Donnerstag, 27. Mai 2010

No-bail Out

Die No-Bail-out-Klausel ist jedenfalls so wage formuliert, dass sie zwar theoretisch Rettungsaktionen ausschließt, sich diese Vorgabe in der Praxis aber nicht halten lässt. Nur so konnten Griechenland und andere einstige Weichwährungsländer sich über Jahre hinweg zu Zinsen finanzieren, die auf einem Niveau mit der Rendite auf deutsche Staatsanleihen lag. Und nur weil es eine implizite Garantie für die Staatsschulden aller Euroländer gab, sind die Abnehmer von Staatsanleihen erst viel zu spät (und nicht zu früh) in den Käuferstreik getreten.

Eine solche Ursachenanalyse gefällt Politikern und Zentralbankern nicht, weil damit die Hauptverantwortung für die Krankheiten der europäischen und amerikanischen Wirtschaft bei ihnen liegt. Es ist leichter, kübelweise Dreck auf Banker und Spekulanten auszuschütten, die sicher Fehler gemacht haben und zum Teil erratisch handeln. Es bringt aber wenig, an diesen Symptomen herumzudoktern, wenn nicht die Politik begreift, dass die Ursache des Krebsgeschwürs das eigene verantwortungslose Handeln ist.

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