Nun ist es so weit: Williamson erhält den Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaften. Als Begründung wird seine konsequente Analyse der „Governance“-Strukturen wirtschaftlicher Organisationen angeführt, vor allem der Grenzen des Unternehmens. Organisationen sind nicht einfach da und funktionieren automatisch, sondern - so zeigt Williamson - es geht darum, gute Organisationen zu schaffen und dabei zu berücksichtigen, wie sich Menschen verhalten und wie sie auf Regeln, Organisations- und Kontrollstrukturen reagieren. Was heute als Corporate Governance weithin bekannt ist, lässt sich letztlich auf Williamson zurückführen. Allerdings ist sein Ansatz wesentlich umfassender, lässt er sich doch auf alle anderen Organisationen anwenden.
Williamsons Beitrag zur Theorie der Unternehmung
Warum gibt es überhaupt Unternehmen? Offenbar, weil Unternehmer so effizienter wirtschaften, als wenn sie alle (Vor-)Leistungen auf einem atomistischen Markt einkauften. Lange Zeit wurden Unternehmen aber als eine „Black Box“ betrachtet. Die konkrete Organisation wurde kaum untersucht. Fragen wie die geeignete Größe von Unternehmen, deren optimale Grenzen sowie ihre Ausgestaltung und ihre Alternativen kamen zu kurz. Williamson, der am Massachusetts Institute of Technology, an der Stanford University und an der Carnegie-Mellon University ausgebildet wurde, hat diese Fragen nüchtern und akribisch gestellt und zunehmend differenzierter beantwortet.
Auf diese Weise ist ein Werk zustande gekommen, das nicht nur ein systematisches Analyseraster für alle Fragen der ökonomischen Governance enthält, sondern in dem auch ein Kriterium für den Vergleich unterschiedlicher Organisationen angeboten wird. Williamson betont, dass die Vorbereitung und Durchführung jedes Geschäfts mit Kosten verbunden ist, den Transaktionskosten. Auf dem Fundament der Transaktionskostentheorie lassen sich wichtige Fragen untersuchen. Zum Beispiel: Wann soll ein Unternehmen eine eigene Entwicklungsabteilung unterhalten und unter welchen Voraussetzungen besser eine Lizenz erwerben? Oder bietet sich ein Gemeinschaftsunternehmen mit Wettbewerbern an?
„Hybride“ Organisationsformen gewinnen an Bedeutung
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Diese Fragen kann man nicht beantworten, ohne einen Vergleich all dieser Kostenelemente durchzuführen. Dessen Ergebnis wiederum hängt von wichtigen Faktoren ab, etwa der Spezifität der Investitionen für diese Entwicklung, die mit Abhängigkeit und Ausbeutbarkeit verbunden sein können. Um der Gefahr der Ausbeutung und Erpressung durch externe Entwickler zu begegnen, versucht sich das Unternehmen abzusichern. Das ist mit Transaktionskosten verbunden. Ein hoher Spezifitätsgrad wird also tendenziell für eine eigene Entwicklungsabteilung eines Unternehmens sprechen. Anders stellt es sich für unspezifische, standardisierte Elemente dar, die über Markttransaktionen organisiert werden können.
Mittwoch, 14. Oktober 2009
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