Montag, 27. September 2010
Stuxnet
Stuxnet wurde von Fachleuten in Deutschland entdeckt. So fand der in Hamburg ansässige Sicherheitsexperte Ralph Langner mit seinem Team heraus, dass Stuxnet vier Schwachstellen der Windows- Betriebssysteme von Microsoft ausnutzt und insbesondere Leittechnik- Produkte der Firma Siemens angreift. Langner spricht vom "Hack des Jahrzehnts", und zählt in seinem Blog die Gründe auf, warum sich die Cyber- Attacke gegen die iranische Atomanlage Bushehr richtet. Der Schädling sei von Insidern ganz gezielt als Sabotage- Software für solche Anlagen entworfen worden. Und es sei auch wohl kein Zufall, dass dort sich in jüngster Zeit die technischen Probleme häuften.
Zum bedrohlichen Szenario der Cyberattacke auf den Iran gehört auch, dass in der Atomanlage Bushehr offenbar eine nicht lizenzierte Version der Steuerungssoftware von Siemens verwendet wird, die außerdem auch nicht richtig konfiguriert wurde. "Ich habe so etwas noch nie gesehen, nicht einmal in der kleinsten Plätzchen- Backfabrik", zeigt sich Langner entsetzt, nachdem er ein Pressefoto mit einer entsprechenden Fehlermeldung auf einem Monitor in der Steuerungszentrale in Bushehr entdeckt hatte.
"Fünftes militärisches Schlachtfeld"
Für Frank Rieger vom Chaos Computer Club steht fest: "Der digitale Erstschlag ist erfolgt." Offenbar habe die digitale Waffe das iranische Atomprogramm sabotiert, schrieb Rieger in der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung". Der Experte und Buchautor Arne Schönbohm erklärte in der Zeitschrift "WirtschaftsWoche", ein Angriff auf iranische Atomanlagen mit Computerviren sei ein durchaus denkbares Szenario. "Der Cyberspace wird mittlerweile als fünftes militärisches Schlachtfeld neben dem Boden, der Luft, dem Wasser und dem Weltraum gesehen."
USA oder Israel hinter der Attacke?
Da die Cyber- Attacke mit Stuxnet im Iran die tiefsten Spuren hinterlassen hat, überraschte niemanden, dass im Netz Gerüchte auftauchten, in denen Programmierer aus Israel oder den USA mit dem Angriff in Verbindung gebracht wurden. Nachdem die ersten Berichte erschienen waren, dass von Siemens- Systemen gesteuerte Industrieanlagen in Iran auffällig häufig Opfer von Stuxnet- Attacken wurden, vermutete die amerikanische Website "War in Context", die erst vor wenigen Monaten gegründete Cyberkrieg- Dienststelle United States Cyber Command stecke hinter der Cyber- Attacke. Andere machten den israelischen Geheimdienst Mossad für den Angriff verantwortlich. Doch konkrete Beweise für diese Schuldzuweisungen gibt es nicht.
Zum bedrohlichen Szenario der Cyberattacke auf den Iran gehört auch, dass in der Atomanlage Bushehr offenbar eine nicht lizenzierte Version der Steuerungssoftware von Siemens verwendet wird, die außerdem auch nicht richtig konfiguriert wurde. "Ich habe so etwas noch nie gesehen, nicht einmal in der kleinsten Plätzchen- Backfabrik", zeigt sich Langner entsetzt, nachdem er ein Pressefoto mit einer entsprechenden Fehlermeldung auf einem Monitor in der Steuerungszentrale in Bushehr entdeckt hatte.
