Freitag, 11. April 2014

Gesunde Lebensmittel

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Freitag, 28. Februar 2014

Lanier

Wem gehört die Zukunft?

Daten im Internet
Ein Buch auf Papier über das Internet, geschrieben vom Erfinder der virtuellen Realität, das wirkt auf den ersten Blick paradox. Aber Jaron Laniers Text ist schon ganz richtig gelandet in dieser Form, denn er richtet sich an uns.
"Wem gehört die Zukunft?" hat Lanier 2013 geschrieben, allerdings bevor Edward Snowden die Zusammenarbeit zwischen den großen Serverfirmen und dem amerikanischen Geheimdienst enthüllte. Umso drängender ist nun Laniers Frage: "Wem gehört die Zukunft?"

Ausspioniert!

Ja, er habe maßgeblich daran mitgewirkt, die Internet-Strukturen aufzubauen, die heute bestehen, und die seines Erachtens gerade dabei seien zu entgleisen, gesteht Jaron Lanier in seinem Buch "Wem gehört die Zukunft?" - eine Entgleisung mit schlimmen Folgen für Leben und Auskommen der Menschen.

Zitat

Gängige digitale Konzepte behandeln Menschen nicht als etwas Besonderes. Wir werden vielmehr als kleine Rädchen in einer gigantischen Informationsmaschine betrachtet. Dabei sind wir die einzigen Lieferanten der Informationen und gleichzeitig ihr Bestimmungsort. Das heißt, wir geben der Maschine überhaupt erst ihren Sinn.
Das Netz ist weder offen noch frei, stellt Lanier eingangs klar. Es sei der ideale Raum, um Daten zu kopieren, Menschen auszuspionieren, ihre Äußerungen zu verfolgen und sie zu beurteilen. Megafirmen wie Google, Amazon, Facebook und Apple täten es und verdienten damit ihr Geld. Über Werbung, Verknüpfung der Daten und Weitergabe an Versicherungen, Parteien, Kreditinstitute. Wer sich davor schützen wolle, dürfe das Internet nicht benutzen. Aber das sei nur noch für wenige eine Option. Die meisten Menschen seien unfreiwillig abhängig von Netzdiensten, die - sobald sie eine kritische Größe erreichten - quasi ein Monopol hätten. Wer mit möglichst vielen Leuten in Kontakt kommen wolle, dem bliebe nur Facebook, das mit 1,2 Milliarden Nutzern größte soziale Netzwerk.

Mit den eigenen Waffen schlagen

Zitat

In einer Welt der digitalen Würde wäre jeder einzelne Mensch der kommerzielle Eigentümer aller seiner Daten, die sich aus seiner Situation oder seinem Verhalten ermitteln lassen.
Lanier schlägt vor, das Internet mit seinen eigenen Waffen zu schlagen. Kopieren von Daten nur noch mit Angabe der Quelle, wie es Wikipedia bereits vormacht, wo jeder Artikel seine Versionsgeschichte angibt - damit am Ende jeder Nutzer für die Eingabe seiner Informationen, Filme und Fotos entlohnt werden könne - mit Mikropayments. Denn die großen Serverfirmen verdienten viel mehr an den Daten ihrer Nutzer, als der Gegenwert des kostenlosen Zugangs beispielsweise zu Suchergebnissen betrage. Big Data mache es außerdem möglich, dass die Besitzer der leistungsstärksten Computer sich immer größere Teile des bisher analogen Marktes einverleibten.

Bislang waren die meisten Menschen, die sich von ihrer Arbeit ernähren konnten, auf lokaler Ebene erfolgreich, erklärt Lanier: Ein Bäcker hatte die knackigsten Brötchen, ein Bankberater kannte seine Kunden und wusste, welcher davon seinen Kredit zurückzahlen würde, ein Buchhändler bot seiner Kundschaft nebenbei auch Gesprächskreise über neue Bücher an. Die großen Server wilderten genau auf dieser lokalen Ebene und vernichteten die Existenz der Mittelschicht, schreibt Lanier. Das Argument der großen Anbieter sei: Wir sind billiger, effizienter und wir sind gut, denn das Netz steht für Freiheit und Emanzipation.

