Unter Fachleuten gibt es einen relativ breiten Konsens bezüglich der Anwendung der EKT für die oben bezeichneten Indikationen. Ein Grund dafür ist die bereits erwähnte katatone Schizophrenie, die sich aus einer paranoiden Schizophrenie entwickelt, und die bei malignem Verlauf (man spricht dann von perniziöser Katatonie) lebensbedrohlich wird. Hierbei kommt es zu höchster Erregung und/oder Stupor mit hohem Fieber und Störung der vom vegetativen Nervensystem gesteuerten Funktionen; die EKT ist derzeit die einzige bekannte Therapieform bei diesem Krankheitsbild. Die Bundesärztekammer berichtet in dem unten näher bezeichneten Gutachten bzw. in der unten näher bezeichneten Richtlinie von einer guten bis sehr guten Beurteilung durch die Patienten selbst. Nach einer neueren Studie an der Universität Lund schien sich im Tierversuch die Vermutung zu bestätigen, dass bei Stress-Hormon induzierten Veränderungen bei Ratten durch elektrischen Strom Blutgefäße und Nervenzellen in den betroffenen Gehirnregionen zu neuem Wachstum und zu neuer Vernetzung angeregt werden. Die physischen Nebenwirkungen wurden auch von den Befürwortern erkannt und zum Anlass diverser Modifikationen genommen.
Die EKT bleibt ein Thema, das insbesondere in der Öffentlichkeit kritisch diskutiert wird, was vor allem mit der grausam anmutenden Natur und der für manche Kritiker naheliegenden Assoziation mit Folter zusammenhängt; auch mag eine ausufernde Anwendung der Elektrokrampftherapie in der Vergangenheit hierfür mit ausschlaggebend sein. Insbesondere von der Antipsychiatrie-Bewegung, vom Scientology-Ableger KVPM und von diversen kleinen, regionalen Menschenrechts-Vereinen geht Widerstand gegen die Elektrokrampftherapie aus
Samstag, 20. September 2008
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