Montag, 5. November 2012

Vielfalt

In der Natur ist Vielfalt ein wichtiger Faktor für Stabilität. Expertinnen und Experten diskutieren die Übertragbarkeit des Erfolgsrezeptes Vielfalt auf gesellschaftliche und wirtschaftliche Systeme.

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Was macht Vielfalt aus? Worin liegt der Mehrwert, wenn unterschiedliche Kulturen, Geschlechter, Religionen oder Altersgruppen aufeinandertreffen? Erhöhen die Unterschiede das Konfliktpotenzial?

Best-Practice-Beispiele aus Alltagskulturen zeigen, wie Diversifikation zu einer nachhaltigen gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Entwicklung beiträgt und welche Hürden es zu bewältigen gibt

Samstag, 27. Oktober 2012

Uni Wien - Selbstorganisation

A coarse-grained computational model is used to investigate the effect of a fluid membrane on patchy-particle assembly into biologically relevant structures motivated by viral cores and clathrin. For cores, we demonstrate a nonmonotonic dependence of the promotion of assembly on membrane stiffness. If the membrane is significantly deformable, cores are enveloped in buds, although this effect is suppressed for very flexible membranes. In the less deformable regime, we observe no marked enhancement for cores, even for strong adhesion to the surface. For clathrinlike particles, we again observe the formation of buds, whose morphology depends on membrane flexibility.
© 2012 American Physical Society

Dienstag, 8. Mai 2012

Von Meadows zu Randers

Dürren, Fluten, Wirbelstürme Der Ausstoß von Treibhausgasen wird demnach noch bis 2030 steigen und damit Randers zufolge 15 Jahre zu spät zurückgehen. Daher werde sich die Erdtemperatur nach 2052 auch um mehr als zwei Grad erwärmen. Die Marke galt als gerade noch erträglich. "Der Meeresspiegel wird um 0,5 Meter höher sein", erwartet er. Es werde mehr Dürren, Fluten und verheerende Wirbelstürme geben. "Und im Jahr 2052 wird die Welt mit Schrecken auf weitere Änderungen in der zweiten Hälfte des Jahrhunderts blicken", fährt Randers fort. "Der sich selbst verstärkende Klimawandel wird die Sorge Nummer 1 sein." Das Treibhausgas Methan werde aus der auftauenden Tundra entweichen und die Erde weiter aufheizen, worauf noch mehr Permafrostboden in der Tundra auftaue. Geringeres Bevölkerungswachstum Die Bevölkerung wird Randers zufolge nicht so stark wachsen wie gedacht. Sie wird bis Anfang der 2040er Jahre 8,1 Milliarden Menschen erreichen und dann abnehmen. Grund: Die Menschen lebten zunehmend in Städten, und Frauen erhielten mehr Bildung. Mit der Verbreitung von Bildung und Verhütungsmethoden werde bald jedes Paar über seine Kinderzahl entscheiden können. In den Megastädten bedeute ein Kind, einen Mund mehr zu füttern statt eine Hilfe mehr auf dem Acker. Bis 2052 werde es weniger Armut in den Entwicklungsländern, jedoch mehr Armut und Ungleichheit in den Industriestaaten und überall mehr Umweltzerstörung geben, schreibt der argentinische Investmentmanager Carlos Joly in seinem Ausblick für den Report "2052". Zugespitzt gesagt sei der Grund für den Niedergang im Westen der "Triumph des Finanzkapitalismus". In der Berechnung des Bruttoinlandsproduktes fehlten Vermögenswerte der Umwelt

Sonntag, 29. April 2012

Warum Kairo & Tunis ?

Die Araber, namentlich die Islamisten, sind nicht brennend interessiert an der Geschichte in den Jahrhunderten davor. Denn das war die Ära der großen osmanischen (=türkischen) Expansion von Istanbul aus. Die Sultane regierten alle ans Mittelmeer grenzenden islamischen Staaten. Die Araber waren nur ein Teil dieses Imperiums, ein sehr untergeordneter. Denn die Elite sprach Türkisch und lernte lieber Französisch als Arabisch. Und viele Spitzenbeamte oder Generäle waren türkische Moslems albanisch-mazedonischer Herkunft oder als Mameluken (frühere Sklaven) Bosnier, Tscherkessen, Tadschiken. All das führte zu einem ganz anderen Islam als jenem etwa der Wahhabiten in Saudi-Arabien. Politische Neuerungen Wie zum Beispiel der Auffassung, man müsse an die moslemischen Gelehrten des Mittelalters anschließen. Was die damals Europa geliefert hätten, müsse man sich wieder zurückholen. 1826 sandte Muhammed Ali, Machthaber der Osmanen in Kairo, aber wie der spätere Epochen-Reformer Atatürk ein Albaner, 44 Gelehrte nach Frankreich, um die modernen Staats- und Wirtschaftsstrukturen zu studieren. Nur 18 von ihnen sprachen Arabisch, die anderen waren Türken, Griechen, Georgier und Armenier

