Donnerstag, 10. Dezember 2009

Brain Scan

Wie die Universität Zürich mitteilte, erhöhte sich bei Wortbrechern die Aktivität in Gehirnregionen, die eine wichtige Rolle bei Emotions- und Kontrollprozessen spielen. Das Aktivierungsmuster ließ darauf schließen, dass der Wortbruch einen emotionalen Konflikt auslöst, weil die ehrliche Handlung unterdrückt wird. Die Studie zeigt, dass "verräterische" Muster der Gehirnaktivierung sogar eine Voraussage erlauben, ob jemand sein Versprechen halten wird oder nicht.

Verräterische Gehirnaktivierung
Die Studie "The Neural Circuitry of a Broken Promise" (sobald online) ist im Fachjournal "Neuron" (Bd. 64, S. 756) erschienen.
Die Forscher ließen die Probanden vor dem Spiel angeben, ob sie beabsichtigten, das Geld - das ihnen ihr Mitspieler danach anvertraute - zu behalten oder mit diesem zu teilen. Bei der Abgabe des Versprechens hätten sich eigennützige Spieler, die später das Geld für sich behielten, äußerlich nicht von fairen Probanden unterschieden, sagte Studien-Co-Autor Thomas Baumgartner. Beide Spielertypen versprachen, das Geld zu teilen - und die Wortbrecher zögerten mit ihrem Versprechen nicht länger als jene, die es ehrlich meinten.

Die Gehirnmessungen entlarvten die Wortbrecher allerdings schon zu diesem Zeitpunkt: Die Aktivität in einigen Gehirnarealen habe sich deutlich von denjenigen der fairen Probanden unterschieden, sagte der Neurowissenschaftler. Verändert ist auch ein Teil der Aktivität der Großhirnrinde, der bei körperlichen Empfindungen eine Rolle spielt, wie sie für Lügendetektortests genutzt werden.

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