Samstag, 12. Dezember 2009

Schweinegrippe

Seit einer Woche werden in den Spitälern die Angehörigen der Gesundheitsberufe gegen die neue H1N1-Influenza geimpft. Ab nächster Woche ist die Normalbevölkerung an der Reihe. Doch die Vorbildwirkung der Ärzte ist nicht gerade enorm. Johann Machula, Betriebsarzt im Wiener AKH mit insgesamt knapp 9000 Beschäftigten, hatte für seine im ganzen Haus bekannt gegebenen Impftermine vergangene Woche zweimal nachmittags geöffnet. Und obwohl er wegen der Erkrankung seines Kollegen allein war, kam er mit dem Ansturm zurecht. „Es war bislang eine bedauernswert geringe Anzahl Impfwilliger hier“, sagt er. Seinen Vorrat von 2400 Impfdosen wird er „bestenfalls zur Hälfte“ verbrauchen können.

In Oberösterreich wollen sich nach einer Erhebung von Landessanitätsdirektor Stefan Meusburger nur 3000 von 55.000 Ärzten, Krankenschwestern, Apothekern und sonstigen Spitalsmitarbeitern impfen lassen. Auch in den anderen Bundesländern sieht es derzeit nicht so aus, als ob die 10-Prozent-Rate übertroffen werden könnte. „Viele Ärzte sehen sich als Versuchskaninchen“, sagt Wilhelm Sedlak, Impfreferent der österreichischen Ärztekammer. „Schuld daran ist die mangelnde Vorbildwirkung der Abteilungsvorstände.“

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