Mittwoch, 8. Mai 2013

ESA

Darüberhinaus sitzt Segonds auch im Vorstand der ESA. Dort befindet er sich in illustrer Gesellschaft. Die Mitgliederliste dieser Lobbyingorganisation liest sich wie das "Best of Böse“ der marktdominierenden Agrarunternehmen. Darin finden neben den auch in Europa engagierten US-Konzernen Monsanto, Dow Chemical und Dupont, auch die deutschen Großunternehmen Bayer und BASF sowie die Schweizer Syngenta. Auf den Feldern herrscht ein knallharter Verdrängungswettbewerb. In den vergangenen 20 Jahren war das Saatgutgeschäft einem atemberaubenden Konzentrationsprozess unterworfen. Durch Fusionen und Übernahmen kleinerer Züchtungsunternehmen durch die genannten Agro-Konzerne hat sich mittlerweile ein Oligopol gebildet. Während im Jahr 1996 die zehn größten Unternehmen noch einen Marktanteil von nicht ganz 30 Prozent hielten, entfallen nun auf die sechs größten Player bereits knapp 60 Prozent. Sie bestimmen somit maßgeblich, was auf unsere Teller kommt. Ein aktueller Report der Organisation Swissaid verdeutlicht ihre marktbeherrschende Stellung. Demnach sind beim Europäischen Sortenamt 36 Prozent aller registrierten Tomatensorten durch Monsanto geschützt, weitere 26 Prozent durch Syngenta. Bei Karfiol hält Monsanto sogar 49 Prozent aller eingetragenen Sorten (Syngenta: 22 Prozent).

Die "Big Six“ haben ganz gut miteinander das Auslangen gefunden. Mehr noch, sie haben weitreichende Allianzen geschlossen. So kooperiert etwa der Ludwigshafener Chemiekonzern BASF mit Monsanto bei der Entwicklung ertragsreicherer und stressresistenterer Nutzpflanzen wie Raps, Soja, Mais und Weizen.

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