Donnerstag, 24. Dezember 2009

So betrog die Hypo Kärnten

profil hat nachgerechnet: Allein in den vergangenen zehn Jahren kassierte das Land aus dem Hypo-Alpe-Adria-Komplex fast 970 Millionen Euro – aus Dividenden, Haftungsprovisionen und Anteilsverkäufen. Umgekehrt hat die Landesregierung seit 1991, dem Jahr der Gründung der Hypo in ihrer heutigen Rechtsform, nie auch nur einen Cent in die Bank investiert. Das Kreditinstitut musste sein Eigenkapital bis zum jüngsten Fast-Kollaps stets auf anderem Wege aufpolstern. Die Grazer Wechselseitige sprang zweimal ein (1992 und 1998), einmal die Mitarbeiterstiftung (2005), die ominöse Investorengruppe um Tilo Berlin zeichnete zweimal (2006, 2007), die Bayerische Landesbank half ebenfalls zweimal aus (2007, 2008), die Republik Ende des Vorjahrs einmal – das Land Kärnten dagegen kein Mal.
Den mit Abstand größten Brocken spielte der Verkauf an die BayernLB 2007 ein, der 809 Millionen Euro einbrachte. Aus Hypo-Dividenden flossen dem Landesbudget seit 2000 rund 40 Millionen Euro zu.

Erklärungsbedarf hat die Landespolitik nun aber vor allem für jene Zuwendungen, die seit Jahren unter dem Titel „Haftungsprovisionen“ im Haushalt verbucht wurden. Wie ausführlich berichtet, bürgt das Land im Wege einer so genannten Ausfallshaftung noch bis 30. September 2017 für den weitaus größten Teil der Hypo-Verbindlichkeiten im Ausmaß von bis zu 18 Milliarden Euro. Eine Summe, die Kärnten, wäre sie tatsächlich schlagend geworden, niemals hätte stemmen können. Was den damaligen Landeshauptmann Haider offenbar nicht daran hinderte, genau dafür Unsummen aus der Bank zu quetschen.

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