Null Verantwortung

Lanier, der unter anderem als Berater der Firma Microsoft arbeitet, hält das für Heuchelei. Er weist darauf hin, dass Online-Imperien auch deshalb so rasant wachsen, weil sie keine Verantwortung für das übernehmen, was sich auf ihren Plattformen abspielt. Der Zimmermakler Airbnb haftet nicht, wenn ein Gast die Wohnung seines Gastgebers zerstört.

Zitat

Im Grunde wurde ein globaler Risikopool geschaffen, bei dem alle für das Risiko aufkommen müssen, doch der Server, der im Pool die Erfolge herausfiltert, befindet sich in Privatbesitz. Die Gewinne werden privatisiert, die Risiken sozialisiert. Das Erfolgsmuster der vernetzten Finanzwelt.
Jaron Lanier geht von einer massenhaften Vernichtung von Arbeitsplätzen durch Big Data, Künstliche Intelligenz und die großen Serverfirmen aus. Er schreibt, so viel könne man im Netz gar nicht sparen wie dort Einkommen vernichtet werde. Der Kapitalismus sei ernsthaft bedroht, wenn sich ein feudalistisches System ausbreite, das die Märkte schrumpfen ließe. Und dann führt er das Beispiel Kodak an, 100 000 Mitarbeiter wurden arbeitslos, als die User massenhaft den Internetfotodienst Instagram benutzten - Instagram hatte 13 Mitarbeiter, als es von Facebook übernommen wurde.

Mehr Überblick

Das Buch "Wem gehört die Zukunft" von Jaron Lanier ist so wichtig wie das nur wenige Sachbücher von sich behaupten können, denn im Moment eines großen Wandels verstehen die wenigsten, was eigentlich vor sich geht. Jaron Lanier nutzt seinen weiten Horizont - er ist Erfinder, Informatiker, Musiker - um uns ein wenig mehr Überblick zu verschaffen.

Nun ist das Buch keine leichte Lektüre. Außerdem strotzt es vor Wiederholungen, was daran liegen mag, dass es eine Ansammlung von Reden und Referaten ist, in denen Lanier sein Thema immer wieder von vorne durchdeklinieren musste. Ein kompetentes Lektorat wäre da hilfreich gewesen. Trotzdem: Jaron Lanier, der bekennende Netzeuphoriker, der Außenseiter unter den Denkern in Silicon Valley, tut etwas Wichtiges: Er fragt nach den gesellschaftlichen Kosten des technologischen Fortschritts. Wer gewinnt, womit und wer verliert? Welches Menschenbild haben die Chefs der großen Server-Firmen? Was treibt sie an? Wieso kooperieren Politik und Netz-Wirtschaft in den USA so harmonisch?

Von den alten Griechen haben wir gelernt, die Welt zu analysieren und zu diskutieren. Und es gibt wirklich keinen Grund, ausgerechnet jetzt damit aufzuhören.
Gestaltung: Brigitte Neumann · 28.02.2014

Service

Jaron Lanier, "Wem gehört die Zukunft? Du bist nicht der Kunde der Internetkonzerne. Du bist ihr Produkt", aus dem amerikanischen Englisch von Dagmar Mallett und Heike Schlatterer, Hoffmann und Campe

Dienstag, 7. Januar 2014

Gesundheitsforschung„Die Masse weiß mehr als der Spezialist“

Internetnutzer diagnostizieren seltene Krankheiten, Patienten werten ihre Gesundheitsdaten selbst aus, Start-Ups forschen Seite an Seite mit Pharmakonzernen: Wie das Silicon Valley die Gesundheitsbranche revolutioniert.
Crowdmed-Gründer Jared Heyman: Glaubt an das Wissen der Masse, um seltene Krankheiten zu diagnostizieren.
Crowdmed-Gründer Jared Heyman: Glaubt an das Wissen der Masse, um seltene Krankheiten zu diagnostizieren.


































































































