 Jahre steigen, bei Männern von 77,4 Jahren auf 84,9 Jahre.
Donnerstag, 15. Oktober 2009
Die Google Falle
Hauptinformationsquelle für die “Google-Falle” war aber freilich nicht die Suchfunktion Googles, sondern Dutzende Experten, mit denen ich in z. T. stundenlangen Interviews, Gesprächen und via E-Mail mehr über den Such-Giganten herausgefunden habe. Der Titel »Die Google-Falle« machtfreilich deutlich, dass es sich um keinen Jubel-Trubel-Heiterkeits-Bericht handelt – den hat der Pulitzer-Preisträger David Vise mit seinem Buch »Die Google-Story« schon geschrieben.
»Die Google-Falle« hat ein anderes Ziel: Sie soll zur Bewusstseinsbildung beitragen und aufzeigen, in welchem Zwiespalt Internet-Nutzer leben, welche Versäumnisse Europa gemacht hat und worauf wir achten sollten, wenn wir das Internet für unsereZwecke nutzen wollen. Es wird anhand von Fakten bewiesen, dass Google seit Jahren schon der eifrigste Datensammler der Welt ist, dass es zahlreiche Patente auf Methoden gibt, mit denen die Internet-Nutzer verfolgt, analysiert und kategorisiert werden. Dass Versprechen, keine Daten auszuwerten und sie nach 18 Monatenzu löschen, nur Lippenbekenntnisse sind und warum man Informationen und Daten über die Nutzer braucht, um auch in Zukunft erfolgreich sein zu können. In der “Google-Falle” steht aber auch, welche Pläne Google für die Zukunft hat; warum es ins Handy- und Telekom-Geschäft einsteigen will und wie es den kompletten Werbemarkt – vom Internet über Zeitungen bis hin zum TV– dominieren will. Und wenn Google an Projekten arbeitet, die sich mit Medizin, Genforschung und Genanalyse beschäftigen, sollte uns das zu denken geben und Angst machen. Google ist schon längst keine bloße Suchmaschine mehr. Es ist eine der wertvollsten Firmen derWelt, die es einem ausgeklügelten PR-Konzept und der großen Masse an begeisterten Internet-Nutzern zu verdanken hat, dass deren Chefs zu den reichsten Geschäftsleuten der Welt gehören. Auf Kosten des Datenschutzes.
»Die Google-Falle« hat ein anderes Ziel: Sie soll zur Bewusstseinsbildung beitragen und aufzeigen, in welchem Zwiespalt Internet-Nutzer leben, welche Versäumnisse Europa gemacht hat und worauf wir achten sollten, wenn wir das Internet für unsereZwecke nutzen wollen. Es wird anhand von Fakten bewiesen, dass Google seit Jahren schon der eifrigste Datensammler der Welt ist, dass es zahlreiche Patente auf Methoden gibt, mit denen die Internet-Nutzer verfolgt, analysiert und kategorisiert werden. Dass Versprechen, keine Daten auszuwerten und sie nach 18 Monatenzu löschen, nur Lippenbekenntnisse sind und warum man Informationen und Daten über die Nutzer braucht, um auch in Zukunft erfolgreich sein zu können. In der “Google-Falle” steht aber auch, welche Pläne Google für die Zukunft hat; warum es ins Handy- und Telekom-Geschäft einsteigen will und wie es den kompletten Werbemarkt – vom Internet über Zeitungen bis hin zum TV– dominieren will. Und wenn Google an Projekten arbeitet, die sich mit Medizin, Genforschung und Genanalyse beschäftigen, sollte uns das zu denken geben und Angst machen. Google ist schon längst keine bloße Suchmaschine mehr. Es ist eine der wertvollsten Firmen derWelt, die es einem ausgeklügelten PR-Konzept und der großen Masse an begeisterten Internet-Nutzern zu verdanken hat, dass deren Chefs zu den reichsten Geschäftsleuten der Welt gehören. Auf Kosten des Datenschutzes.
Mittwoch, 14. Oktober 2009
Ostrom
Dabei forscht Ostrom vor allem über die Problematik von Kollektivgütern, auch Allmende genannt. Diese unterscheiden sich von den reinen öffentlichen Gütern wie etwa „Wissen“. Dazu ein Beispiel: Dem Radioempfang von Herrn Meyer tut es keinen Abbruch, wenn auch Herr Müller dasselbe Programm einschaltet. Es besteht „keine Rivalität im Konsum“ solcher reiner öffentlicher Güter. Wenn hingegen Meyer einen Fisch aus dem Ozean angelt, kann Müller nicht den gleichen Fisch an Land ziehen. Der Konsum der Ressource durch Herrn Meyer „rivalisiert“ mit dem von Herrn Müller. Es handelt sich um ein Allmendegut.
Jenseits des Elfenbeinturms
Die werbefreie Bereitstellung von Radioprogrammen leidet ebenso wie der Schutz der Fischbestände vor Übernutzung darunter, dass es schwer ist, Konsumenten vom Zugang zu diesen Gütern auszuschließen. Insbesondere im Umweltbereich droht die sogenannte „Tragik der Allmende“ - eine Übernutzung der Ressource durch die vielen Einzelnen, die sich Zugang verschaffen können. Es kommt beispielsweise zu einer Überfischung von Seen und Meeren. Oder gemeinschaftlich genutzte Weideflächen werden zu stark abgegrast. Die übliche Kombination aus demokratischer Verwaltungsfreude und obrigkeitsstaatlichem Denken, die auch Ökonomen angesichts dieser Situation häufig vorschnell nach dem zentralen Staatseingriff rufen lässt, liegt Elinor Ostrom allerdings fern. Durch sorgfältiges Studium zunächst realer gesellschaftlicher Institutionen und später durch Experimente im Labor (oft gemeinsam mit dem bedeutenden Experimentalökonomen James Walker) konnte sie Bedingungen herausarbeiten, unter denen „spontane“ gesellschaftliche Lösungen für Allmendeprobleme gefunden werden können.
