Ein fast perfektes Verbrechen - Postmoderne Philosophie und Wirtschaftskrise
Gestaltung: Michael Reitz
"Anything goes" - das ist das Schlagwort, das der österreichische
Denker Paul Feyerabend für postmodernes Denken geprägt hat. Unter
postmodernem Denken versteht man ein Nebeneinander verschiedener
Denkstile. Diese geistige Entwicklung korrespondiert mit der Veränderung
der Finanzwelt. Es entstanden der sogenannte Derivate-Markt und die
"Collateralized Debt Obligations" (CDO) mit denen die Risiken mehrerer
Firmen gebündelt und weiter verkauft werden konnten. Der Aktienmarkt
wurde zunehmend virtueller und orientierte sich an einem simulierten,
virtuellen Kreislauf des Geldes. Dieser ließ die Wirklichkeit aus dem
Blick geraten. Ähnlich wie in der postmodernen Philosophie kam es in der
Wirtschaftswelt zu einer Umwertung der Begriffe: Schulden, Kredite oder
Risiken werden nicht mehr als Negativwerte verbucht, sondern zum
Funktionieren des Systems umdefiniert. Einzelnen Bausteine aus der Zeit
der Entstehung der Wirtschaftskrise von 2007/2008 und der derzeitigen
Situation mit Zitaten der postmodernen Philosophie und Soziologie
zeigen, wie eng die beiden Themenkreise korrespondieren. Es lohnt sich
daher der Versuch, Ökonomie mit philosophischen Mitteln zu erörtern.
Gestaltung: Michael Reitz
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