Freitag, 27. April 2012

Kapitalismus - Lingens

Zwei Drittel der Texte, die ich seit 2007 schreibe, befassen sich mit Schwächen, Verwerfungen und Auswüchsen des herrschenden Wirtschaftssystems. Manchmal denke ich, dass ich davon sogar ein bisschen verstehe: Zumindest ist mir ­außer Erich Streissler in Österreich niemand bekannt, der, wie ich, schon 2002 vorhergesagt hätte, was 2007 eingetreten ist. Ich stehe diesem System also mit ausreichend kritischer Distanz gegenüber. Aber es macht mich wahnsinnig, wenn ich zu Ostern ­„Europaweite Aktionstage gegen den Kapitalismus“ erleben musste, die in Österreich zwar nur ein müdes Häufchen, in Deutschland aber erstaunlich viele Leute auf die Straße brachten. Die vielen Wortmeldungen zum „Versagen des Kapitalismus“ scheinen in manchen Linken eine alte Hoffnung neu zu beleben: dass sie das „Ende des Kapitalismus“ erleben werden. Das reizt mich, dem eine Antithese entgegenzustellen: Wir erleben den erfolgreichsten Kapitalismus, den es je gab. Einen eindringlichen Beleg liefert der jüngste Bericht der Weltbank zur Entwicklung der „extremen Armut“1). Als ex­trem arm gilt, wer weniger als 1,25 Dollar an Kaufkraft pro Tag zur Verfügung hat. 1981 galt das weltweit für jeden zweiten Bewohner eines Entwicklungslands – 2008 nur mehr für jeden fünften. Am eindrucksvollsten ist die Entwicklung erwartungsgemäß in China: 1981 lebten dort 85 Prozent der Menschen in extremer Armut – 2008 waren es 13 Prozent. Aber auch wenn man China ausklammert, bleibt die Tendenz für die Länder der Dritten Welt ermutigend: Die extreme Armut ist dann immer noch von 41 auf 25 Prozent zurückgegangen. Sogar in Afrika sind erstmals weniger als 50 Prozent der Menschen „extrem arm“. Dies alles hat der „versagende Kapitalismus“ trotz dramatischen Bevölkerungswachstums und aktueller „Finanzkrise“ in den vergangenen dreißig Jahren geleistet. Man sollte sich darüber im Klaren sein, dass vieles, was wir als Probleme „unserer“ Volkswirtschaften empfinden, unmittelbar mit diesem globalen Aufschwung zusammenhängt: Die gigantischen Ströme unkontrollierten Kapitals, die in New York Blasen gebildet haben, sind eben auch in die letzten Ecken der Welt geflossen. Dass die „Finanzkrise“ die USA heimgesucht hat, ist nicht zuletzt Folge des Aufstiegs Chinas, das ihnen immer mehr verkaufen konnte. Das „ungezügelte Profitstreben“ der globalen Konzerne hat nicht nur Waren extrem verbilligt, sondern auch Millionen Arbeitsplätze geschaffen. Wenn Arbeiter in Österreich sich davor fürchten, dass heimische Unternehmen in Rumänien, Malaysia oder Indien produzieren, so freuen sich Arbeiter in diesen Staaten über geschaffene Jobs. In Summe – so beweisen die genannten Zahlen – hat der weltweite Reichtum geradezu sagenhaft zugenommen, auch wenn er hier nur als Verminderung der Armut dargestellt ist. Erst nachdem dies klargestellt ist, sind Einwände angebracht: Auch nach den Berechnungen der Weltbank wird 2015 noch eine Milliarde Menschen unter extremer Armut