In ihrem Buch „Governing the Commons“ von 1990 (deutsch: „Die Verfassung der Allmende“) beschreibt Ostrom beispielsweise, wie Schweizer Almbauern durch nichtstaatliche Institutionen ihre Almwiesen vor Überweidung schützen. Sie vereinbaren Nutzungsregeln und wählen einen diese überwachenden „Gewalthaber“, der aber gerade keine staatliche Gewalt hat, sondern von den Betroffenen selbst eingesetzt wird. Analoge Beispiele aus Japan zeigen, dass Menschen auf ähnliche Probleme erfolgreich mit strukturell ähnlichen, wenn auch im Detail unterschiedlichen Regeln reagieren.
Jenseits des Elfenbeinturms
Die werbefreie Bereitstellung von Radioprogrammen leidet ebenso wie der Schutz der Fischbestände vor Übernutzung darunter, dass es schwer ist, Konsumenten vom Zugang zu diesen Gütern auszuschließen. Insbesondere im Umweltbereich droht die sogenannte „Tragik der Allmende“ - eine Übernutzung der Ressource durch die vielen Einzelnen, die sich Zugang verschaffen können. Es kommt beispielsweise zu einer Überfischung von Seen und Meeren. Oder gemeinschaftlich genutzte Weideflächen werden zu stark abgegrast. Die übliche Kombination aus demokratischer Verwaltungsfreude und obrigkeitsstaatlichem Denken, die auch Ökonomen angesichts dieser Situation häufig vorschnell nach dem zentralen Staatseingriff rufen lässt, liegt Elinor Ostrom allerdings fern. Durch sorgfältiges Studium zunächst realer gesellschaftlicher Institutionen und später durch Experimente im Labor (oft gemeinsam mit dem bedeutenden Experimentalökonomen James Walker) konnte sie Bedingungen herausarbeiten, unter denen „spontane“ gesellschaftliche Lösungen für Allmendeprobleme gefunden werden können.
In ihrem Buch „Governing the Commons“ von 1990 (deutsch: „Die Verfassung der Allmende“) beschreibt Ostrom beispielsweise, wie Schweizer Almbauern durch nichtstaatliche Institutionen ihre Almwiesen vor Überweidung schützen. Sie vereinbaren Nutzungsregeln und wählen einen diese überwachenden „Gewalthaber“, der aber gerade keine staatliche Gewalt hat, sondern von den Betroffenen selbst eingesetzt wird. Analoge Beispiele aus Japan zeigen, dass Menschen auf ähnliche Probleme erfolgreich mit strukturell ähnlichen, wenn auch im Detail unterschiedlichen Regeln reagieren.
Williamson
Nun ist es so weit: Williamson erhält den Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaften. Als Begründung wird seine konsequente Analyse der „Governance“-Strukturen wirtschaftlicher Organisationen angeführt, vor allem der Grenzen des Unternehmens. Organisationen sind nicht einfach da und funktionieren automatisch, sondern - so zeigt Williamson - es geht darum, gute Organisationen zu schaffen und dabei zu berücksichtigen, wie sich Menschen verhalten und wie sie auf Regeln, Organisations- und Kontrollstrukturen reagieren. Was heute als Corporate Governance weithin bekannt ist, lässt sich letztlich auf Williamson zurückführen. Allerdings ist sein Ansatz wesentlich umfassender, lässt er sich doch auf alle anderen Organisationen anwenden.
Williamsons Beitrag zur Theorie der Unternehmung
Warum gibt es überhaupt Unternehmen? Offenbar, weil Unternehmer so effizienter wirtschaften, als wenn sie alle (Vor-)Leistungen auf einem atomistischen Markt einkauften. Lange Zeit wurden Unternehmen aber als eine „Black Box“ betrachtet. Die konkrete Organisation wurde kaum untersucht. Fragen wie die geeignete Größe von Unternehmen, deren optimale Grenzen sowie ihre Ausgestaltung und ihre Alternativen kamen zu kurz. Williamson, der am Massachusetts Institute of Technology, an der Stanford University und an der Carnegie-Mellon University ausgebildet wurde, hat diese Fragen nüchtern und akribisch gestellt und zunehmend differenzierter beantwortet.
Auf diese Weise ist ein Werk zustande gekommen, das nicht nur ein systematisches Analyseraster für alle Fragen der ökonomischen Governance enthält, sondern in dem auch ein Kriterium für den Vergleich unterschiedlicher Organisationen angeboten wird. Williamson betont, dass die Vorbereitung und Durchführung jedes Geschäfts mit Kosten verbunden ist, den Transaktionskosten. Auf dem Fundament der Transaktionskostentheorie lassen sich wichtige Fragen untersuchen. Zum Beispiel: Wann soll ein Unternehmen eine eigene Entwicklungsabteilung unterhalten und unter welchen Voraussetzungen besser eine Lizenz erwerben? Oder bietet sich ein Gemeinschaftsunternehmen mit Wettbewerbern an?
„Hybride“ Organisationsformen gewinnen an Bedeutung
Zum Thema
Wirtschaftsnobelpreis-Trägerin Ostrom: Jenseits des Elfenbeimturms
Diese Fragen kann man nicht beantworten, ohne einen Vergleich all dieser Kostenelemente durchzuführen. Dessen Ergebnis wiederum hängt von wichtigen Faktoren ab, etwa der Spezifität der Investitionen für diese Entwicklung, die mit Abhängigkeit und Ausbeutbarkeit verbunden sein können. Um der Gefahr der Ausbeutung und Erpressung durch externe Entwickler zu begegnen, versucht sich das Unternehmen abzusichern. Das ist mit Transaktionskosten verbunden. Ein hoher Spezifitätsgrad wird also tendenziell für eine eigene Entwicklungsabteilung eines Unternehmens sprechen. Anders stellt es sich für unspezifische, standardisierte Elemente dar, die über Markttransaktionen organisiert werden können.
