Darüberhinaus sitzt Segonds auch im Vorstand der ESA. Dort befindet er
sich in illustrer Gesellschaft. Die Mitgliederliste dieser
Lobbyingorganisation liest sich wie das "Best of Böse“ der
marktdominierenden Agrarunternehmen. Darin finden neben den auch in
Europa engagierten US-Konzernen Monsanto, Dow Chemical und Dupont, auch
die deutschen Großunternehmen Bayer und BASF sowie die Schweizer
Syngenta. Auf den Feldern herrscht ein knallharter
Verdrängungswettbewerb. In den vergangenen 20 Jahren war das
Saatgutgeschäft einem atemberaubenden Konzentrationsprozess unterworfen.
Durch Fusionen und Übernahmen kleinerer Züchtungsunternehmen durch die
genannten Agro-Konzerne hat sich mittlerweile ein Oligopol gebildet.
Während im Jahr 1996 die zehn größten Unternehmen noch einen Marktanteil
von nicht ganz 30 Prozent hielten, entfallen nun auf die sechs größten
Player bereits knapp 60 Prozent. Sie bestimmen somit maßgeblich, was auf
unsere Teller kommt. Ein aktueller Report der Organisation Swissaid
verdeutlicht ihre marktbeherrschende Stellung. Demnach sind beim
Europäischen Sortenamt 36 Prozent aller registrierten Tomatensorten
durch Monsanto geschützt, weitere 26 Prozent durch Syngenta. Bei Karfiol
hält Monsanto sogar 49 Prozent aller eingetragenen Sorten (Syngenta: 22
Prozent).
Die "Big Six“ haben ganz gut miteinander das Auslangen
gefunden. Mehr noch, sie haben weitreichende Allianzen geschlossen. So
kooperiert etwa der Ludwigshafener Chemiekonzern BASF mit Monsanto bei
der Entwicklung ertragsreicherer und stressresistenterer Nutzpflanzen
wie Raps, Soja, Mais und Weizen.
Mittwoch, 8. Mai 2013
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