leiden. Auch diejenigen, die ihr entronnen sind, leben noch längst nicht gut: Die Zahl derer, die von weniger als zwei Dollar pro Tag leben müssen, ist von 2,59 Milliarden im Jahr 1981 nur auf 2,47 Milliarden im Jahr 2008 zurückgegangen. Allerdings ist die Weltbevölkerung im gleichen Zeitraum von 4,5 auf 6,7 Milliarden gewachsen, sodass dennoch außer Zweifel steht: In keinem Zeitraum der Geschichte konnte Massenarmut in dem Ausmaß vermindert werden wie in den jüngsten Jahrzehnten der „gefährlichen Globalisierung“ und des „versagenden Kapitalismus“. Dass der technologische Fortschritt zu weit mehr imstande gewesen wäre, ist laufend Argumentation meiner Kolumnen: Natürlich ist irritierend, wenn der zunehmende Reichtum der Entwicklungsländer extrem ungleich verteilt bleibt; wenn – etwas näher – in Russland, Rumänien oder Bulgarien ein Klüngel von Milliardären einer fast unverändert armen Bevölkerung gegenübersteht. Wenn in Griechenland Leute aus Angst vor Verarmung in Selbstmord flüchten. Und natürlich ist ärgerlich, dass selbst 95 Prozent der Österreicher und der Deutschen trotz florierender Wirtschaft in den vergangenen zehn Jahren an Kaufkraft eingebüßt haben. Aber das alles sind nicht „Wesenszüge“ des „kapitalistischen Systems“, sondern Fehlentwicklungen, die sich bekämpfen lassen. Man brauchte – beispielsweise – nur Agrarimporte aus der Dritten Welt zu fördern, statt die eigene Landwirtschaft kostspielig vor ihnen zu schützen, und schon beschleunigte sich dort die Überwindung der Armut. Man kann gewerkschaftliches Know-how statt Waffen in Entwicklungsländer exportieren. Natürlich kann man auch Finanzströme besser in produktive Investitionen statt in Blasen lenken, indem man Banken und Schattenbanken besser reguliert. Polen führt vor, dass die „Wende“ sehr wohl einen Mittelstand hervorbringen kann. Und ich könnte hier problemlos erläutern, welchen Versäumnissen die Griechen ihr Desaster oder die Österreicher ihren Kaufkraft-Verlust verdanken. Nicht der „Kapitalismus“ versagt – sondern wir haben seine Möglichkeiten nicht optimal genützt. peter.lingens@profil.at Tingulv, 22. 04. '12 19:34 Die aktuelle Krise genauso wie die 1. Weltwirtschaftskrise wurde ... ... von der Österreichischen Schule der Volkswirtschaftslehre vorhergesagt. "Praktisch alle beklagten Missstände der Finanzkrise sind Folge des heutigen Geldsystems; auch die Macht der Banken. Das Phänomen eines völlig abgehobenen monetären Sektors mit Finanzinstituten, die so viele uneinbringbare Kredite ausreichen können, dass man sie nicht pleitegehen lassen darf, wenn nicht das ganze System kollabieren soll – „too big to fail“ –, gäbe es gar nicht. Wenn Banken nur reale Ersparnisse verleihen könnten und auch nur einmal verleihen könnten (im Gegensatz zur multiplen Kreditgeldschöpfung und Fristentransformation im heutigen System), hätte die heutige exorbitante Staatsverschuldung überhaupt nie entstehen können." Siehe http://de.wikipedia.org/wiki/%C3%96sterreichische_Schule meldenantworten