Williamsons Beitrag zur Theorie der Unternehmung
Warum gibt es überhaupt Unternehmen? Offenbar, weil Unternehmer so effizienter wirtschaften, als wenn sie alle (Vor-)Leistungen auf einem atomistischen Markt einkauften. Lange Zeit wurden Unternehmen aber als eine „Black Box“ betrachtet. Die konkrete Organisation wurde kaum untersucht. Fragen wie die geeignete Größe von Unternehmen, deren optimale Grenzen sowie ihre Ausgestaltung und ihre Alternativen kamen zu kurz. Williamson, der am Massachusetts Institute of Technology, an der Stanford University und an der Carnegie-Mellon University ausgebildet wurde, hat diese Fragen nüchtern und akribisch gestellt und zunehmend differenzierter beantwortet.
Auf diese Weise ist ein Werk zustande gekommen, das nicht nur ein systematisches Analyseraster für alle Fragen der ökonomischen Governance enthält, sondern in dem auch ein Kriterium für den Vergleich unterschiedlicher Organisationen angeboten wird. Williamson betont, dass die Vorbereitung und Durchführung jedes Geschäfts mit Kosten verbunden ist, den Transaktionskosten. Auf dem Fundament der Transaktionskostentheorie lassen sich wichtige Fragen untersuchen. Zum Beispiel: Wann soll ein Unternehmen eine eigene Entwicklungsabteilung unterhalten und unter welchen Voraussetzungen besser eine Lizenz erwerben? Oder bietet sich ein Gemeinschaftsunternehmen mit Wettbewerbern an?
„Hybride“ Organisationsformen gewinnen an Bedeutung
Zum Thema
Wirtschaftsnobelpreis-Trägerin Ostrom: Jenseits des Elfenbeimturms
Diese Fragen kann man nicht beantworten, ohne einen Vergleich all dieser Kostenelemente durchzuführen. Dessen Ergebnis wiederum hängt von wichtigen Faktoren ab, etwa der Spezifität der Investitionen für diese Entwicklung, die mit Abhängigkeit und Ausbeutbarkeit verbunden sein können. Um der Gefahr der Ausbeutung und Erpressung durch externe Entwickler zu begegnen, versucht sich das Unternehmen abzusichern. Das ist mit Transaktionskosten verbunden. Ein hoher Spezifitätsgrad wird also tendenziell für eine eigene Entwicklungsabteilung eines Unternehmens sprechen. Anders stellt es sich für unspezifische, standardisierte Elemente dar, die über Markttransaktionen organisiert werden können.
Freitag, 2. Oktober 2009
Marcuse versus Anders
Für A führt Automation zur Antiquiertheit der Arbeit, eine Existenz ohne Arbeit sieht er nicht wie Marcuse als Aussicht auf ein Reich der Freiheit, sondern als Perspektive eines „höllischen Daseins“ (AM 2: 27), da dadurch die Arbeit teloslos, anspruchslos und zu einem wartenden Kontrollieren der Maschine würde; und vor allem da dem Menschen die Nichtarbeit und ständige Freizeitunterhaltung unerträglich sein würden (AM 2: 98). „Schon heute sehe ich unsere Urenkel vor mir: Automationshirten und Arbeitslose, die sich nach der Fließband-Arbeit [...] zurücksehnen werden, weil diese Arbeit doch noch ein Minimum an Tun, also etwas vergleichsweise Humanes, dargestellt und sie der Mühe, die Zeit selbst totschlagen zu müssen, enthoben hatte“ (AM 2: 102).
Der Unterschied besteht nun darin, dass Marcuse zwar wie Anders die negativen Wirkungen der heutigen Technik in der Produktion eines „Millionenhaufen[s] von Arbeitslosen“ (AM: 2 94)[1] und in „Antreiberei, technologischer Arbeitslosigkeit, Stärkung der Position der Betriebsführung, zunehmende Ohnmacht und Resignation auf Seiten der Arbeiter“ (EM: 50) sieht, aber davon ausgeht, dass die Dialektik der Technik heute darin besteht, dass materielle Bedingungen einer freien Gesellschaft geschaffen werden, die unter kapitalistischen Bedingungen jedoch nicht realisiert werden könnten. Resultat davon sei die Zunahme gesellschaftlicher Probleme. Eine freie Gesellschaft müsste eine „neue Technik entwickeln“ (EM: 238), um ihr Wesen eines „Daseins in freier Zeit auf der Basis befriedigter Lebensbedürfnisse“ (EM: 242) zu ermöglichen. Für Marcuse gehen Begriffe wie Muße, Sieg über den Mangel, freie Zeit, geistige Arbeit, Feiertag, Reich der Freiheit, Geist und nichtoperationelles Denken über die bestehende Gesellschaftsformation hinaus. Er geht davon aus, dass sich in einer freien Gesellschaft auch die Triebstruktur des Menschen verändert, wodurch an Stelle des repressiven ein freies Realitätsprinzip trete und die heute auf Basis entfremdender Strukturen freigesetzten aggressiven und zerstörerischen Triebenergien in Energie der Lebenstriebe verwandelt werden könnte. Erst ein derart veränderter Mensch könne den Zuwachs an Freiheit sinnstiftend und zum Fortschritt aller nutzen.
Der Unterschied besteht nun darin, dass Marcuse zwar wie Anders die negativen Wirkungen der heutigen Technik in der Produktion eines „Millionenhaufen[s] von Arbeitslosen“ (AM: 2 94)[1] und in „Antreiberei, technologischer Arbeitslosigkeit, Stärkung der Position der Betriebsführung, zunehmende Ohnmacht und Resignation auf Seiten der Arbeiter“ (EM: 50) sieht, aber davon ausgeht, dass die Dialektik der Technik heute darin besteht, dass materielle Bedingungen einer freien Gesellschaft geschaffen werden, die unter kapitalistischen Bedingungen jedoch nicht realisiert werden könnten. Resultat davon sei die Zunahme gesellschaftlicher Probleme. Eine freie Gesellschaft müsste eine „neue Technik entwickeln“ (EM: 238), um ihr Wesen eines „Daseins in freier Zeit auf der Basis befriedigter Lebensbedürfnisse“ (EM: 242) zu ermöglichen. Für Marcuse gehen Begriffe wie Muße, Sieg über den Mangel, freie Zeit, geistige Arbeit, Feiertag, Reich der Freiheit, Geist und nichtoperationelles Denken über die bestehende Gesellschaftsformation hinaus. Er geht davon aus, dass sich in einer freien Gesellschaft auch die Triebstruktur des Menschen verändert, wodurch an Stelle des repressiven ein freies Realitätsprinzip trete und die heute auf Basis entfremdender Strukturen freigesetzten aggressiven und zerstörerischen Triebenergien in Energie der Lebenstriebe verwandelt werden könnte. Erst ein derart veränderter Mensch könne den Zuwachs an Freiheit sinnstiftend und zum Fortschritt aller nutzen.
