Sonntag, 10. Oktober 2010

Häupl

Seine Umfragewerte müssen so katastrophal sein, dass es Häupl nicht einmal stört, dass politische Freunde, der zuständige Minister wie der Bundespräsident knapp zuvor das absolute Gegenteil gesagt haben. Häupl stört es auch nicht, dass selbst SPÖ-Experten sagen, eine Berufsarmee koste Milliarden mehr.
Aber zugegeben: Es stört Häupl ja auch nicht, dass Wiens Beamte (neben den Zuwanderern die letzte sichere Wählergruppe der SPÖ) um Hunderte Millionen mehr kassieren, als wenn sie nur das Bundes-Schema bekämen. Es stört ihn nicht, dass aus dem Budget Wiens und seiner Betriebe täglich (!) Hunderttausende Euro an Inseraten in befreundeten Zeitungen fließen, die bei roter Laune zu halten sind. Dass diese Betriebe laut Rechnungshof fast 400 Mill. zu viel an Gebühren kassieren. Dass Wien pro Kopf viel höher verschuldet ist als der Schnitt der anderen Länder.
Es stört ihn nicht, dass einer seiner Gemeinderäte Hass- und Todes-Videos gegen politische Gegner auf der Homepage hatte, die mehr den Tatbestand der Verhetzung erfüllen als alles, was man zu Recht der FPÖ vorwirft. Dass Wien Tausende Häuser aus der für das Stadtbild prägenden Gründerzeit durch unpassende zwei- bis dreistöckige Aufbauten zur Karikatur verkommen ließ. Dass eine neue U-Bahn den neuen Hauptbahnhof weit umfährt. Dass der Flughafen Millionen verschleudert. Dass einst die Bank Austria verschleudert wurde.
Häupl stört gar nichts: Denn außerhalb des Wahlkampfs war von ihm kaum noch etwas zu hören. Da genoss er das Leben. Und eine radikale Stadtrats-Truppe erfüllte Punkt für Punkt einen rot-grünen Pakt.

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