Samstag, 4. Januar 2014

Was tun ? - aus diewelt.de

Hinter dem Vorsitzenden der fünf "Wirtschaftsweisen" liegen harte Wochen. Erst hat der Sachverständigenrat nach wochenlanger Arbeit im November sein Jahresgutachten vorgestellt. Dann ist Schmidt kreuz und quer durchs Land gereist, um die Reformvorschläge des Gremiums zu präsentieren. Schmidt bekam viel positive Resonanz. Nur die Bundesregierung, der die Sachverständigen beratend zur Seite stehen sollen, ignorierte die Vorschläge.
Die Welt: Herr Schmidt, die neue Bundesregierung hat Ihr Gutachten in diesem Jahr offenbar besonders gründlich gelesen. Sie hat in fast allen Bereichen das genaue Gegenteil von dem getan, was der Sachverständigenrat vorgeschlagen hat. Wie konnte es dazu kommen?
Christoph Schmidt: (lacht) Nun ja, wir schreiben unser Gutachten ja nicht auf Koalitionsverhandlungen oder -verträge hin, sondern legen darin eine Bestandsaufnahme der gesamtwirtschaftlichen Lage und der Wirtschaftspolitik vor. Es hat sich schon im Wahlkampf abgezeichnet, dass in Deutschland vor allem über Verteilungsfragen gesprochen wird und weniger darüber, wie sich das Land für die Zukunft aufstellen kann. Das haben wir kritisiert.
Die Welt: Der Titel Ihres diesjährigen Gutachtens lautet "Gegen eine rückwärtsgewandte Wirtschaftspolitik". Das kann man schon als Kampfansage an Schwarz-Rot verstehen. Manche sagen, Sie übertreiben, schließlich soll der Rat unabhängig agieren.
Christoph Schmidt: Das sehe ich nicht so. Als Rat sind wir so etwas wie das ordnungspolitische Gewissen Deutschlands, in unserer Meinungsbildung unabhängig vor allem auch von der aktuellen Regierung. Wir beziehen daher typischerweise keine Stellung zu Fragen der Verteilungsgerechtigkeit, sind aber durchaus aufgerufen zu bewerten, was effizient ist und was nicht.