Sonntag, 27. September 2009
Mittwoch, 16. September 2009
No , we can't - Minilateralism
Lob gibt es für Obama, der nach Meinung der Studienautoren den richtigen Weg eingeschlagen hat, indem er auf andere Staaten zugehe und den Dialog auch mit schwierigen Gesprächspartnern wie dem Iran und Russland suche. Er habe die Grenzen der USA erkannt, anderen Staaten den eigenen Willen aufzuzwingen, so die Experten.
Diese neuen Partnerschaften könnten künftig von enormer strategischer Bedeutung sein. "In den nächsten ein bis zwei Jahren werden die USA ihre Stärke vor allem darauf konzentrieren müssen, möglichst viele Staaten davon zu überzeugen, im Sinne Washingtons mehr Verantwortung zu übernehmen", heißt es in der Studie.
"Minilateralismus" entscheidend
Gerade in den Bereichen, in denen die USA stark gefordert seien, wird es laut IISS-Studie notwendig sein, mit den jeweils entscheidenden Staaten zusammenzuarbeiten. Gefragt sei eine "Koalition der Wichtigen", um regionale Konflikte, aber auch Themen wie den Klimawandel anzusprechen, so das IISS. Ein Test dafür sei der von Obama für März 2010 in Washington geplante Gipfel zur atomaren Sicherheit. Dieser "Minilateralismus" sei entscheidend für die künftige Position der USA in der Welt.
Diese neuen Partnerschaften könnten künftig von enormer strategischer Bedeutung sein. "In den nächsten ein bis zwei Jahren werden die USA ihre Stärke vor allem darauf konzentrieren müssen, möglichst viele Staaten davon zu überzeugen, im Sinne Washingtons mehr Verantwortung zu übernehmen", heißt es in der Studie.
"Minilateralismus" entscheidend
Gerade in den Bereichen, in denen die USA stark gefordert seien, wird es laut IISS-Studie notwendig sein, mit den jeweils entscheidenden Staaten zusammenzuarbeiten. Gefragt sei eine "Koalition der Wichtigen", um regionale Konflikte, aber auch Themen wie den Klimawandel anzusprechen, so das IISS. Ein Test dafür sei der von Obama für März 2010 in Washington geplante Gipfel zur atomaren Sicherheit. Dieser "Minilateralismus" sei entscheidend für die künftige Position der USA in der Welt.
Montag, 14. September 2009
Water
Ironically, the hunt for energy alternatives to replace oil could make the water problem much worse. Some biofuels use significant amounts of water, including otherwise efficient sugar cane (unlike rain-soaked ethanol giant Brazil, most sugar-cane producers have to irrigate). Similarly, the various technologies that are seen as essential to the clean use of coal are water hogs. Plug-in hybrid cars also increase water use because they draw electricity, and most types of power plants use water as a coolant. Even seemingly unrelated technologies, such as silicon chips (key to everything from smart-grid technologies to more efficient energy use) require a great deal of water to produce.
Many countries could begin to address this by working out schemes to charge for water, the single best way to grapple with this problem. Alternatively, they may build nuclear desalination plants that make saltwater drinkable. Neither course is perfect. A de facto privatization of water has occurred throughout the world, with low-income populations forced to purchase bottled water to avoid contamination, but even so, the ideal of the right to free water has held firm and governments have found it politically untenable to charge even nominal sums. And those nuclear desalination plants? As countries that have deployed this technology, such as India, Japan, and Kazakhstan, have found, they're bloody expensive, at hundreds of millions of dollars a pop.
Many countries could begin to address this by working out schemes to charge for water, the single best way to grapple with this problem. Alternatively, they may build nuclear desalination plants that make saltwater drinkable. Neither course is perfect. A de facto privatization of water has occurred throughout the world, with low-income populations forced to purchase bottled water to avoid contamination, but even so, the ideal of the right to free water has held firm and governments have found it politically untenable to charge even nominal sums. And those nuclear desalination plants? As countries that have deployed this technology, such as India, Japan, and Kazakhstan, have found, they're bloody expensive, at hundreds of millions of dollars a pop.
Donnerstag, 10. September 2009
Toyota - Hyundai
Seit dem Anlaufen moderner Hybridautos 1997 wurden bisher weltweit 2,1 Millionen dieser Zwitter-Fahrzeuge verkauft.
Das ist weit mehr, als Kritiker damals voraussagten, aber gleichzeitig auch bescheiden, wenn man es mit der jährlichen Pkw-Jahresproduktion in der Höhe von knapp 60 Millionen vergleicht.
Gegen einen echten Durchbruch spricht aber vor allem eine Tatsache: Mehr als die Hälfte aller bisher verkauften Hybridautos entfällt auf ein einziges Modell, nämlich den Toyota Prius. Insgesamt gibt es weltweit nicht einmal ein Dutzend an Hybrid-Modellen, die bisher über mehrere Jahre die 10.000-Stück-Marke überschreiten.
Hybridantrieb ist noch immer für die meisten Autofahrer etwas Elitäres. Die exklusiven Hybrid-Versuche der deutschen Premiumhersteller, die gerade anrollen, unterstreichen dieses Image.