"Fünftes militärisches Schlachtfeld"
Für Frank Rieger vom Chaos Computer Club steht fest: "Der digitale Erstschlag ist erfolgt." Offenbar habe die digitale Waffe das iranische Atomprogramm sabotiert, schrieb Rieger in der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung". Der Experte und Buchautor Arne Schönbohm erklärte in der Zeitschrift "WirtschaftsWoche", ein Angriff auf iranische Atomanlagen mit Computerviren sei ein durchaus denkbares Szenario. "Der Cyberspace wird mittlerweile als fünftes militärisches Schlachtfeld neben dem Boden, der Luft, dem Wasser und dem Weltraum gesehen."
USA oder Israel hinter der Attacke?
Da die Cyber- Attacke mit Stuxnet im Iran die tiefsten Spuren hinterlassen hat, überraschte niemanden, dass im Netz Gerüchte auftauchten, in denen Programmierer aus Israel oder den USA mit dem Angriff in Verbindung gebracht wurden. Nachdem die ersten Berichte erschienen waren, dass von Siemens- Systemen gesteuerte Industrieanlagen in Iran auffällig häufig Opfer von Stuxnet- Attacken wurden, vermutete die amerikanische Website "War in Context", die erst vor wenigen Monaten gegründete Cyberkrieg- Dienststelle United States Cyber Command stecke hinter der Cyber- Attacke. Andere machten den israelischen Geheimdienst Mossad für den Angriff verantwortlich. Doch konkrete Beweise für diese Schuldzuweisungen gibt es nicht.
Die Makuladegeneration
Bei dieser Augenerkrankung ist die Makula, die Stelle des schärfsten Sehens auf der Netzhautmitte betroffen. Die Makula besitzt eine höhere Anzahl an Sinneszellen und braucht daher auch mehr Nährstoffe und Sauerstoff. Sie ist jedoch auf eine Versorgung über die Aderhaut, die direkt unterhalb der Sinneszellen verläuft, angewiesen.
Die Abfallprodukte werden von der darunter liegenden Gewebsschicht entsorgt. Im Laufe des Lebens kann es dabei zu Ablagerungen (Drusen) unter der Netzhaut und daraus resultierende Funktionseinbußen kommen.
Man unterscheidet die trockene und die feuchte Makuladegeneration. Bei der weitaus häufigeren "trockenen" Form sterben zentrale Netzhautzellen langsam ab. Bei der "feuchten" Makuladegeneration sprossen als Reaktion auf die Drusen neue Gefäße unter der Netzhaut. Aus diesen Blutgefäßen tritt aber Flüssigkeit oder auch Blut aus. Es kommt zu Flüssigkeitsansammlungen unter der Makula, bzw. zur Narbenbildung.
Neue Therapie zur Behandlung der feuchten AMD
Derzeit wird die feuchte Makuladegeneration mit Anti VEGF-Substanzen behandelt, die in das Auge injiziert werden. Die VEGF-Substanzen blockieren das Wachstum der neuen Gefäße. Die Wirkung einer Spritze hält aber immer nur einen Monat.
Daher gibt es jetzt laut Frau Prof. Binder, Leiterin der Abteilung für Augenheilkunde am Krankenhaus Rudolfstiftung, die intraokuläre kurze Strahlentherapie.
Dabei handelt es sich um eine Betatron Strahlung, die eine sehr geringe Eindringtiefe hat, sodass anderes Gewebe und die Netzhaut nicht geschädigt werden. Diese Behandlung muss nur zwischen ein bis dreimal jährlich angewandt werden.
Trachoma
Trachoma ist eine bakterielle Augenerkrankung, die vor allem in Entwicklungsländern auftritt und unbehandelt zu Blindheit führt. Heute sind über acht Millionen Menschen weltweit aufgrund der Trachoma-Bakterien vollständig erblindet, und weitere 85 Millionen benötigen eine Behandlung, um nicht zu erblinden.
Die Krankheit führt dazu, dass sich das Augenlid nach innen dreht und die Wimpern über das Auge scheuern. Dies führt zu einer Vernarbung der Augenbindehaut und so zur Erblindung.