Donnerstag, 26. April 2012

Leverage

Als Leverage wird die Hebelwirkung der Finanzierungskosten des Fremdkapitals auf die Eigenkapitalverzinsung verstanden. So kann durch Einsatz von Fremdkapital die Eigenkapitalrendite einer Investition gesteigert werden. Dies trifft jedoch nur zu, wenn ein Anleger Fremdkapital zu günstigeren Konditionen aufnehmen kann als die Investition an Gesamtkapitalrentabilität erzielt. Berechnungsmethode Falls die Gesamtkapitalrentabilität rGK (Interner Zinsfuß der Investition) höher ist als der Fremdkapitalzinssatz rFK, erhöht sich mit zunehmendem Verschuldungsgrad V (Verhältnis von Fremd- und Eigenkapital) die Rendite rEK des eingesetzten Eigenkapitals (auch Eigenkapitalrentabilität genannt). Unter der Prämisse, dass der Fremdkapitalzinssatz auch bei hohem Verschuldungsgrad (FK/EK) konstant ist, gilt folgende Formel: Leverage-Risiko Bei ansteigender Verschuldung (leverage) können auch geringe Variationen der Fremdkapitalzinsen oder der Gesamtrentabilität des Projektes starke Ausschläge bei der Eigenkapitalrentabilität erzeugen. Beispiel 1 Ein Unternehmen kann bei einem Projekt auf das eingesetzte Kapital eine Rendite (rGK) von 10 % erzielen. Das gesamte eingesetzte Kapital beträgt 1.000 € und wurde hälftig durch Eigenkapital und Fremdkapital (also je 500 €) finanziert. Der Gewinn vor Zinsen beträgt somit 100 €. Der FK-Zins, den das Unternehmen dem FK-Geber zahlen muss, beträgt bei 2 % (500 €*0,02=) 10 €. Den Gewinn (90 €) erhält das Unternehmen. Die Eigenkapitalrendite beträgt somit 18 % (90 €/500 €), da dieser Gewinn zur Hälfte aus Eigenkapital erwirtschaftet wurde. Der Leverage-Effekt ist die Differenz aus Rendite und Zinsaufwand, also 90 € (100 € - 10 €) oder 18 % auf das eingesetzte Eigenkapital. Beispiel 2 Das gleiche Unternehmen (rGK 10 %, Fremdkapitalzinssatz rFK 2 %) reduziert nun den EK-Anteil am Projekt von 500 € auf 200 €. Für die Lücke kommt FK mit dem unveränderten FK-Zinssatz auf. Somit beträgt das FK nun 800 €. Aus den unveränderten Rohgewinnen von 100 € müssen nun 16 € (800 €*0,02) für Zinsen bezahlt werden. Der Rest des Gewinnes beträgt 84 €, welche mit nur 200 € eingesetztem EK-Kapital erwirtschaftet wurden. Die EK-Rendite beträgt neu 42 % (84 €/200 €). Die freigewordenen 300 € (von 500 € aus Beispiel 1) müssen nun auch mindestens zum FK-Zinssatz angelegt werden, um die Lücke des absoluten Gewinns (6 € = 90 € - 84 € =300 €*0,02) auszugleichen. Beispiel 3 Nun ändern wir die Bedingungen für Fremdkapital fundamental - plötzlich ist für das Fremdkapital ein Zinssatz von 12 % zu bezahlen (vorher 2 %). Aus dem Rohgewinn von 100 € sind plötzlich 96 € (800 €*0,12) an FK-Zinsen zu bezahlen. Für das Unternehmen verbleiben 4 € (100 € - 96 €), was einer EK-Rendite von nur noch 2 % (4 €/200 €) entspricht.

Sonntag, 22. April 2012

www.korruption.at - Die Zeit

Die Korruption geht um in Österreich. Und sie hat einen Ringelschwanz. Zu Lebzeiten brachte die fette Zuchtsau AT315424942858 aus Niederösterreich 120 Kilo Schlachtgewicht auf die Waage. Die beiden Performancekünstler Barbara und Nikolaus Eberstaller stopften das Borstentier mit Banknoten aus und ziehen nun mit diesem Sinnbild für gewissenlose Raffgier durch die Gegend. Sogar das Wall Street Journal oder Paris Match berichteten darüber, als das Schwein, dem die Geldscheine aus dem Leib quellen, vor dem Wiener Parlament auftauchte.

Auch drinnen im Hohen Haus beherrscht das Thema bereits seit Monaten das parlamentarische Geschehen. Im Beratungslokal des Untersuchungsausschusses geben sich zwielichtige Lobbyisten und deren Geschäftspartner die Klinke in die Hand, Abgeordnete wühlen sich durch Akten und überschütten einander bei hitzigen Sondersitzungen mit Vorwürfen.







Erst jetzt scheint in der Öffentlichkeit das ganze Ausmaß einer politischen Tradition bewusst zu werden, bei der eine Hand die andere schmiert und den Staat jährlich Milliarden kostet. Wie groß der Schaden ist, den die schwarzen Kassen anrichten, ist jedoch eine Dunkelziffer, in die nur schwer Licht zu bringen ist.

Jemand, der viel über Statistiken grübelt, ist der Volkswirt Friedrich Schneider von der Universität Linz. Österreich, sagt er, habe 2010 durch Bestechung und Vorteilsannahme 25 Milliarden Euro an Wirtschaftsleistung verloren. Dieses Jahr sollen es 27 Milliarden werden. Wie kommt er auf diese Summe?