Doch das könnte sich demnächst radikal ändern. Der erste Hersteller, der mit einem Kampfpreis gegen das elitäre Hybrid-Image anfuhr, war dieses Jahr Honda mit dem Insight. Den echten Durchbruch und damit die wahre Demokratisierung dürften jedoch Massenhersteller wie Hyundai bringen. Der koreanische Produzent will bis 2018 pro Jahr 500.000 Hybridautos bauen (siehe Seite 8) . Das entspricht immerhin einem Drittel der aktuellen Jahresproduktion. Diese Offensive wird nur dann gelingen, wenn auch die Preise für Hybridtechnologie samt Lithium-Akkus auf Hyundai-Niveau sinken.
Das ist weit mehr, als Kritiker damals voraussagten, aber gleichzeitig auch bescheiden, wenn man es mit der jährlichen Pkw-Jahresproduktion in der Höhe von knapp 60 Millionen vergleicht.
Gegen einen echten Durchbruch spricht aber vor allem eine Tatsache: Mehr als die Hälfte aller bisher verkauften Hybridautos entfällt auf ein einziges Modell, nämlich den Toyota Prius. Insgesamt gibt es weltweit nicht einmal ein Dutzend an Hybrid-Modellen, die bisher über mehrere Jahre die 10.000-Stück-Marke überschreiten.
Hybridantrieb ist noch immer für die meisten Autofahrer etwas Elitäres. Die exklusiven Hybrid-Versuche der deutschen Premiumhersteller, die gerade anrollen, unterstreichen dieses Image.
Doch das könnte sich demnächst radikal ändern. Der erste Hersteller, der mit einem Kampfpreis gegen das elitäre Hybrid-Image anfuhr, war dieses Jahr Honda mit dem Insight. Den echten Durchbruch und damit die wahre Demokratisierung dürften jedoch Massenhersteller wie Hyundai bringen. Der koreanische Produzent will bis 2018 pro Jahr 500.000 Hybridautos bauen (siehe Seite 8) . Das entspricht immerhin einem Drittel der aktuellen Jahresproduktion. Diese Offensive wird nur dann gelingen, wenn auch die Preise für Hybridtechnologie samt Lithium-Akkus auf Hyundai-Niveau sinken.
Samstag, 4. April 2009
The Lord listens & hels - Jeremiah
Almsgiving proceeds from a merciful heart and is more useful for the one who practices it than for the one who recieves it, for the man who makes a practice of almsgiving draws out a spiritual profit from his acts, whilst those who recieve his alms recieve only a temporal benefit.
-- St. Thomas Aquinas
-- St. Thomas Aquinas
Freitag, 3. April 2009
Lehrauftraege
. 1. Rudi Sailer Paragraph 611 BGBL erklaeren
2. BM Winkler den Inhalt von google (foundation concept ikg) erklaeren nach Ersetzung)
von :
Rapp --> BM Winkler
NR. Max Hoffmann --> Rudi Sailer
Gudrun bleibt ( sie ist unersetzlich)
2. BM Winkler den Inhalt von google (foundation concept ikg) erklaeren nach Ersetzung)
von :
Rapp --> BM Winkler
NR. Max Hoffmann --> Rudi Sailer
Gudrun bleibt ( sie ist unersetzlich)
Freitag, 27. März 2009
Donnerstag, 26. März 2009
Angsttsommer - was bisher geschah
In einem Dorf an der oberösterreichisch-niederösterreichischen Grenze, im Niemandsland Ende April 1945: Der Sargmacher Sepp fährt mit seinem Pferdefuhrwerk einen Sarg ins Dorf. Der 14 jährige Karl umlauert ihn - und die Bauerntochter Theres, seine 17 jährige Schwester, beobachtet ihn von weitem. Im Sarg ist etwas Lebendiges, murmeln die Dörfler.
In der Friedhofskapelle befreit der Sepp einen Mann aus der Kiste - es entfaltet sich ein vielschichtiger Roman um Schuld und Liebe: in komischen, sanften und grausigen Szenen ersteht die Zeit unmittelbar nach dem Ende des Krieges als Kino im Kopf.
In der Friedhofskapelle befreit der Sepp einen Mann aus der Kiste - es entfaltet sich ein vielschichtiger Roman um Schuld und Liebe: in komischen, sanften und grausigen Szenen ersteht die Zeit unmittelbar nach dem Ende des Krieges als Kino im Kopf.
Samstag, 21. März 2009
Vermögensbildung im 20. Jahrhundert
Methodik: Michael Pammer - Institut Sandgruber JKU Linz MEETING : Dr. Sieberer , 5370 Kirchengasse Telefon 64588
Sonntag, 8. März 2009
Migration Sport - Teubert Bielefeld
http://www.uni-bielefeld.de/sport/arbeitsbereiche/ab_iii/forschung/integration-im-sport/dipl_sportwiss_hilke_teubert.html
Möglichkeiten f. Integration v. Sportlern
„Wenn wir Zuwanderung zulassen, ohne Angebote auf Integration zu bieten, können wir keine Fortschritte erzielen, hoch Qualifizierte in den Arbeitsmarkt zu bekommen“, so Prof. Dr. Klaus F. Zimmermann, Präsident des DIW Berlin. Journalist Richard Herzinger kritisiert darüber hinaus die gesellschaftliche Wahrnehmung gut ausgebildeter Migranten: „Qualifizierte Ausländer drohen demnach erst noch zu qualifizierenden Deutschen die zukünftigen Arbeitsplätze wegzunehmen. In Wahrheit beleben sie die Wirtschaft, ziehen das Niveau nach oben und die Einheimischen mit. Wer das nicht versteht, gerät in der globalisierten Ökonomie auf die Verliererstraße.“ Um aber Spitzenakademiker zu gewinnen, muss gezielt um sie geworben werden. Vereinfachte Aufenthaltsbedingungen, vereinfachte Verfahren für die Anerkennung von Bildungstiteln, Möglichkeiten zur Nachqualifizierung und die Ausweitung des Sprachangebots bis zum Oberstufen-Niveau wären Instrumente, ausländischen Akademikern eine gleichberechtigte Teilhabe an der Arbeitswelt zu ermöglichen. Angebote wie das der Universität Oldenburg und des Otto-Benecke-Akademikerprogramms müssen daher flächendeckend und für möglichst viele Fächer eingerichtet werden. Zudem fehlt ein positives Signal. Einwanderung wird in Deutschland zu oft mit Angst, Gefahr und Unsicherheit verbunden. Dabei steht fest: „Der Zuzug ausgebildeter ausländischer Arbeitskräfte ist kein bürokratisch einzugehendes, notwendiges Übel, sondern ein lebenswichtiges Element der deutschen Zukunft.“ Deutschland kann sich das Verschwenden von Potenzial schlicht nicht länger leisten – weder gesellschaftlich, noch wirtschaftlich. Deshalb braucht es Spitzenköpfe, heute mehr denn je. Denn es steht fest: Je höher der Bildungsabschluss, desto eher gelingt die Integration, desto geringer ist die Gefahr von Arbeitslosigkeit oder der Bezug sozialer Transferleistungen. Es ist im Interesse aller, Migranten in Deutschland eine Perspektive zu geben. Karrieren statt Barrieren sollte dabei das Leitmotiv sein.