Frau Prof. Talin Barisani-Asenbauer, die auch bei uns in der Sendung zu Gast ist, forscht an einem Impfstoff gegen Trachoma. Der Impfstoff soll über die Augenoberfläche also über die Augenbindehaut verabreicht werden, da so das Immunsystem besser aktiviert wird.
Ihr Ziel ist es einen therapeutischen Impfstoff zu entwickeln, der zur Prophylaxe wie auch zur Therapie geeignet ist.
Die Abfallprodukte werden von der darunter liegenden Gewebsschicht entsorgt. Im Laufe des Lebens kann es dabei zu Ablagerungen (Drusen) unter der Netzhaut und daraus resultierende Funktionseinbußen kommen.
Man unterscheidet die trockene und die feuchte Makuladegeneration. Bei der weitaus häufigeren "trockenen" Form sterben zentrale Netzhautzellen langsam ab. Bei der "feuchten" Makuladegeneration sprossen als Reaktion auf die Drusen neue Gefäße unter der Netzhaut. Aus diesen Blutgefäßen tritt aber Flüssigkeit oder auch Blut aus. Es kommt zu Flüssigkeitsansammlungen unter der Makula, bzw. zur Narbenbildung.
Neue Therapie zur Behandlung der feuchten AMD
Derzeit wird die feuchte Makuladegeneration mit Anti VEGF-Substanzen behandelt, die in das Auge injiziert werden. Die VEGF-Substanzen blockieren das Wachstum der neuen Gefäße. Die Wirkung einer Spritze hält aber immer nur einen Monat.
Daher gibt es jetzt laut Frau Prof. Binder, Leiterin der Abteilung für Augenheilkunde am Krankenhaus Rudolfstiftung, die intraokuläre kurze Strahlentherapie.
Dabei handelt es sich um eine Betatron Strahlung, die eine sehr geringe Eindringtiefe hat, sodass anderes Gewebe und die Netzhaut nicht geschädigt werden. Diese Behandlung muss nur zwischen ein bis dreimal jährlich angewandt werden.
Trachoma
Trachoma ist eine bakterielle Augenerkrankung, die vor allem in Entwicklungsländern auftritt und unbehandelt zu Blindheit führt. Heute sind über acht Millionen Menschen weltweit aufgrund der Trachoma-Bakterien vollständig erblindet, und weitere 85 Millionen benötigen eine Behandlung, um nicht zu erblinden.
Die Krankheit führt dazu, dass sich das Augenlid nach innen dreht und die Wimpern über das Auge scheuern. Dies führt zu einer Vernarbung der Augenbindehaut und so zur Erblindung.
Frau Prof. Talin Barisani-Asenbauer, die auch bei uns in der Sendung zu Gast ist, forscht an einem Impfstoff gegen Trachoma. Der Impfstoff soll über die Augenoberfläche also über die Augenbindehaut verabreicht werden, da so das Immunsystem besser aktiviert wird.
Ihr Ziel ist es einen therapeutischen Impfstoff zu entwickeln, der zur Prophylaxe wie auch zur Therapie geeignet ist.
