Sonntag, 29. April 2012

Warum Kairo & Tunis ?

Die Araber, namentlich die Islamisten, sind nicht brennend interessiert an der Geschichte in den Jahrhunderten davor. Denn das war die Ära der großen osmanischen (=türkischen) Expansion von Istanbul aus. Die Sultane regierten alle ans Mittelmeer grenzenden islamischen Staaten. Die Araber waren nur ein Teil dieses Imperiums, ein sehr untergeordneter. Denn die Elite sprach Türkisch und lernte lieber Französisch als Arabisch. Und viele Spitzenbeamte oder Generäle waren türkische Moslems albanisch-mazedonischer Herkunft oder als Mameluken (frühere Sklaven) Bosnier, Tscherkessen, Tadschiken. All das führte zu einem ganz anderen Islam als jenem etwa der Wahhabiten in Saudi-Arabien. Politische Neuerungen Wie zum Beispiel der Auffassung, man müsse an die moslemischen Gelehrten des Mittelalters anschließen. Was die damals Europa geliefert hätten, müsse man sich wieder zurückholen. 1826 sandte Muhammed Ali, Machthaber der Osmanen in Kairo, aber wie der spätere Epochen-Reformer Atatürk ein Albaner, 44 Gelehrte nach Frankreich, um die modernen Staats- und Wirtschaftsstrukturen zu studieren. Nur 18 von ihnen sprachen Arabisch, die anderen waren Türken, Griechen, Georgier und Armenier

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