References
Docquier, F/Marfouk,A. (2007): The Brain Drain Data Base, Weltbank, http://econ.worlbank.org/
David Metcalf, MAC-Vorsitzender, bei der Präsentation der Studie: www.ukba.homeoffice.gov.uk/aboutus/workingwithus/inbodies/mac/
http://www.focus.de/karriere/perspektiven/fachkraefte/tid-7359/migranten_aid_132146.html
Sieben Fragen an Klaus F. Zimmermann, „Hoch qualifizierte Zuwanderer brauchen Integrationsangebote“, in: Wochenbericht des DIW Berlin 42/2008, S. 645
Jasna Makdissi, Hamburg 2008
References
Docquier, F/Marfouk,A. (2007): The Brain Drain Data Base, Weltbank, http://econ.worlbank.org/
David Metcalf, MAC-Vorsitzender, bei der Präsentation der Studie: www.ukba.homeoffice.gov.uk/aboutus/workingwithus/inbodies/mac/
http://www.focus.de/karriere/perspektiven/fachkraefte/tid-7359/migranten_aid_132146.html
Sieben Fragen an Klaus F. Zimmermann, „Hoch qualifizierte Zuwanderer brauchen Integrationsangebote“, in: Wochenbericht des DIW Berlin 42/2008, S. 645
Jasna Makdissi, Hamburg 2008
Samstag, 7. März 2009
Model for investing into migrant sportsmen/women
http://www.ualberta.ca/~bhumphre/papers/hockey_migration.pdf
Sport & Migation
Untertitel Welche Rolle kann Sport im Integrationsverlauf spielen?
Autorin David Weber
Seiten 82 Seiten
Hochschule Evangelische Fachhochschule Ludwigshafen Hochschule für Sozial- und Gesundheitswesen Deutschland
Art der Arbeit Diplomarbeit
Abgabe 2007
Note 2
Preis 38,00 EUR (inkl. MwSt.)
Bestellnummer 73011055
Sprache Deutsch
Medien
Inhaltsangabe
Einleitung:
Auch 30 Jahre nach dem Anwerbestopp ist es für die "klassischen Arbeitsmigranten" und ihre Familien noch immer sehr schwierig an den zentralen gesellschaftlichen Gütern und Positionen teilzuhaben. Sicherlich haben sich die Abstände gerade in der Generationenfolge deutlich verringert, dennoch besteht nach wie vor eine Kluft zwischen Anspruch und Wirklichkeit.
Eine große Ausnahme scheint hierbei der Sport zu sein: Fußballer, Boxer, Handballer und viele andere Sportler in den unterschiedlichsten Sportarten ernten als "Arbeitsmigranten" hohen gesellschaftlichen Respekt und Sympathie. Zumindest im Falle von Profisportlern spielen die klassischen Integrationshürden: Sprache, kulturelle Kompetenzen und Kenntnisse oder auch gesellschaftliche Diskriminierung, scheinbar keine Rolle. Anerkennung und Positionierung erfolgen alleine durch sportliche Leistung.
Ähnliches gilt möglicherweise auch auf Amateur- und Freizeitsportebene. Deshalb wird in dieser Arbeit untersucht welche Rolle Sport im Integrationsverlauf von Migranten spielen kann.
Gang der Untersuchung:
Dazu werde ich zunächst einen kurzen Blick auf die Lebenslagen von Migranten zu werfen, um zu verdeutlichen wie die Situation von Migranten in Deutschland insgesamt einzuschätzen ist.
Darauf aufbauend erfolgt dann eine Darstellung des Integrationsverlaufs, wie er in der Theorie Hartmut Essers beschrieben wird. Dabei wird, ohne zu viel vorweg zu nehmen, deutlich, dass der Erwerb relevanter "Kapitalien" (Sprache, Bildung, etc.) von zentraler Bedeutung ist.
Dies wird in der Praxis aber oft durch gesellschaftliche Integrationsbarrieren erschwert.
Danach wird der Sport mit allen seinen Facetten im Fokus stehen.
Zunächst wird die Besonderheit des Funktionssystems Sport und die mögliche Bedeutung von Sport für die Integration von Migranten erläutert.
Dann stelle ich die Bedeutung von Sport für Gesellschaft und Individuum auf Basis des aktuellen soziologischen Forschungsstandes dar.
Es folgt eine Untersuchung, welchen Einfluss Sport auf die Sozialisation von Menschen hat und welche Chancen auf gesellschaftliche Integration der (Wettkampf-)Sport eröffnen kann.
Dieser findet in Deutschland, entgegen allen Trends zum Individualsport im Fitnessstudio, vor allem in Sportvereinen statt, weshalb deren Bedeutung für die Gesellschaft und die Vereins-Mitglieder selbst, ebenfalls in Augenschein genommen wird.
An Praxisbeispielen werden die gewonnenen Erkenntnisse nochmals reflektiert und überprüft.
Zum einen möchte ich Migranten im System des Deutschen Ligenfußballs, zum anderen die Situation der Schwarzen im US-Sport betrachten.