Mittwoch, 22. September 2010
Dienstag, 7. September 2010
M-Theorie
Nun ja. Die Theorie, die Hawking meint, ist die sogenannte M-Theorie, in der es elf Dimensionen der Raumzeit gibt – und elementare Objekte („p-Branen“) mit null bis elf Raumdimensionen. Das Problem ist, von dieser M-Theorie auf die Beschreibung des Universums zu kommen, dessen Raumzeit bekanntlich nur vierdimensional ist. Dafür gibt es, wie die M-Theoretiker allen Ernstes sagen, 10500 Möglichkeiten, das macht 10500 mögliche Universen. Das ist mehr als viel. Hawking illustriert mit dem für ihn typischen trockenen Humor: „Wenn irgendein Wesen die für jedes dieser Universen vorhergesagten Gesetze in nur einer Millisekunde analysieren könnte, hätte es bis heute gerade mal 1020 geschafft. Und das ohne Kaffeepausen.“ Anderswo schreibt er: „Die Forscher versuchen noch immer, das Wesen der M-Theorie zu ergründen, doch das könnte sich letztlich als unmöglich erweisen.“ Dann aber wieder verkündet er: „Die M-Theorie ist die vereinheitlichte Theorie, die Einstein zu finden hoffte.“
10500 Universen zur Auswahl
Unergründlich, aber vereinheitlicht: Hawking entscheidet sich – wie manche theoretische Physiker – für eine verwegene Lösung: Es gibt nicht nur 10500 mögliche Universen, sondern es gibt sie wirklich. Wenn Hawking nicht schon auf der ersten Seite der Philosophie beschieden hätte, dass sie nichts zu reden habe, würden wir in aller Bescheidenheit Ockhams Rasiermesser zücken und sagen: Entitäten dürfen nicht über das Notwendige hinaus vermehrt werden.
Seine Sicht der Quantentheorie beschert Hawking eine weitere gigantische Vermehrung der Welten. Er geht vom Formalismus aus, den Richard Feynman entwickelt hat (und zitiert dazu auch eine Arbeit der Wiener Gruppe um Anton Zeilinger ausführlich): Quantenobjekte folgen nicht einem Pfad, sondern allen möglichen Pfaden. Wenn man das gesamte Universum als Quantenobjekt sieht, meint Hawking, dann müsse man ihm auch zugestehen, dass es „nicht nur eine einzige, sondern jede mögliche Geschichte hat“. Was bedeutet, dass jedes der 10500 Universen, die die M-Theorie hervorgebracht hat, sich wiederum in unzählige Universen aufspaltet, die jeweils ihre eigene Geschichte haben. In einem davon leben Stephen Hawking und wir.
„Nur eine ganz geringe Anzahl“ dieser Universen, schreibt Hawking, „würde die Existenz von Geschöpfen wie uns zulassen. Daher selektiert unsere Anwesenheit aus dieser ungeheuren Zahl nur diejenigen Universen, die mit unserer Existenz vereinbar sind. Obwohl wir nach kosmischen Maßstäben nur winzig und unbedeutend sind, werden wir dadurch in gewissem Sinne zu den Herren der Schöpfung.“
Hawking ist nicht der einzige Physiker, der das anthropische Prinzip („Die Welt muss so beschaffen sein, dass unsere Existenz möglich ist“) so radikal interpretiert. Aber bei ihm wirkt es besonders himmelstürmerisch. Er macht nicht nur sich selbst „im gewissen Sinn“ zum Herren der Schöpfung, sondern schafft auch einen bekannten Konkurrenten, Gott, per Dekret aus der Welt. Respektive aus den Welten: Die reale „Vielfalt von Universen“ sei „eine natürliche Folge der physikalischen Gesetze“.
Nicht auf Gott „angewiesen“
Die „Schöpfung“ – Hawking bleibt beim theologischen beladenen Ausdruck! – sei damit „nicht auf die Intervention eines übernatürlichen Wesens oder Gottes angewiesen“. Nur auf die Physik als gesetzgebendes Organ.
Als (menschlicher) Gegner dient Hawking der Wiener Kardinal Schönborn, der sich erlaubt hat, in der Welt einen göttlichen „Zweck und Plan“ zu sehen – als Theologe, wohlgemerkt. Wenn Hawking scheinbar physikalisch dagegen argumentiert, betätigt er sich in Wahrheit längst als Theologe. Er sucht den „Großen Entwurf“, den ihm die Naturwissenschaft nicht bescheren kann, außerhalb von deren Grenzen.