Zunächst berechnet er aufgrund von Produktionsfaktoren wie Arbeit, Energie, Kapital oder dem Materialverbrauch das Bruttoinlandsprodukt (BIP) – die Gesamtleistung aller produzierten Güter und Dienstleistungen. Danach gibt er in ein spezielles Statistikprogramm den Korruptionsindex CPI ein, der jedes Jahr von Transparency International erstellt wird und auf Umfragen unter Unternehmensberatern und Managern beruht, weshalb er auch umstritten ist. Das Ergebnis ist der volkswirtschaftliche Schaden durch Korruption.

Zum einen setzt sich diese Summe aus dem Steuerentgang durch Schwarzarbeit und illegale Zahlungen zusammen. An sich ist die Schattenwirtschaft aber wohlstandsfördernd, weil das Geld weiterhin im Finanzkreislauf zirkuliert.

Zum anderen errechnet sich der staatliche Malus aus den Mehrausgaben bei öffentlichen Aufträgen. Wenn sich ein Unternehmen an einer Ausschreibung beteiligt und nicht Bestbieter ist, droht es auszuscheiden. Dann gibt es zwei Möglichkeiten: Entweder wird ein Teil der Leistung in Schwarzarbeit kalkuliert, damit der gebotene Preis konkurrenzfähig ist, oder es wird bestochen. In westlichen Ländern werde üblicherweise das eine oder andere getan. Nur in Entwicklungsländern passiere beides komplementär, erklärt Schneider. So oder so kommt nicht die produktivste Firma zum Zug. Darunter leidet zusätzlich die Innovation, viele Firmen investieren weniger, und qualifizierte Arbeitskräfte gehen eher ins Ausland.

Die Größe der Schattenwirtschaft, die mit der Korruption in Zusammenhang steht, berechnet Schneider anhand indirekter Indikatoren wie Steuerbelastung, Regulierungsdichte oder der Summe aller ausgegebenen Münzen und Banknoten – weil in dieser ökonomischen Zone ja bar bezahlt wird.

1975 betrug die Schattenwirtschaft in Österreich noch vernachlässigbare 0,9 Prozent des BIP. Von 1990 bis 2000 schoss dann der Wert allerdings von 7,2 auf etwa 20 Prozent der Wirtschaftsleistung hoch. Im Korruptions-Ranking ist Österreich nach einem zehnten Platz 2005 mittlerweile auf Platz 16 abgerutscht. »Was nicht heißt, dass wir eine Insel der Korruption sind«, betont Schneider. »Gäbe es aber gar keine Korruption, hätte das Finanzministerium jedes Jahr um die zwei Milliarden Euro zusätzlich in der Kassa.« Verantwortlich dafür sind für den Ökonomen allerdings weniger Beamte, die sich Geld zustecken ließen, sondern das Finanzgebaren der politischen Parteien. Es öffne der Korruption Tür und Tor. Solange die Parteien allerdings nicht in der Lage sind, einen Kulturwandel hin zu Transparenz zu vollziehen, wird das Problem den Staatseinnahmen weiterhin Milliardenverluste bescheren.

In der ökonomischen Lehre wurde mehrfach beschrieben, dass beim Thema Korruption Ursachen und Konsequenzen eng miteinander verbunden sind. Eine These besagt, dass die Effektivität des Rechtssystems mit steigender Korruption schwindet.

Schule ohne Lehrer

http://www.helles-koepfchen.de/artikel/1917.html

Freitag, 20. April 2012

krawumm-ein-pladoyer-fur-den-weltuntergang

http://www.scienceblogs.de/astrodicticum-simplex/2011/12/krawumm-ein-pladoyer-fur-den-weltuntergang.php

Erlebnisse eines Kindersoldaten

Erlebnisse eines Kindersoldaten

"Ich wurde im Jahr 2003 entführt, an einem Samstag um 15:00 Uhr nachmittags", erzählt ein ehemaliger Kindersoldat. "Ich kam mit meinen Geschwistern gerade von der Feldarbeit zurück, als sie plötzlich vor mir standen und mich mitnahmen. Sie schlugen mich dauernd mit dem Gewehr. Ich musste dann als Träger von Beutematerial dienen, Menschen töten, Dörfer überfallen. Ich selbst wurde mehrmals angeschossen und zuletzt an der Pobacke verwundet."

