Dienstag, 13. Juli 2010

Subprime

Der Ausweg schien in der besseren Verteilung des Risikos zu liegen: Also schnürten die Hypothekenbanken die Immobilienkredite zu Paketen, lagerten sie in sogenannten Zweckgesellschaften aus und verkauften die aus den Krediten resultierenden Zahlungsansprüche als vergleichsweise gut verzinste Anleihen an andere Banken. Damit wurde Eigenkapital frei für zusätzliche Geschäfte. Vor allem institutionelle Investoren wie Versicherungen, Pensionsfonds oder andere Banken kauften diese sogenannten forderungsbesicherten Wertpapiere (auf Englisch Asset Backed Securities oder kurz ABS), um ihre Rendite in Zeiten niedriger Zinsen zu verbessern. Daraus entwickelte sich schnell ein florierender Markt.

Einige Händler an der Wall Street erkannten die Möglichkeiten und entwickelten neue Formen, indem sie die Forderungen in unterschiedlich riskante Tranchen zerlegten, um ihren Kunden je nach Risikoneigung passende Wertpapiere anbieten zu können. Andere gingen noch einen Schritt weiter: Immobilien-Darlehen wurden mit anderen Forderungen wie Auto- und Konsumentenkrediten oder Kreditkartenforderungen vermischt und erneut nach Risikoklassen aufgeteilt. Diese Papiere werden als CDOs (Collateralized Debt Obligations) bezeichnet. Die Produkte wurden im Laufe der Jahre immer komplexer und damit ihr Risiko schwerer zu beurteilen. Gleichzeitig wuchs dieser Markt auf Ende 2007 weltweit über eine Billionen Dollar. Auch die Rating-Agenturen, die die Bonität der ausgegebenen Papiere bewerten sollten, stehen in der Kritik: Viele mit guten Rating-Noten beurteilte Wertpapiere erwiesen sich als weniger werthaltig, als von den Rating-Agenturen versprochen. Kritisiert wurde, dass die Agenturen von den Banken für ihre Dienstleistung bezahlt wurden und sie den Informationen der Banken über den Inhalt der CDOs zu sehr vertraut haben. Ende 2007 stellte sich heraus, dass viele Ratings wohl zu optimistisch ausgefallen sind.

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