10500 Universen zur Auswahl
Unergründlich, aber vereinheitlicht: Hawking entscheidet sich – wie manche theoretische Physiker – für eine verwegene Lösung: Es gibt nicht nur 10500 mögliche Universen, sondern es gibt sie wirklich. Wenn Hawking nicht schon auf der ersten Seite der Philosophie beschieden hätte, dass sie nichts zu reden habe, würden wir in aller Bescheidenheit Ockhams Rasiermesser zücken und sagen: Entitäten dürfen nicht über das Notwendige hinaus vermehrt werden.
Seine Sicht der Quantentheorie beschert Hawking eine weitere gigantische Vermehrung der Welten. Er geht vom Formalismus aus, den Richard Feynman entwickelt hat (und zitiert dazu auch eine Arbeit der Wiener Gruppe um Anton Zeilinger ausführlich): Quantenobjekte folgen nicht einem Pfad, sondern allen möglichen Pfaden. Wenn man das gesamte Universum als Quantenobjekt sieht, meint Hawking, dann müsse man ihm auch zugestehen, dass es „nicht nur eine einzige, sondern jede mögliche Geschichte hat“. Was bedeutet, dass jedes der 10500 Universen, die die M-Theorie hervorgebracht hat, sich wiederum in unzählige Universen aufspaltet, die jeweils ihre eigene Geschichte haben. In einem davon leben Stephen Hawking und wir.
„Nur eine ganz geringe Anzahl“ dieser Universen, schreibt Hawking, „würde die Existenz von Geschöpfen wie uns zulassen. Daher selektiert unsere Anwesenheit aus dieser ungeheuren Zahl nur diejenigen Universen, die mit unserer Existenz vereinbar sind. Obwohl wir nach kosmischen Maßstäben nur winzig und unbedeutend sind, werden wir dadurch in gewissem Sinne zu den Herren der Schöpfung.“
Hawking ist nicht der einzige Physiker, der das anthropische Prinzip („Die Welt muss so beschaffen sein, dass unsere Existenz möglich ist“) so radikal interpretiert. Aber bei ihm wirkt es besonders himmelstürmerisch. Er macht nicht nur sich selbst „im gewissen Sinn“ zum Herren der Schöpfung, sondern schafft auch einen bekannten Konkurrenten, Gott, per Dekret aus der Welt. Respektive aus den Welten: Die reale „Vielfalt von Universen“ sei „eine natürliche Folge der physikalischen Gesetze“.
Nicht auf Gott „angewiesen“
Die „Schöpfung“ – Hawking bleibt beim theologischen beladenen Ausdruck! – sei damit „nicht auf die Intervention eines übernatürlichen Wesens oder Gottes angewiesen“. Nur auf die Physik als gesetzgebendes Organ.
Als (menschlicher) Gegner dient Hawking der Wiener Kardinal Schönborn, der sich erlaubt hat, in der Welt einen göttlichen „Zweck und Plan“ zu sehen – als Theologe, wohlgemerkt. Wenn Hawking scheinbar physikalisch dagegen argumentiert, betätigt er sich in Wahrheit längst als Theologe. Er sucht den „Großen Entwurf“, den ihm die Naturwissenschaft nicht bescheren kann, außerhalb von deren Grenzen.
Mittwoch, 1. September 2010
Seres
Für eine neue integrale Weisheit
Serres plädiert für eine "neue Weisheit" eines enzyklopädischen Wissens, die den komplexen Zusammenhängen verschiedener Wissenschaften nachgeht. Als Ort dieser Synthese fungiert die Philosophie; allerdings eine Philosophie, die sich auf die konkreten Probleme der Zeit einlässt und auch die Sinnlichkeit und Körperlichkeit des Menschen thematisiert.
Den meisten Philosophen wirft Serres vor, dass sie in ihren theoretischen Entwürfen das "In-der-Welt-sein" des Menschen weitgehend ignorieren. Deswegen konzipiert Serres die Gestalt des "Gebildeten Dritten", der in seinem Denken eine Synthese von naturwissenschaftlichen Forschungen und kulturhistorischer Bildung entfaltet.
