Sonntag, 8. März 2009

Möglichkeiten f. Integration v. Sportlern

„Wenn wir Zuwanderung zulassen, ohne Angebote auf Integration zu bieten, können wir keine Fortschritte erzielen, hoch Qualifizierte in den Arbeitsmarkt zu bekommen“, so Prof. Dr. Klaus F. Zimmermann, Präsident des DIW Berlin. Journalist Richard Herzinger kritisiert darüber hinaus die gesellschaftliche Wahrnehmung gut ausgebildeter Migranten: „Qualifizierte Ausländer drohen demnach erst noch zu qualifizierenden Deutschen die zukünftigen Arbeitsplätze wegzunehmen. In Wahrheit beleben sie die Wirtschaft, ziehen das Niveau nach oben und die Einheimischen mit. Wer das nicht versteht, gerät in der globalisierten Ökonomie auf die Verliererstraße.“ Um aber Spitzenakademiker zu gewinnen, muss gezielt um sie geworben werden. Vereinfachte Aufenthaltsbedingungen, vereinfachte Verfahren für die Anerkennung von Bildungstiteln, Möglichkeiten zur Nachqualifizierung und die Ausweitung des Sprachangebots bis zum Oberstufen-Niveau wären Instrumente, ausländischen Akademikern eine gleichberechtigte Teilhabe an der Arbeitswelt zu ermöglichen. Angebote wie das der Universität Oldenburg und des Otto-Benecke-Akademikerprogramms müssen daher flächendeckend und für möglichst viele Fächer eingerichtet werden. Zudem fehlt ein positives Signal. Einwanderung wird in Deutschland zu oft mit Angst, Gefahr und Unsicherheit verbunden. Dabei steht fest: „Der Zuzug ausgebildeter ausländischer Arbeitskräfte ist kein bürokratisch einzugehendes, notwendiges Übel, sondern ein lebenswichtiges Element der deutschen Zukunft.“ Deutschland kann sich das Verschwenden von Potenzial schlicht nicht länger leisten – weder gesellschaftlich, noch wirtschaftlich. Deshalb braucht es Spitzenköpfe, heute mehr denn je. Denn es steht fest: Je höher der Bildungsabschluss, desto eher gelingt die Integration, desto geringer ist die Gefahr von Arbeitslosigkeit oder der Bezug sozialer Transferleistungen. Es ist im Interesse aller, Migranten in Deutschland eine Perspektive zu geben. Karrieren statt Barrieren sollte dabei das Leitmotiv sein.

References

Docquier, F/Marfouk,A. (2007): The Brain Drain Data Base, Weltbank, http://econ.worlbank.org/

David Metcalf, MAC-Vorsitzender, bei der Präsentation der Studie: www.ukba.homeoffice.gov.uk/aboutus/workingwithus/inbodies/mac/

http://www.focus.de/karriere/perspektiven/fachkraefte/tid-7359/migranten_aid_132146.html

Sieben Fragen an Klaus F. Zimmermann, „Hoch qualifizierte Zuwanderer brauchen Integrationsangebote“, in: Wochenbericht des DIW Berlin 42/2008, S. 645

Jasna Makdissi, Hamburg 2008

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