Der damals 13-jährige Onenchang Stephen Derry aus Pajule befand sich ein Jahr und sechs Monate in der Gewalt der Lord's Resistance Army. "Es war die Hölle für mich. Wir marschierten stundenlang, hatten kaum etwas zu essen. Die Regierungssoldaten verfolgten uns, die Helikopter warfen Bomben und Granaten auf uns. Außerdem gab es die Propaganda. Die Rebellen erzählten uns, dass sie alle geflüchteten Kindersoldaten aufgespürt und grausam ungebracht hätten. Aber es gab auch den Radiosender der Regierung, der uns Straffreiheit garantierte. So entschloss ich mich zur Flucht."

Flucht nach Gulu - jede Nacht

So wie Onenchang Stephen Derry stellt sich auch Samuel, der Protagonist in Wojciech Jagielskis Buch, nach seiner Flucht den Regierungssoldaten. Nach einer Bombenexplosion bleibt der 14-Jährige stundenlang schwer verletzt im hohen Gras liegen, bis die Soldaten ihn schließlich finden und er sich ergibt. Er wird verhört und verbringt dann Monate in einem Rehabilitionscenter für ehemalige Kindersoldaten in Gulu.

Dienstag, 10. Januar 2012

Vaclav Klaus

In dieser Situation kommt ein Buch gerade recht, das sich wohltuend von dem Flickwerk abhebt, mit dem kopflos gewordene Politiker das Scheitern von EU und Euro hinauszögern wollen, um ihre eigene Haut zu retten, «koste es, was es wolle».
Der Autor des Buches ist Václav Klaus, derzeit amtierender Staatspräsident von Tschechien, Professor für Nationalökonomie und vielfacher Ehrendoktor. Als ehemaliger Mitarbeiter in der tschechoslowakischen Nationalbank und als Finanzminister nach der Wende von 1989 ist er in Währungsfragen bestens ausgewiesen. Durch seinen Sachverstand ist er eine Rarität unter Politikern. In seinem neuesten Buch mit dem Titel «­Europa?» (Augsburg 2011, ISBN 978-3-9396-4535-1) findet sich eine Fülle von Aussagen sowohl zu den Fehlentwicklungen in der EU wie zur Europäischen Währungsunion und den verzweifelten Euro-Rettungsversuchen, die einfach unwiderlegbar sind. Hier wenigstens ein paar Kostproben:
Für Václav Klaus ist die Europäische Währungsunion schon «seit langem gescheitert» («Frankfurter Allgemeine Zeitung» vom 27. April 2010). Als wirtschaftlich begründetes Projekt hat sie «versagt» (S. 128 u.a.), sie hielt nicht, was sie versprach. Statt Wachstumsbeschleunigung trat Halbierung der Wachstumsraten ein. Die Kosten der Schaffung und Erhaltung der Währungsunion überstiegen die Erträge. Politisch gegen alle Einwendungen von ökonomisch-fachlicher Seite durchgesetzt, führte die Währungsunion nicht zum Zusammenwachsen, sondern zum Auseinanderdriften der Länder. Die starken Länder wurden geschwächt, in den schwachen Ländern entstanden ungesunde Blasen, die nun platzen und zu erhöhter Arbeitslosigkeit führen. Jetzt wird das politisch, nicht wirtschaftlich motivierte Währungsprojekt auf unverantwortliche Weise fortgesetzt «zu einem ungeheuer hohen Preis, den die Bürger der Länder der Eurozone bezahlen werden» (S. 131), sei es in Form von weiterer Einbusse an Wirtschaftswachstum gegenüber dem Rest der Welt, sei es im «Anstieg des Volumens an Finanztransfers, die den Ländern mit den grössten wirtschaftlichen und ­finanziellen Problemen geleistet werden müssen». Und dieser Preis wird «weiter steigen» (S. 132). «Der Euro wurde zu einer Gefahr für Europa!»
Auch als Ganze ist die Europäische Union gescheitert. Die mit der Ode an die Freude und Freiheit vielbesungene «Verbrüderung» ist nicht eingetreten. Sie lässt sich auch «nicht künstlich organisieren» (S. 31). Heute sind durch die EU «nicht nur Freiheit und Demokratie bedroht, sondern auch unsere Prosperität». Demokratie ist in Brüssel «nicht realisierbar» (S. 16): «Die Hauptfigur der EU ist nicht der Bürger, sondern der Beamte» (im Original fettgedruckt!). Er lebt «von mehr Planung, Regulierung, Kontrollierung und Koordinierung» (S. 25) und schädigt damit die wirtschaftliche und kulturelle Entfaltung der einzelnen Länder. Demokratie funktioniert «nur auf der Ebene der Nationalstaaten» (S. 33). Werden die Nationalstaaten durch die Bewegung zu einem «ever-closer Europe» geschwächt, verschwindet die Demokratie. Die «sogenannte Vertiefung» ist «nicht nur unnötig, sondern auch