Der Vorsitzende der fünf Wirtschaftsweisen Christoph Schmidt versteht sich als Anwalt der Bürger
Foto: picture alliance / dpa Der Vorsitzende der fünf Wirtschaftsweisen Christoph Schmidt versteht sich als Anwalt der Bürger
Der Sachverständigenrat
  • Wirtschaftspolitischen Rat
  • Die Unabhängigkeit
  • Seine Geschäftsräume
  • Für begabte Ökonomen
  • Die Arbeit
Ökonomen zum Mindestlohn
  • HERBSTGUTACHTEN
  • IAB
  • DIW
  • PROGNOS
Die Welt: Was ist denn nicht effizient an den Plänen von Schwarz-Rot?
Christoph Schmidt: Beispielsweise die Sozialleistungen ohne eine dauerhaft solide Gegenfinanzierung auszuweiten. Die geplanten Mehrausgaben sollen komplett über die gut laufende Konjunktur finanziert werden. Mit einer solchen Planung kommt die Regierung vielleicht bis Ende der Wahlperiode 2017 über die Runden. Aber spätestens dann wird es eng, und die Steuern und Sozialbeiträge werden wohl steigen müssen.
Die Welt: Die neue Regierung sagt: Nach Jahren des Sparens muss wieder mehr für den sozialen Ausgleich getan werden. Deswegen erhöht sie die Renten, deswegen stärkt sie die Rechte von Arbeitnehmern.
Christoph Schmidt: Aber dafür gibt es doch überhaupt keine Notwendigkeit. Die Ungleichheit der verfügbaren Einkommen in Deutschland hat ihren Höhepunkt im Jahr 2005 erreicht. Seitdem ist die Schere zwischen Arm und Reich nicht weiter auseinandergegangen. Das ständige öffentliche Klagen über die angeblich gestiegene Ungleichheit führt in die Irre.
Die Welt: Sind die teuren Rentenpläne von Schwarz-Rot ein "Verbrechen an der jungen Generation", wie Wirtschaftsvertreter kritisieren?
Christoph Schmidt: So eine Wortwahl liegt mir als Wissenschaftler fern. Aber die Rentenpläne greifen die Demografiefestigkeit unserer sozialen Sicherungssysteme an, die wir uns in den vergangenen Jahren mühsam erarbeitet haben. Die Rente mit 63 werden viele in Anspruch nehmen können, die mit 17, 18 Jahren ihre Berufskarriere starteten. Das wird viel Geld kosten, und die älteren Arbeitskräfte werden auf dem Arbeitsmarkt fehlen. Die Rente mit 63 ist daher in doppelter Hinsicht fatal.
Die Welt: Die Regierung will einen flächendeckenden Mindestlohn von 8,50 Euro einführen. Warum kämpfen Sie so vehement dagegen?
Christoph Schmidt: Der Mindestlohn ist ein gutes Beispiel dafür, dass man Wohltaten nicht einfach per Gesetz beschließen kann. Denn ohne gleichzeitig eine Beschäftigungsgarantie für die betroffenen Arbeitnehmer abzugeben, kann man eigentlich keinen Mindestlohn einführen.
Die Welt: Einen Mindestlohn gibt es in fast allen anderen EU-Staaten, etwa in Großbritannien. Und dort ist die Welt nicht untergegangen.
Christoph Schmidt: Die vermeintlich guten Beispiele aus dem Ausland muss man alle relativieren. Wenn man einen einheitlichen Mindestlohn von 8,50 Euro pro Stunde in Deutschland einführt, gefährdet das nach den vorliegenden Berechnungen bis zu 20 Prozent der Arbeitsplätze – also jeden fünften. Die Höhe dieser Lohnuntergrenze im Vergleich zum Medianlohn wäre somit ähnlich hoch wie in Frankreich, wo der Mindestlohn nachweislich zu Beschäftigungsverlusten geführt hat. In vielen anderen Ländern fällt der Mindestlohn deutlich niedriger aus. Dann ist natürlich auch der Schaden geringer, den er anrichten kann.
Die Welt: Wäre es besser, man führt den Mindestlohn erst regional ein?
Christoph Schmidt: Auch das würde wenig bringen. Nur weil ein Mindestlohn von 8,50 Euro in Baden-Württemberg keine negativen Folgen auf die Beschäftigung hätte, muss dies nicht auch für Mecklenburg-Vorpommern gelten. Man sollte den Mindestlohn einfach lassen.
Die Welt: Aber ein Expertenrat soll doch bei der Festsetzung der Höhe mitreden.
Christoph Schmidt: Ich begrüße, dass wissenschaftlicher Rat eingeholt werden soll. Aber ich bezweifle, dass die Wissenschaft viel ausrichten kann, wenn sie kein Stimmrecht hat und es bei der Höhe des Mindestlohns nur nach oben gehen soll.
