Donnerstag, 24. Juni 2010

E-Democracy

Der virtuelle Stammtisch

Schaut man sich allerdings Leserkommentare auf Online-Tageszeitungen an, so wird einem mitunter angst und bang bei der Vorstellung, so mancher User dürfe tatsächlich mitbestimmen. Denn am virtuellen Stammtisch bewegt man sich oft tief unter der Gürtellinie.

Zwar brauche es auch bei E-Partizipationsprojekten eine Moderation und Benimmregeln, erklärt Kirsten Neubauer, insgesamt laufe die Diskussion hier aber wesentlich zivilisierter ab: "Natürlich wird es immer Leute geben, deren Kommentare man löschen muss, weil sie den Regeln nicht entsprechen. Aber es ist schon erstaunlich, wie sachlich diskutiert wird, wenn die Leute das Gefühl haben, sie werden ernst genommen."
Emotionale Themen e-diskutieren

Tatsächlich sei bei den untersuchten Projekten nur etwa ein Prozent der Vorschläge destruktiv gewesen, sagt Peter Kühnberger. Und er plädiert dafür, dass Regierende auch vor sehr emotionalen und kontroversiellen Themen, wie etwa Migration, nicht zurückschrecken.

Durch E-Partizipationsprojekte könnten die regierenden Parteien bestimmte Themen vielmehr kanalisieren und auf eine sachliche Ebene bringen: "Im Internet habe ich die Möglichkeit, das Thema tiefgründiger darzustellen. Wie viele Bürger mit Migrationshintergrund haben wir wirklich? Wie viel tragen die zur Wiener Gebietskrankenkasse bei? Und ich habe auch die Chance, zu sagen: Reden wir darüber."

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