politisch gefährlich und ökonomisch bremsend» (S. 24). «Europa war in der Vergangenheit nie eine politische Entität (und ohne Zweifel muss es auch nicht eine werden)» (S. 31). Mit «Vertiefung» und «Vereinheitlichung» oder «Unifikation» bringen wir in Europa ja keinen «Sonnenstaat» hervor, sondern weit eher die «‹Brave New World› von Huxley, eine Welt von Zamjatin, Orwell und Denkern dieses Typs» (S. 31). «Der Vertrag von Lissabon steht im Widerspruch zum Grundsatz der Souveränität des tschechischen Staates» (S. 42) und «des tschechischen Volkes» (S. 43). «Das heutige System des Entscheidens in der Europäischen Union ist etwas anderes als das von der Geschichte geprüfte und in der Vergangenheit erprobte System der klassischen Demokratie» (S. 51). Im Europäischen Parlament gibt es keine parlamentarische Opposition. «Wir haben [Anm.: im kommunistischen System] die bittere Erfahrung gemacht, dass dort, wo es keine Opposition gibt, die Freiheit verkommt.» (S. 51) Aber auch «eine eventuelle Stärkung des Europäischen Parlaments» wäre «keine Lösung für den demokratischen Defekt», er gehört zu «den unkorrigierbaren Geburtsfehlern» der Europäischen Union. (S. 64). Es gibt kein europäisches Volk oder keinen «europäischen Demos». «Die Auflösung der Staatsgrenzen und die Umwandlung vom ‹Europa der Staaten› zum ‹Europa der Regionen› beruht auf der Fehlideologie des Multikulturalismus. Der Versuch der ­politischen Eliten, «die EU weiter und tiefer zu integrieren, [führt nur] zu einer weiteren Vergrösserung des demokratischen Defizits und zu einer weiteren Entfernung vom Bürger» (S. 66). In Wahrheit schadet die EU der Europa-Idee (S. 64: Václav Klaus verweist hier auf so prominente Kritiker wie den ehemaligen Bundespräsidenten Roman Herzog, den Abgeordneten Peter Gauweiler, den Bundesverfassungsrichter Paul Kirchhof, die Einbringer von Verfassungsbeschwerden beim Bundesgerichtshof in Karlsruhe und auf den Dichter und Essayisten Magnus Enzensberger). Die EU «geht über die Köpfe der Bürger hinweg» (S. 65), wie das die Abstimmungen über die europäische Verfassung oder zur Einführung des Euro gezeigt haben. Deshalb wurde ja in vielen Staaten tunlichst vermieden, das Volk zu befragen.
Das Resümee, das Václav Klaus zieht, ist so eindeutig und logisch fundiert, dass ihm jeder einigermassen mitdenkende Bürger zustimmen muss: Die noch immer von einem Grossteil der politischen «Elite» betriebene Entwicklung der Europäischen Union hin zu einem Bundesstaat und einer Währungs- und Transferunion ist gescheitert! Sie war eine «idée fausse». Das nicht einzugestehen wird noch «enorme Kosten verursachen». Je früher wir aus der Erkenntnis des Scheiterns die Konsequenz ziehen, desto grösser ist die Chance, dass wir in Europa Freiheit, staatliche Souveränität, Demokratie, Wohlfahrt und kulturelle Identität in der Vielfalt ihrer Ausdrucksformen bewahren können. «L’Europe, c’est la diversité», es schöpft seine Kraft aus der Vielfalt seiner Völker und Staaten, nicht aus Gleichmacherei, Vereinheitlichung und Uniformierung. Wir brauchen, so Klaus, keine europäische oder «global governance», sondern die intergovernmentale Kooperation und Koordination von souveränen Staaten «auf gleicher Augenhöhe».
Das Buch sollte zur Pflichtlektüre unserer Politiker werden, womöglich noch bevor t­unesische oder ägyptische Verhältnisse bei uns eintreten. •

Heyse

http://www.epoesie.org/2011/06/paul-heyse-frauenemancipation.html

Montag, 9. Januar 2012

An ATTAC fantasy

http://www.banknews.at/1/post/2011/04/alternative-banken-eine-echte-alternative.html

Sonntag, 8. Januar 2012

Hawkins _ FOCUS

Ausgangspunkt der meisten Ideen über die Schöpfung war, dass der Urknall eine Grenze für das Universum bildet, die sich nicht überschreiten lässt. „Wäre diese Grenze nur ein normaler Punkt in Raum und Zeit, könnten wir über ihn hinausgehen und das dahinter gelegene Gebiet zu einem Teil des Universums erklären“, schrieb Hawking dazu. Was aber, wenn das Universum gar keinen räumlich und zeitlichen Rand und keine Grenze besäße? Dann könnte es in sich selbst geschlossen sein, ohne dass an seinem Rand eine undurchdringliche Singularität aufträte.