In einem abschließenden Kapitel werden dann die Ergebnisse aufgearbeitet und die Frage beantwortet, welche Rolle Sport im Integrationsverlauf letztlich spielen kann.
Autorin David Weber
Seiten 82 Seiten
Hochschule Evangelische Fachhochschule Ludwigshafen Hochschule für Sozial- und Gesundheitswesen Deutschland
Art der Arbeit Diplomarbeit
Abgabe 2007
Note 2
Preis 38,00 EUR (inkl. MwSt.)
Bestellnummer 73011055
Sprache Deutsch
Medien
Inhaltsangabe
Einleitung:
Auch 30 Jahre nach dem Anwerbestopp ist es für die "klassischen Arbeitsmigranten" und ihre Familien noch immer sehr schwierig an den zentralen gesellschaftlichen Gütern und Positionen teilzuhaben. Sicherlich haben sich die Abstände gerade in der Generationenfolge deutlich verringert, dennoch besteht nach wie vor eine Kluft zwischen Anspruch und Wirklichkeit.
Eine große Ausnahme scheint hierbei der Sport zu sein: Fußballer, Boxer, Handballer und viele andere Sportler in den unterschiedlichsten Sportarten ernten als "Arbeitsmigranten" hohen gesellschaftlichen Respekt und Sympathie. Zumindest im Falle von Profisportlern spielen die klassischen Integrationshürden: Sprache, kulturelle Kompetenzen und Kenntnisse oder auch gesellschaftliche Diskriminierung, scheinbar keine Rolle. Anerkennung und Positionierung erfolgen alleine durch sportliche Leistung.
Ähnliches gilt möglicherweise auch auf Amateur- und Freizeitsportebene. Deshalb wird in dieser Arbeit untersucht welche Rolle Sport im Integrationsverlauf von Migranten spielen kann.
Gang der Untersuchung:
Dazu werde ich zunächst einen kurzen Blick auf die Lebenslagen von Migranten zu werfen, um zu verdeutlichen wie die Situation von Migranten in Deutschland insgesamt einzuschätzen ist.
Darauf aufbauend erfolgt dann eine Darstellung des Integrationsverlaufs, wie er in der Theorie Hartmut Essers beschrieben wird. Dabei wird, ohne zu viel vorweg zu nehmen, deutlich, dass der Erwerb relevanter "Kapitalien" (Sprache, Bildung, etc.) von zentraler Bedeutung ist.
Dies wird in der Praxis aber oft durch gesellschaftliche Integrationsbarrieren erschwert.
Danach wird der Sport mit allen seinen Facetten im Fokus stehen.
Zunächst wird die Besonderheit des Funktionssystems Sport und die mögliche Bedeutung von Sport für die Integration von Migranten erläutert.
Dann stelle ich die Bedeutung von Sport für Gesellschaft und Individuum auf Basis des aktuellen soziologischen Forschungsstandes dar.
Es folgt eine Untersuchung, welchen Einfluss Sport auf die Sozialisation von Menschen hat und welche Chancen auf gesellschaftliche Integration der (Wettkampf-)Sport eröffnen kann.
Dieser findet in Deutschland, entgegen allen Trends zum Individualsport im Fitnessstudio, vor allem in Sportvereinen statt, weshalb deren Bedeutung für die Gesellschaft und die Vereins-Mitglieder selbst, ebenfalls in Augenschein genommen wird.
An Praxisbeispielen werden die gewonnenen Erkenntnisse nochmals reflektiert und überprüft.
Zum einen möchte ich Migranten im System des Deutschen Ligenfußballs, zum anderen die Situation der Schwarzen im US-Sport betrachten.
In einem abschließenden Kapitel werden dann die Ergebnisse aufgearbeitet und die Frage beantwortet, welche Rolle Sport im Integrationsverlauf letztlich spielen kann.
Genmais- und Atomangst
Es dürfte sich – unabhängig von Fakten und Erfahrungen – um einen quasi religiösen Glauben handeln, dass Gentechnologie böse ist. Prophetin dieser verbreiteten Glaubensrichtung ist die „Kronen Zeitung“, die zuzuspitzen versteht: „Einmal ausgebracht, ist das Teufelszeug nie mehr rückholbar“, schrieb das Blatt und warnte plakativ: „So gesehen ist die Gentechnik noch gefährlicher als Atomkraftwerke.“
Der Teufel, der uns mit diesem Zeug vergiften will, sitzt – wo wohl? – in Brüssel. Und für die linken Glaubensbrüder gibt es einen alternativen Weltverderber: die US-Konzerne, denen die Gefahren für die Menschen egal sind, solange sie nur Profit machen. Dieses Denkgebäude nimmt in dem Maße paranoide und sektiererische Züge an, in dem weltweit die Gentechnologie auch in der Landwirtschaft einen Siegeszug angetreten hat und trotz aller Warnungen bislang nichts passiert ist: Millionen essen täglich gentechnisch veränderte Nahrungsmittel, nicht einer ist erkrankt. Und auch in der Umwelt haben sich die vorhergesagten katastrophalen Folgen nicht eingestellt: Pflanzenmonster sind nicht aufgetaucht, und Nützlinge wurden nicht vernichtet.
Das Triumphgeheul, hier habe der David Österreich gegen die Goliaths EU und Multis gesiegt, wirkt, kühl betrachtet, ganz schön verrückt.
Wobei auch die Behauptung, Österreich habe sich heldenhaft gegen die mächtigen Gegner durchgesetzt, zu relativieren ist. Ausschlaggebend für die EU-Entscheidung waren die Deutschen. Und sie ließen sich weniger von der österreichischen Argumentation über die Gefährlichkeit des Genmaises überzeugen. Vielmehr verstanden sie, als ihnen österreichische Politiker erklärten, dass ein Verdikt der EU-Staaten gegen Österreich dem Rechtspopulismus hierzulande gewaltigen Auftrieb gäbe.
