t’s business, stupid! Wie legen die Superreichen ihr Geld an? Die Antwort lautet: Der Großteil des Vermögens ist schon angelegt. Das Geld liegt nicht in einem Geldspeicher wie bei Onkel Dagobert, es steckt gewöhnlich in der Quelle des Reichtums, nämlich in einem oder mehreren Unternehmen.
Das 2-Milliarden-Euro-Vermögen des Dietrich Mateschitz, nebenbei bemerkt ein Liebhaber von Ralph-Lauren-Möbeln und exquisiten Flugzeugen, findet sich natürlich großteils im 49-Prozent-Anteil am Red-Bull-Weltkonzern. Das ist bei den mehr als 50 Gesellschaftern des Swarovski-Konzerns nicht anders oder bei der zweitreichsten Österreicherin, Maria-Elisabeth Schaeffler, die mit ihrer Familie den weltgrößten Wälzlager-Hersteller der Welt besitzt.
Statistisch ist das Vermögen der 67.700 österreichischen Euro-Millionäre im Schnitt so angelegt:
• 70,9 Prozent in Unternehmensbeteiligungen,
• 20,4 Prozent in eigengenutzten Immobilien,
• 8,7 Prozent in Finanzanlagen.
Die Statistik lügt natürlich immer auch ein bisschen, und Ausnahmen bestätigen die Regel. Friedrich Karl Flick etwa, der reichste Österreicher, hat seine 6,8 Milliarden Euro hauptsächlich in Anleihen, Aktien und sonstigen Finanzinstrumenten investiert, die von seinen Vermögensverwaltern wie etwa Gerhard Bock umsichtig ausgewählt werden.
Der Weg zu den ganz großen Vermögen führt in der Regel über Erben und Heiraten. Alles andere sind extreme Ausnahmefälle. Von den 260.000 österreichischen Unternehmern und Freiberuflern werden nur wenige wirklich reich. Drei Viertel von ihnen beschäftigen weniger als fünf Mitarbeiter. Und nur drei Prozent aller österreichischen Unternehmen haben mehr als 50 Beschäftigte.
Auch als Gehaltsempfänger sind die Aussichten auf große Vermögen eher gering. Das Durchschnittseinkommen der Österreicher beträgt derzeit 17.699 Euro brutto pro Jahr. Das Top-1-Prozent der Gehaltsempfänger kann darüber natürlich nur lächeln, es verdient jährlich mehr als 85.900 Euro brutto. Dazu zählt auch die sehr kleine Berufsgruppe der Top-Manager, deren persönlicher Erwerbssinn durchaus ausgeprägt ist. Aber selbst von Helmut Elsners Abfertigung und Andreas Treichls 4-Millionen-Euro-Jahresgage zum Milliardär ist es auch noch ein weiter Weg.
Von Karl Riffert, Mitarbeit: Jasmin Schakfeh
Montag, 24. Mai 2010
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