Es ist in der Tat ein revolutionäres Konzept, das Hawking mit seinem Fachkollegen James Hartle von der University of California in Santa Barbara ausarbeitete. Bis dahin galt, dass sich aus verschiedenen Anfangs- oder Randbedingungen die Naturgesetze ergeben, die fortan die Entwicklung des Universums bestimmen. Hawking und Hartle machten die Randbedingungen nun zu einem Teil der Naturgesetze. Damit würden sie Bestandteil einer Quantengravitation, die ohne eine Grenze der Raumzeit auskommt. „Man könnte einfach sagen: Die Grenzbedingung des Universums ist, dass es keine Grenze hat. Das Universum wäre völlig in sich abgeschlossen und keinerlei äußeren Einflüssen unterworfen. Es wäre weder erschaffen noch zerstörbar. Es würde einfach SEIN“, schrieb Hawking. Dann benötigte es aber auch keinen Schöpfer.


Frage nach dem Urknall wird unsinnig
Die Frage, was vor dem Urknall war, sei damit ebenso unsinnig wie die Frage, was südlich des Südpols liegt. „Der Südpol ist ganz ähnlich wie jeder andere Punkt auf der Erdoberfläche“, sagte Hawking. „Zumindest wurde mir das gesagt. Ich habe zwar schon die Antarktis besucht, nicht aber den Südpol selbst.“ Dort würden aber auch alle Naturgesetze gelten. Genauso müsse dies auch beim Urknall der Fall gewesen sein. Hawking: „Spontane Erzeugung ist der Grund, warum etwas ist und nicht einfach nichts, warum es das Universum gibt, warum es uns gibt. Es ist nicht nötig, Gott als den ersten Beweger zu bemühen, der das Licht entzündet und das Universum in Gang gesetzt hat.“ Zwar würden viele Menschen Gott als dessen Schöpfer betrachten. Dann aber sei zu fragen, wer ihn geschaffen hat.

Pikanterweise präsentierte Hawking diese Hypothese erstmals ausgerechnet im Vatikan. Dorthin hatte die Kurie 1981 einige Kosmologen eingeladen, um über den Urknall und die Evolution des Alls zu diskutieren. Zur Eröffnung sagte der damalige Papst Johannes Paul II., die Wissenschaft möge doch den Urknall als „Refugium Gottes“ unangetastet lassen. In seinem Bestseller „Eine kurze Geschichte der Zeit schrieb Hawking später: „Ich war froh, dass er das Thema des Vortrages nicht kannte, den ich gerade auf der Konferenz gehalten hatte: Ich hatte über die Möglichkeit gesprochen, dass das Universum keinen Anfang hat, dass es keinen Schöpfungsaugenblick gibt.“


Raumzeitliches Gebild ohne Rand
Allerdings kritisierten Fachkollegen die Hypothese, weil sich Hawking eine mathematischen Tricks bediente: Er führte eine imaginäre Zeitkoordinate ein, die keine reale physikalische Entsprechung hat. Dadurch entsteht ein raumzeitliches Gebilde, das keinen Rand aufweist. Deshalb ist es sinnlos, wissen zu wollen, was dahinter kommt. Hawking verteidigte sich damit, dass die imaginäre Zeit in seinem Modell ebenso reell sei wie die tatsächlich gemessene. In späteren Interviews bekräftigte er seine Überzeugung, dass das Universum spontan aus dem Nichts entstand. Die Naturgesetze würden dann seine weitere Entwicklung bestimmen: „Diese Gesetze können von Gott erlassen worden sein oder nicht, aber er kann nicht eingreifen und die Gesetze brechen, sonst wären es keine Gesetze. Gott bliebe allenfalls die Freiheit, den Anfangszustand des Universums auszuwählen. Aber selbst hier könnten Gesetze herrschen. Dann hätte Gott überhaupt keine Freiheit.“