Natürlich kann auch ernsthaft über Fluch oder Segen neuer Technologien diskutiert werden, und man kann in jedem einzelnen Fall die Vorteile und Nachteile gegeneinander aufwiegen. Aber darum geht es in Österreich nicht: Hier erleben wir die Herrschaft eines ideologischen Amalgams von religiös (Eingriff in die göttliche Schöpfung) grundiertem Antimodernismus und kleinstaatlichem Nationalismus, der sich aggressiv gegen Europa wendet.
Man kann gleichfalls trefflich über die Gefahren der friedlichen Nutzung der Atomenergie streiten. Aber auch da erleben wir im Land keinen rationalen Diskurs: dass Österreich AKW-frei ist und bleiben muss, hat die Form eines moralischen Axioms angenommen. Und wie in der Frage der Gentechnik ist die Parole „AKW, nein danke“ eingebettet in eine fortschrittsskeptische, chauvinistische und europafeindliche Grundhaltung. Die Gegnerschaft gegen Atomkraftwerke war das Vehikel, mit dem gegen den Beitritt der Tschechen zur EU gefahren wurde. (Ich muss gestehen, dass die widerliche antitschechische Temelin-Kampagne mich letztlich von einem AKW-Gegner zu einem -Befürworter gemacht hat.)
Das Erschreckende an der Lage des österreichischen Bewusstseins: In diesen wichtigen Fragen gibt es nationale Schulterschlüsse. 90 Prozent gegen AKW, 90 Prozent gegen Genlandwirtschaft – getragen und verstärkt durch alle Parteien und die Mehrheit der Medien. Und wer sich als Freund von biotechnisch veränderten Lebensmitteln oder Atomreaktoren outen sollte, riskiert, als Narr oder Volksverräter geächtet zu werden.
Wo herrscht noch so ein unerträglicher nationaler Konsens? Jeder nur halbwegs rational denkende Österreicher weiß, dass die Neutralität ein längst funktionsloses Institut geworden ist, das nur dazu dient, Illusionen in der Bevölkerung zu wecken und gleichzeitig die österreichische Außen- und Europapolitik zu behindern. Zwar ist die Neutralitäts-ideologie nicht aggressiv, letztlich bleibt sie aber auch Ausdruck von – wenn auch defensivem – Nationalismus.
Der Teufel, der uns mit diesem Zeug vergiften will, sitzt – wo wohl? – in Brüssel. Und für die linken Glaubensbrüder gibt es einen alternativen Weltverderber: die US-Konzerne, denen die Gefahren für die Menschen egal sind, solange sie nur Profit machen. Dieses Denkgebäude nimmt in dem Maße paranoide und sektiererische Züge an, in dem weltweit die Gentechnologie auch in der Landwirtschaft einen Siegeszug angetreten hat und trotz aller Warnungen bislang nichts passiert ist: Millionen essen täglich gentechnisch veränderte Nahrungsmittel, nicht einer ist erkrankt. Und auch in der Umwelt haben sich die vorhergesagten katastrophalen Folgen nicht eingestellt: Pflanzenmonster sind nicht aufgetaucht, und Nützlinge wurden nicht vernichtet.
Das Triumphgeheul, hier habe der David Österreich gegen die Goliaths EU und Multis gesiegt, wirkt, kühl betrachtet, ganz schön verrückt.
Wobei auch die Behauptung, Österreich habe sich heldenhaft gegen die mächtigen Gegner durchgesetzt, zu relativieren ist. Ausschlaggebend für die EU-Entscheidung waren die Deutschen. Und sie ließen sich weniger von der österreichischen Argumentation über die Gefährlichkeit des Genmaises überzeugen. Vielmehr verstanden sie, als ihnen österreichische Politiker erklärten, dass ein Verdikt der EU-Staaten gegen Österreich dem Rechtspopulismus hierzulande gewaltigen Auftrieb gäbe.
Natürlich kann auch ernsthaft über Fluch oder Segen neuer Technologien diskutiert werden, und man kann in jedem einzelnen Fall die Vorteile und Nachteile gegeneinander aufwiegen. Aber darum geht es in Österreich nicht: Hier erleben wir die Herrschaft eines ideologischen Amalgams von religiös (Eingriff in die göttliche Schöpfung) grundiertem Antimodernismus und kleinstaatlichem Nationalismus, der sich aggressiv gegen Europa wendet.
Man kann gleichfalls trefflich über die Gefahren der friedlichen Nutzung der Atomenergie streiten. Aber auch da erleben wir im Land keinen rationalen Diskurs: dass Österreich AKW-frei ist und bleiben muss, hat die Form eines moralischen Axioms angenommen. Und wie in der Frage der Gentechnik ist die Parole „AKW, nein danke“ eingebettet in eine fortschrittsskeptische, chauvinistische und europafeindliche Grundhaltung. Die Gegnerschaft gegen Atomkraftwerke war das Vehikel, mit dem gegen den Beitritt der Tschechen zur EU gefahren wurde. (Ich muss gestehen, dass die widerliche antitschechische Temelin-Kampagne mich letztlich von einem AKW-Gegner zu einem -Befürworter gemacht hat.)
Das Erschreckende an der Lage des österreichischen Bewusstseins: In diesen wichtigen Fragen gibt es nationale Schulterschlüsse. 90 Prozent gegen AKW, 90 Prozent gegen Genlandwirtschaft – getragen und verstärkt durch alle Parteien und die Mehrheit der Medien. Und wer sich als Freund von biotechnisch veränderten Lebensmitteln oder Atomreaktoren outen sollte, riskiert, als Narr oder Volksverräter geächtet zu werden.
Wo herrscht noch so ein unerträglicher nationaler Konsens? Jeder nur halbwegs rational denkende Österreicher weiß, dass die Neutralität ein längst funktionsloses Institut geworden ist, das nur dazu dient, Illusionen in der Bevölkerung zu wecken und gleichzeitig die österreichische Außen- und Europapolitik zu behindern. Zwar ist die Neutralitäts-ideologie nicht aggressiv, letztlich bleibt sie aber auch Ausdruck von – wenn auch defensivem – Nationalismus.
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