Die Welt: Erleben wir gerade die Rückabwicklung der Agenda-Reformen?
Christoph Schmidt: Es ist jedenfalls ein Irrwitz, dass einige in Deutschland auf angeblich bessere Regelungen für Arbeitnehmer in Frankreich verweisen. Ein Land, das die Krise bekanntermaßen weit weniger gut überstanden hat als wir.
Die Welt: Wird man einmal auf 2013 zurückblicken und sagen: Das war das Jahr, in dem Deutschland begonnen hat, seine Zukunft zu verspielen?
Christoph Schmidt: 2013 könnte im Negativen tatsächlich das Wendejahr für Deutschland gewesen sein. Mitte des vergangenen Jahrzehnts galt Deutschland noch als kranker Mann Europas. Dann wurde die Bundesrepublik – nicht nur, aber auch dank mutiger Reformen – zur Wachstumslokomotive. Zehn Jahre später schlagen wir einen Weg ein, durch den Deutschland wieder zum kranken Mann Europas werden könnte. Diese Gefahr birgt der Koalitionsvertrag. Und er birgt das Risiko, dass die Euro-Länder den Eindruck gewinnen, wir erwarteten von ihnen harte Reformen, drehen aber gleichzeitig im eigenen Land das Rad zurück. Dadurch mindert Deutschland seine Überzeugungskraft in Europa.
Die Welt: Seit vielen Jahren investieren deutsche Unternehmen trotz der recht guten Wirtschaftslage daheim überraschend wenig im Inland. Ist das ein Problem?
Christoph Schmidt: Das stimmt, die Investitionstätigkeit ist in der Tat zu niedrig. Statt vor der Haustür zu investieren, fließt seit vielen Jahren viel Geld ins europäische Ausland ab. Dort mögen die Deutschen die Anlagemöglichkeiten zwar überschätzt haben. Aber Fakt ist: Viele europäische Länder waren und sind als Investitionsstandort offensichtlich attraktiver als Deutschland.
Die Welt: Wie lässt sich das ändern?
Christoph Schmidt: Deutschland muss als Standort attraktiver werden. Warum gehen so viele Forscher ins Ausland? Weil wir hier nicht genug Freiheit für Forschung haben. Wir müssen in Forschung und Bildung investieren, in eine gute Infrastruktur, wenn wir als alternde Gesellschaft für junge Menschen attraktiv sein wollen. Da hat die Bundesregierung zwar ein bisschen was getan. Doch die vielen Milliarden, die sie für soziale Wohltaten ausgibt, sollte sie besser in Forschung und Entwicklung stecken.
Die Welt: Sehen Sie die Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands auch durch die Energiewende gefährdet?
Christoph Schmidt: Die Energiewende ist ein Projekt, das in der Bevölkerung breit unterstützt wird. Das System der Energieversorgung soll bis Mitte des Jahrhunderts so umgestellt werden, dass ein sehr großer Teil von erneuerbaren Energien getragen wird. So weit, so gut. Die große Frage ist aber, wie schnell diese Umstellung vonstattengehen muss. Denn sie führt zunächst unweigerlich zu erhöhten Kostenbelastungen. Die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Unternehmen ist so lange erheblich gefährdet, wie es nicht gelingt, die Weltgemeinschaft ebenfalls zum Umschwenken zu bewegen. Eine rein deutsche Energiewende ergibt keinen Sinn.
Die Welt: Was raten Sie?
Christoph Schmidt: Wir sollten einmal durchschnaufen und die EEG-Förderung zum 1. Januar stoppen. Die Politik sollte sich die Zeit nehmen und sich fragen, wie genau der Energiemarkt in Zukunft aussehen soll und welche europäischen Instrumente es gibt, um die Energiewende zu einer europäischen Gemeinschaftsaufgabe zu machen. Unserer Meinung nach muss der europäische Emissionshandel funktionsfähig gemacht werden, anstatt blind weiteres Geld in ineffiziente Solaranlagen in Deutschland zu stecken. Eine Förderung der erneuerbaren Energien ist notwendig, aber sie darf nur Zusatz, nicht Kernelement der Energiewende sein.
Die Welt: Was hätten Sie sich in der Steuerpolitik gewünscht?
