Montag, 27. September 2010

Stuxnet

Stuxnet wurde von Fachleuten in Deutschland entdeckt. So fand der in Hamburg ansässige Sicherheitsexperte Ralph Langner mit seinem Team heraus, dass Stuxnet vier Schwachstellen der Windows- Betriebssysteme von Microsoft ausnutzt und insbesondere Leittechnik- Produkte der Firma Siemens angreift. Langner spricht vom "Hack des Jahrzehnts", und zählt in seinem Blog die Gründe auf, warum sich die Cyber- Attacke gegen die iranische Atomanlage Bushehr richtet. Der Schädling sei von Insidern ganz gezielt als Sabotage- Software für solche Anlagen entworfen worden. Und es sei auch wohl kein Zufall, dass dort sich in jüngster Zeit die technischen Probleme häuften.

Zum bedrohlichen Szenario der Cyberattacke auf den Iran gehört auch, dass in der Atomanlage Bushehr offenbar eine nicht lizenzierte Version der Steuerungssoftware von Siemens verwendet wird, die außerdem auch nicht richtig konfiguriert wurde. "Ich habe so etwas noch nie gesehen, nicht einmal in der kleinsten Plätzchen- Backfabrik", zeigt sich Langner entsetzt, nachdem er ein Pressefoto mit einer entsprechenden Fehlermeldung auf einem Monitor in der Steuerungszentrale in Bushehr entdeckt hatte.
"Fünftes militärisches Schlachtfeld"

Für Frank Rieger vom Chaos Computer Club steht fest: "Der digitale Erstschlag ist erfolgt." Offenbar habe die digitale Waffe das iranische Atomprogramm sabotiert, schrieb Rieger in der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung". Der Experte und Buchautor Arne Schönbohm erklärte in der Zeitschrift "WirtschaftsWoche", ein Angriff auf iranische Atomanlagen mit Computerviren sei ein durchaus denkbares Szenario. "Der Cyberspace wird mittlerweile als fünftes militärisches Schlachtfeld neben dem Boden, der Luft, dem Wasser und dem Weltraum gesehen."
USA oder Israel hinter der Attacke?

Da die Cyber- Attacke mit Stuxnet im Iran die tiefsten Spuren hinterlassen hat, überraschte niemanden, dass im Netz Gerüchte auftauchten, in denen Programmierer aus Israel oder den USA mit dem Angriff in Verbindung gebracht wurden. Nachdem die ersten Berichte erschienen waren, dass von Siemens- Systemen gesteuerte Industrieanlagen in Iran auffällig häufig Opfer von Stuxnet- Attacken wurden, vermutete die amerikanische Website "War in Context", die erst vor wenigen Monaten gegründete Cyberkrieg- Dienststelle United States Cyber Command stecke hinter der Cyber- Attacke. Andere machten den israelischen Geheimdienst Mossad für den Angriff verantwortlich. Doch konkrete Beweise für diese Schuldzuweisungen gibt es nicht.

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