Hermes - der Bote der Kommunikation
Serres wählt in seinen Schriften mythische Gestalten als Metaphern, um die Komplexität der neuen Weisheit zugänglich zu machen. Zur wichtigsten Figur wurde ihm Hermes, der Götterbote, Beschützer der Kaufleute, der Diebe und Übersetzer, der als symbolischer Vermittler aller Kommunikation steht.
Die Kommunikation, wie sie speziell in der neuen Technologie des Internet erfolgt, hat das Zeitalter der Produktion, das in den Industriegesellschaften vorherrschend war, abgelöst. Bevorzugter Ort der Innovation ist nun die Gesamtheit der Kommunikationstechniken, die "eine Philosophie der Gemenge und Gemische" bedingt.
Wir leben nicht länger in einem Raum des zentralisierten, sondern in einem Raum des verteilten Wissens. Diese Einsicht bedeutet für ein philosophisches Denken, das auf der Höhe der Zeit ist, Flexibilität und Mobilität. "Es gibt keine universelle Methode", schreibt Serres, "keinen Generalschlüssel, der alle Schlösser öffnet".
back zurück
Gestaltung: Nikolaus Halmer · zur Sendereihe
Service
* Michel Serres: Hermes I - V, Merve Verlag
I - Kommunikation, 1991
II - Interferenz, 1992
III - Übersetzung, 1992
IV - Verteilung, 1993
V - Die Nord-West-Passage, 1994
Michel Serres: Aufklärungen. Fünf Gespräche mit Bruno Latour, Merve Verlag, 2008
Michel Serres: Das eigentliche Übel, Merve Verlag, 2009
Michel Serres: Der Parasit, suhrkamp taschenbuch wissenschaft 677, 1987
Michel Serres: Die fünf Sinne. Eine Philosophie der Gemenge und Gemische, suhrkamp taschenbuch wissenschaft 1389, 1998
Michel Serres (Herausgeber): Elemente einer Geschichte der Wissenschaften, suhrkamp taschenbuch wissenschaft 1355,1998
Richard Jochum: Komplexitätsbewältigungsstrategien in der neueren Philosophie: Michel Serres, Peter Lang Verlag, 1998
Service
Buch, Michel Serres, Hermes I – V: "I. - Kommunikation/ II. - Interferenz/ III. -Übersetzung/ IV.-Verteilung/ V.- Die Nord-West-Passage", aus dem Französischen von Michael Bischoff/Peter Gente, Merve Verlag
Buch, Michel Serres, "Atlas", aus dem Französischen von Michael Bischoff, Merve Verlag
Serres plädiert für eine "neue Weisheit" eines enzyklopädischen Wissens, die den komplexen Zusammenhängen verschiedener Wissenschaften nachgeht. Als Ort dieser Synthese fungiert die Philosophie; allerdings eine Philosophie, die sich auf die konkreten Probleme der Zeit einlässt und auch die Sinnlichkeit und Körperlichkeit des Menschen thematisiert.
Den meisten Philosophen wirft Serres vor, dass sie in ihren theoretischen Entwürfen das "In-der-Welt-sein" des Menschen weitgehend ignorieren. Deswegen konzipiert Serres die Gestalt des "Gebildeten Dritten", der in seinem Denken eine Synthese von naturwissenschaftlichen Forschungen und kulturhistorischer Bildung entfaltet.
Hermes - der Bote der Kommunikation
Serres wählt in seinen Schriften mythische Gestalten als Metaphern, um die Komplexität der neuen Weisheit zugänglich zu machen. Zur wichtigsten Figur wurde ihm Hermes, der Götterbote, Beschützer der Kaufleute, der Diebe und Übersetzer, der als symbolischer Vermittler aller Kommunikation steht.
