ötter, Philosophen und die Ideologie
Leider führt Luc Ferry im Buch noch einen ganz persönlichen Kreuzzug, nämlich den gegen das Christentum - und somit auch gegen das "Buch der Bücher", die Bibel.
Das Ziel der menschlichen Existenz ist es nicht, wie die Christen bald glauben werden, durch alle Mittel, auch die moralischsten und langweiligsten, das ewige Heil, die Unsterblichkeit, zu erlangen, denn das gelungene Leben eines Sterblichen steht weit über dem misslungenen Leben eines Unsterblichen!
Mit solchen Aussagen ist Ferrys Mythen-Buch reich garniert. Natürlich hat der Autor ein Recht auf seine persönliche Welt- und Glaubensanschauung und natürlich kann er diese in Buchform gießen.- Aber müssen "Kinder", Jugendliche, an die das Buch sich in erster Linie richtet, ideologisch aufgeladen werden?
Und auf noch etwas vergisst Ferry geflissentlich hinzuweisen. Seit der Renaissance haben Dichter und Denker immer wieder versucht, die griechische Götter- und Mythenwelt mit dem christlichen Weltbild harmonisch zu verbinden - auch die Versuche Hölderlins und Heideggers gehören hier her.
Nach Luc Ferry ist das Ziel des griechischen Mythos und damit auch das Ziel der Philosophie eines: "das gelungene Leben". Das Ziel eines Autors ist das gelungene Buch. Wie man sieht, ist beides nicht leicht zu haben.
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Luc Ferry, "Leben lernen: Die Weisheit der Mythen", aus dem Französischen übersetzt von Lis Künzli, Verlag Antje Kumstmann
Freitag, 23. Juli 2010
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