Christoph Schmidt: Sinnvoll wäre eine Abminderung der kalten Progression gewesen, um die Mittelschicht etwas zu entlasten. Auch hätte Schwarz-Rot klarere Vorgaben für eine Neuordnung der Bund-Länder-Finanzbeziehungen machen können. Länder und Kommunen brauchen mehr Freiheiten in ihrer Finanzpolitik, etwa ein eigenes Zuschlagsrecht zur Einkommensteuer. Dann wären sie gezwungen, stärker Verantwortung für ihre Finanzpolitik zu übernehmen, und könnten nicht mehr ständig mehr Geld vom Bund fordern.
Die Welt: Die Regierungschefs haben vor Weihnachten die europäische Bankenunion beschlossen, die die europäische Währungsunion stabilisieren soll. Könnte die Euro-Krise im neuen Jahr dennoch neu aufflammen?
Christoph Schmidt: Die Situation hat sich beruhigt, die Haushalts- und Handelsdefizite sind in vielen Krisenstaaten zurückgegangen. Aber die Euro-Krise ist nicht vorbei, wir haben wieder einmal lediglich Zeit gekauft. Die Staaten profitieren von der Ankündigung der Europäischen Zentralbank (EZB), notfalls unbegrenzt Staatsanleihen aufzukaufen. Die entscheidende Frage lautet: Pauken die Länder ihre Reformen auch in dieser neuen Welt durch, in der die Anreize dafür deutlich gesunken sind? Da sind Zweifel angebracht.
Die Welt: Wie groß ist die Gefahr, die von Frankreich für die Euro-Zone ausgeht?
Christoph Schmidt: Die Situation in Frankreich ist mit das größte Risiko für den Euro. Frankreich muss endlich Reformen auf den Weg bringen, um wettbewerbsfähiger zu werden. Und Italien muss dringend seine politischen Probleme lösen.
Die Welt: Wird die EZB die Märkte mit noch mehr Geld fluten müssen, so, wie es etliche südeuropäische Länder fordern?
Christoph Schmidt: Die EZB hat im Lauf der Krise die Grenzen zwischen Geld- und Finanzpolitik verwischt und damit einen Teil ihrer Unabhängigkeit riskiert. Sie hat sich in einen Grenzbereich begeben, in dem wir als Rat sie nie sehen wollten. Klar wünschen sich einige Länder immer, dass die EZB mehr tun sollte. Aber die Notenbank kann nicht für die Lösung aller Probleme zuständig sein. Die Wahrscheinlichkeit, dass die EZB zu weiteren Schritten greift, ist durch die zuletzt einsetzende Erholung im Euro-Raum jedoch gesunken.
Die Welt: Wie teuer wird am Ende die Krise der Währungsunion für Deutschland?
Christoph Schmidt: Deutschland hat im Grunde genommen nur die Wahl zwischen zwei kostenträchtigen Optionen. Alternative eins: Man hält den Euro mit langem Atem zusammen. Deutschland wird dabei viele Risiken eingehen müssen, und es wird Geld kosten. Alternative zwei wäre die Abwicklung der Währungsunion. Sie wäre für Deutschland viel teurer, als den Euro zusammenzuhalten.
Die Welt: Gibt es trotz der besser laufenden Wirtschaft in Europa die Gefahr, dass Deutschland im kommenden Jahr in einen konjunkturellen Abschwung rutschen könnte?
Christoph Schmidt: Das Wachstum wird 2014 fast nur von der Binnennachfrage getragen. Die Investitionen dürften zulegen, der Konsum ist stabil. Trotzdem kann die deutsche Wirtschaft natürlich Dämpfer erhalten, wenn es in Europa schlechter läuft als erwartet.
Die Welt: Was ist Ihr größter Wunsch für 2014?
Christoph Schmidt: Dass wir in Deutschland endlich eine Diskussion darüber bekommen, warum wir im Moment so erfolgreich sind – und was wir tun müssen, damit es so bleibt.

Donnerstag, 2. Januar 2014

Dentofit

Hofers "Dentofit" (0,76 Euro pro 100 Milliliter) erzielt genauso gute Erfolge wie "Fluorid" von Sensodyne (4,80 Euro pro 100 Milliliter). Beide bieten eine gute Kariesprophylaxe und schützen vor Schmerzempfindlichkeit. Ebenso gut erwiesen sich "Sensitiv" von der Müller/Sensident (0,68 Euro pro 100 Milliliter) und die teure "Sensitiv mit Aminfluorid" von Elmex (4,80 Euro pro 100 Milliliter.

Meist werden bei den Produkten Kaliumverbindungen eingesetzt, die eine Weiterleitung der schmerzauslösenden Reize zum Nerv verhindern sollen. Gelegentlich werden auch Strontiumsalze oder Aminfluorid zugesetzt. Diese Verbindungen sollen die feinen Kanäle im Dentin verschließen. Sensitiv-Zahnpasten sollten zudem einen niedrigen Abrieb aufweisen.