Die Kommunikation, wie sie speziell in der neuen Technologie des Internet erfolgt, hat das Zeitalter der Produktion, das in den Industriegesellschaften vorherrschend war, abgelöst. Bevorzugter Ort der Innovation ist nun die Gesamtheit der Kommunikationstechniken, die "eine Philosophie der Gemenge und Gemische" bedingt.
Wir leben nicht länger in einem Raum des zentralisierten, sondern in einem Raum des verteilten Wissens. Diese Einsicht bedeutet für ein philosophisches Denken, das auf der Höhe der Zeit ist, Flexibilität und Mobilität. "Es gibt keine universelle Methode", schreibt Serres, "keinen Generalschlüssel, der alle Schlösser öffnet".
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Gestaltung: Nikolaus Halmer · zur Sendereihe
Service
* Michel Serres: Hermes I - V, Merve Verlag
I - Kommunikation, 1991
II - Interferenz, 1992
III - Übersetzung, 1992
IV - Verteilung, 1993
V - Die Nord-West-Passage, 1994
Michel Serres: Aufklärungen. Fünf Gespräche mit Bruno Latour, Merve Verlag, 2008
Michel Serres: Das eigentliche Übel, Merve Verlag, 2009
Michel Serres: Der Parasit, suhrkamp taschenbuch wissenschaft 677, 1987
Michel Serres: Die fünf Sinne. Eine Philosophie der Gemenge und Gemische, suhrkamp taschenbuch wissenschaft 1389, 1998
Michel Serres (Herausgeber): Elemente einer Geschichte der Wissenschaften, suhrkamp taschenbuch wissenschaft 1355,1998
Richard Jochum: Komplexitätsbewältigungsstrategien in der neueren Philosophie: Michel Serres, Peter Lang Verlag, 1998
Service
Buch, Michel Serres, Hermes I – V: "I. - Kommunikation/ II. - Interferenz/ III. -Übersetzung/ IV.-Verteilung/ V.- Die Nord-West-Passage", aus dem Französischen von Michael Bischoff/Peter Gente, Merve Verlag
Buch, Michel Serres, "Atlas", aus dem Französischen von Michael Bischoff, Merve Verlag
Coaching
Fit für die Zukunft, gecoached für die Karriere, stark für den Start. Wer wünscht sich das nicht. Das Vehikel dazu heißt seit einiger Zeit Coaching. Die Angebote sind zahlreich, der Markt boomt. Stimmtherapeuten, Entspannungsprofis und asiatische Heilslehren stützen Karrieristen, Manager/innen und Veränderungswillige gegen die Hire-and-Fire-Paranoia. Was bringt dabei der Personaltrainer, der Coach fürs Selbstbewusstsein und das Stimmungshoch.
Nun hat sich die Hirnforschung auch damit beschäftigt und Systemtherapeuten haben daraus die "brainsource-Methode" entwickelt. Diese Methode verknüpft Intellekt und Emotion. Gelingt dies, so zeigt sich in zahlreichen gehirnphysiologischen Untersuchungen, dass unwillkürliche Prozesse im Gehirn schneller, effektiver und ökonomischer wirken als bewusste - d. h., gute Ergebnisse werden mit weniger Energie erzielt. Systemische, bewusste Lösungsansätze und das Wissen der Erfahrung, die im Unbewussten gespeichert ist, helfen also zum Erfolg.
Nun hat sich die Hirnforschung auch damit beschäftigt und Systemtherapeuten haben daraus die "brainsource-Methode" entwickelt. Diese Methode verknüpft Intellekt und Emotion. Gelingt dies, so zeigt sich in zahlreichen gehirnphysiologischen Untersuchungen, dass unwillkürliche Prozesse im Gehirn schneller, effektiver und ökonomischer wirken als bewusste - d. h., gute Ergebnisse werden mit weniger Energie erzielt. Systemische, bewusste Lösungsansätze und das Wissen der Erfahrung, die im Unbewussten gespeichert ist, helfen also zum Erfolg.
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